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Diplomatie·vor 2 Std.

G7-Staaten einigen sich auf neue Russland-Sanktionen, während Trump verspricht, ‚alles zu tun‘, um den Ukraine-Krieg zu beenden

Beim G7-Gipfel in Évian-les-Bains haben die Staats- und Regierungschefs, darunter Donald Trump, zugesagt, den Druck auf Russland mit neuen Öl- und Gassanktionen zu erhöhen, während der US-Präsident nach Monaten diplomatischer Stagnation einen Friedensschluss anstrebt.

Ein neuer Friedensvorstoß

Der zweite Tag des G7-Gipfels im französischen Évian-les-Bains stand ganz im Zeichen des Ukraine-Krieges. Die Staats- und Regierungschefs der sieben größten fortgeschrittenen Volkswirtschaften der Welt einigten sich darauf, den Druck auf Moskau zu verstärken. US-Präsident Donald Trump, der zuvor eine vorläufige Einigung mit dem Iran erzielt hatte, erklärte gegenüber Journalisten, er werde sich nun auf die Beendigung des Konflikts konzentrieren und versprach, „alles zu tun“, was in seiner Macht stehe. Diese Kehrtwende erfolgte nach einem Vormittag mit bilateralen Treffen und einer Arbeitssitzung zur europäischen Sicherheit, an der auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnahm.

Russland sollte einen Deal machen. Russland hat eine phänomenale Anzahl von Menschen verloren, ebenso wie die Ukraine. Letzten Monat haben beide Länder 35.000 Soldaten verloren. Das passiert Monat für Monat.

Der einzige Grund, warum ich mich einmische, ist, dass ich es nicht mag, 25.000 junge Männer zu sehen, die jeden Monat sterben. Geben Sie zu, dass das lächerlich ist. Also ja, ich werde alles tun, was ich kann.

Sanktionen auf dem Tisch

Französische Diplomatenkreise bestätigten, dass sich die G7 darauf geeinigt habe, den Druck auf Russland durch neue Sanktionen zu erhöhen, die sich insbesondere gegen Gas- und Ölexporte richten – die wichtigste Finanzierungsquelle des Kremls für den Krieg. Trump deutete an, dass die Maßnahmen „bald“ wieder eingeführt werden könnten, da das Öl nach der vorläufigen Einigung mit dem Iran am Sonntag wieder durch die Straße von Hormus fließe. Die vorübergehende Aussetzung der Beschränkungen für russisches Öl, die nach der US-israelischen Offensive gegen den Iran im Februar verhängt worden war, solle rückgängig gemacht werden.

Es ist fantastisch, dass jeder versteht, dass Russland nicht gewinnen wird und dass wir Putin unter Druck setzen müssen, diesen Krieg zu beenden.

Wolodymyr Selenskyj

Das Vereinigte Königreich und Kanada kündigten zudem neue Sanktionen gegen die sogenannte „Geisterflotte“ an, die Russland zum Transport von Öl und anderen Gütern nutzt.

Schlüsselmomente des G7-Gipfels in Évian
  1. Trump telefoniert mit Putin; kein Durchbruch gemeldet.
  2. G7-Gipfel beginnt in Évian-les-Bains, Frankreich.
  3. Selenskyj trifft ein, trifft Macron im Hotel Royal zu einem privaten 20-minütigen Gespräch.
  4. Arbeitssitzung zur europäischen Sicherheit und Ukraine; G7 einigt sich auf neue Öl- und Gassanktionen.
  5. Trump führt bilaterales Treffen mit dem Emir von Katar und sagt dann der Presse, er werde 'alles tun', um den Krieg zu beenden.
  6. Trump und Selenskyj führen ein 'gutes Gespräch'; US-Präsident signalisiert Bereitschaft, Ölsanktionen bald wieder einzuführen.
  7. Gipfel endet (wie geplant).

Ein Treffen, das sich seit Monaten anbahnte

Selenskyj traf am Dienstagmorgen in Évian ein und wurde vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Hotel Royal am Ufer des Genfersees empfangen. Die beiden führten ein privates 20-minütiges Gespräch, bevor der ukrainische Führer an der G7-Arbeitssitzung teilnahm. Das letzte persönliche Treffen zwischen Trump und Selenskyj fand Ende Dezember in Mar-a-Lago statt, und das dreiseitige Gespräch mit Macron am Montag, das ursprünglich nicht im offiziellen Programm stand, erforderte zusätzliche Zeit für die Organisation.

Während der Sitzung zeigte Selenskyj Fotos von der Zerstörung des Klosters Petscherskaja Lawra in Kyjiw, einem tausend Jahre alten orthodoxen Wahrzeichen, das bei einem russischen Angriff am frühen Montag beschädigt worden war. Die Bilder schienen Trump zu beeindrucken, der sein Missfallen über den Angriff äußerte.

Europäischer Optimismus und Trumps Neujustierung

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich optimistisch und sagte Reportern, dass sich auf diesem Gipfel „ein Fenster für Diplomatie langsam öffnen könnte“. Er schenkte Trump ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft mit der Aufschrift „Trump 47“, eine Anspielung auf seinen Status als 47. Präsident. Europäische Staats- und Regierungschefs drängten Trump, ein direktes Gespräch zwischen Putin und Selenskyj zu ermöglichen, was der US-Präsident in Betracht ziehen wollte.

Trump räumte ein, dass seine Aufmerksamkeit durch das Iran-Dossier absorbiert worden sei, aber mit einer vorläufigen Einigung könne er sich nun wieder der Ukraine zuwenden. Er bestätigte ein Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Sonntag, beschrieb jedoch keine Fortschritte. Portugals Außenminister Paulo Rangel forderte in Lissabon ebenfalls mehr europäischen und amerikanischen Druck auf Moskau und bezeichnete den jüngsten Angriff auf die Kathedrale als „negatives Signal“.

Selenskyj postete später auf X, er habe ein Treffen Putin-Selenskyj in den Vereinigten Staaten vorgeschlagen – ein Format, das für den Kreml schwerer abzulehnen wäre. Der Gipfel endet am Mittwoch.

Évian-les-Bains · Kyjiw

8 Quellen

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