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Sicherheit·vor 59 m

Gebäudeeinsturz in Görlitz löst Überprüfung der Gassicherheit in Sachsen und Sachsen-Anhalt aus

Zwei Wochen nachdem ein vermuteter Gasexplosion ein Wohnhaus in Görlitz zum Einsturz brachte und drei Menschen tötete, prüfen Behörden und Experten die Sicherheit der Gasnetze in Sachsen und Sachsen-Anhalt, wo Hunderttausende Haushalte mit Gas heizen.

Die Tragödie von Görlitz

Knapp zwei Wochen nach dem Einsturz eines Wohnhauses in der James-von-Moltke-Straße in Görlitz ist die genaue Ursache weiterhin unklar. Behörden und die Stadt vermuten, dass Erdgas die Explosion verursacht hat, die zu der Tragödie mit drei Todesopfern führte. Das Gebäude war ein Altbau aus der Gründerzeit vor 1919 und wurde teilweise als Ferienwohnung genutzt.

Wie sicher sind Gasleitungen?

Experten bezeichnen schwere Gasunfälle als äußerst selten. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) vergleicht die Wahrscheinlichkeit mit „sehr seltenen Naturereignissen wie dem Tod durch Blitzschlag“. Auch der TÜV-Verband betont, dass Vorfälle wie in Görlitz „die absolute Ausnahme“ seien. Mitnetz Gas, der größte Gasnetzbetreiber in Sachsen, bezeichnet Gasleitungen als „grundsätzlich sicher“ und einen solchen Vorfall als „extrem selten“.

Man kann etwas übersehen.

René Hobusch, Präsident des Eigentümerverbandes Haus & Grund in Sachsen, wies darauf hin, dass trotz aller Wartung und Pflichten technische Mängel nicht völlig ausgeschlossen werden könnten. Er betonte, dass der menschliche Faktor immer eine Unsicherheitsquelle sei und das Risiko von Bedienungsfehlern und übersehenen Mängeln in Ferienwohnungen mit häufig wechselnden Bewohnern höher sei, wie es in Görlitz der Fall war.

Das Ausmaß der Gasnutzung

Gas bleibt eine dominierende Heizquelle in der Region. Laut dem Zensus 2022 des Statistischen Bundesamtes gibt es in Sachsen 861.100 Wohngebäude, von denen mehr als die Hälfte – rund 468.000 – mit Gas beheizt werden. In Sachsen-Anhalt zeigen Daten des Landesstatistikamtes, dass vor einigen Jahren etwa jede zweite Wohnung hauptsächlich mit Gas beheizt wurde, womit Gas die wichtigste Energiequelle für Heizungen war.

Mit Gas beheizte Wohngebäude in Sachsen · buildings
Wohngebäude insgesamt
861100 buildings
Mit Gas beheizte Gebäude
468000 buildings

Mehr als die Hälfte aller Wohngebäude in Sachsen wurden vor 1949 gebaut, die meisten davon vor 1919, ähnlich wie das eingestürzte Gebäude in Görlitz. Experten sehen jedoch keinen allgemeinen Zusammenhang zwischen dem Alter eines Gebäudes und der Sicherheit. Der DVGW betont, dass ältere Gasanlagen sicher betrieben werden können, wenn sie fachgerecht installiert, regelmäßig überprüft und gewartet werden. Von den rund 2,3 Millionen Wohnungen in Sachsen werden nur 9.618 – weniger als ein halbes Prozent – als Ferien- oder Freizeitwohnungen genutzt.

Verantwortung und Wartung

Die Verantwortung für die Gassicherheit ist klar geteilt. Netzbetreiber wie Mitnetz Gas sind für das Leitungsnetz bis zum Hausanschluss zuständig. Alles darüber hinaus – hausinterne Leitungen, Heizkessel, Fußbodenheizungen – fällt in den Verantwortungsbereich des Eigentümers. Hobusch rät Vermietern davon ab, Wartungsaufgaben an Mieter zu delegieren, und warnt davor, dass man damit die Kontrolle darüber verliere, ob die Arbeiten tatsächlich durchgeführt würden.

Ich empfehle, das in der eigenen Verantwortung zu behalten.

Eigentümer sind gesetzlich verpflichtet, ihre Gasanlagen einmal jährlich von einem Fachhandwerker warten zu lassen. Auch Schornsteinfeger erscheinen regelmäßig zu Emissionsmessungen und Überprüfungen. Zur Früherkennung von Lecks wird Erdgas ein Geruchsstoff zugesetzt. Wer Gas riecht, ist verpflichtet, sofort zu handeln: Fenster öffnen, keine elektrischen Schalter betätigen und die Notrufnummer des Netzbetreibers anrufen, die in der Regel direkt auf dem Gaszähler steht.

Reaktion der Behörden

Weder Sachsen noch Sachsen-Anhalt sehen einen Bedarf für zusätzliche Regulierungsmaßnahmen. Das Ministerium für Infrastruktur und Digitales in Sachsen-Anhalt verweist auf bestehende Sicherheitsvorschriften, darunter eine seit August 2025 in Kraft getretene aktualisierte Feuerungsverordnung, die Anforderungen an Heizräume, Abgasanlagen und Verbrennungsluftversorgung regelt. Das Innenministerium des Landes bestätigte, dass keine Statistiken über Gaslecks, Gasexplosionen oder damit zusammenhängende Feuerwehreinsätze geführt werden. Netzbetreiber wie Mitnetz Gas berichten, jährlich Hunderte von lokalen Netzen und Anlagen zu überprüfen.

Görlitz · Dresden · Magdeburg

4 Quellen

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