
G7-Staaten einigen sich auf neue Sanktionen gegen Russlands Öl- und Gasindustrie und erweitern Langstreckenwaffen für die Ukraine
Die G7-Staats- und Regierungschefs schlossen ihren Gipfel in Évian mit der Zusage, die Sanktionen gegen Russlands Öl- und Gassektor zu verschärfen, die Lieferung von Langstreckenwaffen und Luftabwehrsystemen an die Ukraine auszuweiten und den – wie sie es nannten – richtigen Moment nach dem US-Iran-Abkommen über die Straße von Hormus zu nutzen.
Neue Sanktionen und Waffen
In einer gemeinsamen Erklärung aus der französischen Seestadt verpflichteten sich die Staats- und Regierungschefs der G7-Demokratien, den Druck auf Moskau zu verstärken. Die Sanktionen sollen verschärft werden, auch im Öl- und Gassektor, während die Lieferung von Langstreckenwaffen und Luftabwehrfähigkeiten an die Ukraine ausgeweitet werden soll. Der Schritt soll die von der Gruppe als „neue Dynamik“ bezeichneten ukrainischen Geländegewinne der vergangenen Monate untermauern.
Es ist ein Moment des strategischen Erwachens.
Eine veränderte Stimmung
Bundeskanzler Friedrich Merz sagte, er habe Donald Trump während der Gespräche als „sehr kooperativ“ erlebt und sei daher „in gewissem Maße optimistisch“, dass Europäer und Amerikaner nun gemeinsam daran arbeiten würden, den Krieg zu beenden. Merz nannte es einen „Tag der Hoffnung“ für die Ukraine und deutete an, dass sich erstmals eine Chance auf Frieden auftun könnte.
Das könnte vielleicht erstmals eine Chance auf Frieden eröffnen.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, schlug einen ähnlich positiven Ton an. „Das Blatt wendet sich für die Ukraine“, sagte sie und stellte die Situation im Jahr 2026 deutlich der von 2025 gegenüber. Der britische Premierminister Keir Starmer betonte einen echten Konsens, dass die Sanktionen angesichts des Erfolgs der Ukraine bei der Rückeroberung von Gebieten eine echte Wirkung zeigten.
Das Blatt wendet sich für die Ukraine.
Konkrete Schritte aus London und Ottawa
Das Vereinigte Königreich kündigte 70 neue Sanktionen an, die sich gegen Russlands Schattenflotte, militärische Lieferketten und illegale Finanznetzwerke richten, die zur Umgehung bestehender Beschränkungen genutzt werden. Der kanadische Premierminister Mark Carney erklärte, 162 Personen, Unternehmen und Schiffe würden in die Sanktionsliste Ottawas aufgenommen. Beide Maßnahmen zielen darauf ab, die Beschaffung westlicher Technologie für das russische Militär zu unterbinden.
Friedensdiplomatie neu belebt
Bislang waren die USA der alleinige Vermittler zwischen der Ukraine und Russland, doch die Bemühungen kamen während des Iran-Konflikts fast zum Erliegen. Nun wollen Deutschland, Frankreich und Großbritannien neue Impulse setzen. Wie aus dpa-Kreisen verlautet, wird ein neues Gesprächsangebot an Wladimir Putin erwogen, möglicherweise am Rande der nächsten UN-Generalversammlung. Europäische Führungskräfte bestehen darauf, bei künftigen Verhandlungen einen Platz am Tisch zu haben.
Winterhilfe und Luftabwehr
Über Waffen hinaus sagte die G7 der Ukraine zusätzliche Hilfe für den kommenden Winter zu und erklärte, sie werde eine Lizenzierung für eine Steigerung der militärischen Produktion prüfen. Präsident Wolodymyr Selenskyj, der als Gast teilnahm, dankte Merz für die deutsche und europäische Unterstützung, wobei die Verstärkung der Luftabwehr ein Schwerpunkt ihres Treffens war.


