
Keiko Fujimoris hauchdünner Sieg in Peru bringt polarisierende Dynastie zurück an die Macht – Rivale spricht von Betrug
Mit einem uneinholbaren Vorsprung in der Stichwahl steht Keiko Fujimori kurz davor, Perus erste gewählte Präsidentin zu werden, während der linke Gegner Roberto Sanchez sich weigert, das Ergebnis anzuerkennen und „fortlaufenden Betrug“ bei der Auslandsabstimmung behauptet.
Hauchdünner Vorsprung nach angespannter Auszählung
Bei einem Auszählungsstand von 99,87 % hat die rechte Kandidatin Keiko Fujimori einen uneinholbaren Vorsprung in Perus Präsidentschaftsstichwahl erzielt. Sie hält 50,11 % der gültigen Stimmen gegenüber 49,88 % für den linken Abgeordneten Roberto Sanchez, ein Vorsprung von 43.386 Stimmen. Die Wahlbehörde (ONPE) hat den Sieger noch nicht offiziell bekannt gegeben, aber die verbleibenden nicht ausgezählten Stimmzettel können das Ergebnis nicht mehr kippen. Fujimori bezeichnete ihren Sieg als „irreversibel“.
Der Sieg scheint irreversibel.
Die Auslandsstimme wird zum Zankapfel
Sanchez und seine Partei Juntos por el Perú haben sich geweigert, sich geschlagen zu geben, und behaupten Betrug mit Schwerpunkt auf Auslandsstimmen. Auslandswähler bevorzugten Fujimori mit über 63 %, was ihr einen entscheidenden Vorteil verschaffte. Wenn die Auslandsstimmen ausgeschlossen würden, läge Sanchez mit 50,11 % vorn. Sanchez behauptet, das Außenministerium unter Leitung von Kanzler Carlos Pareja habe die Konsulate unrechtmäßig von der digitalen Übermittlung der Ergebnisse befreit und erlaubt, physische Wahlurnen ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen nach Lima zu verschiffen.
Diese schwerwiegende Unregelmäßigkeit kommt einem fortlaufenden Betrug gleich. Unter diesen Bedingungen der Regelverstöße werden wir die Regierung von Frau Fujimori nicht anerkennen.
Das Wahlgericht (JNE) wies einen Antrag auf Annullierung der Auslandsstimmen ab und urteilte, dass er zu spät und ohne die erforderliche Gebühr eingereicht worden sei.
- Fujimori (gesamt)
- 50.11 %
- Sanchez (gesamt)
- 49.88 %
- Fujimori (nur Inland)
- 49.88 %
- Sanchez (nur Inland)
- 50.11 %
Analysten weisen Betrugsvorwürfe als unverantwortlich zurück
Politische Analysten und internationale Beobachter haben die Betrugsvorwürfe einhellig zurückgewiesen. Sowohl die nationalen als auch die internationalen Missionen meldeten keine Unregelmäßigkeiten während der beiden Wahlgänge. Eduardo Dargent, Politikwissenschaftler an der Päpstlichen Katholischen Universität von Peru, bezeichnete die Strategie als eine Taktik schlechter Verlierer, die weitere Instabilität riskiert.
Der Weg der Betrugsvorwürfe hat keine Zukunft. Das sind unbegründete Behauptungen, die sie wie sehr schlechte Verlierer dastehen lassen.
Die Betrugserzählung verliert an Kraft, weil weder internationale noch nationale Beobachter Vorfälle gemeldet haben.
Eine Dynastie kehrt nach einem Jahrzehnt der Unruhen zurück
Fujimoris Triumph bei ihrem vierten Präsidentschaftswahlkampf erweckt die polarisierende „Fujimorismo“-Bewegung wieder zum Leben, die um ihren verstorbenen Vater Alberto Fujimori aufgebaut wurde. Der ehemalige Präsident regierte von 1990 bis 2000, stabilisierte die Wirtschaft, verbüßte später jedoch 16 Jahre Gefängnis wegen Menschenrechtsverletzungen. Keiko Fujimori distanzierte sich einst von diesem Erbe, trat aber als starke Hand an, um die zunehmende Kriminalität, Erpressung und Korruption zu bekämpfen. Sie hat die Wiedereinführung von „Gesichtslosen Richtern“ vorgeschlagen, einem System, das von Menschenrechtsgruppen in den 1990er Jahren verurteilt wurde.
- Stichwahl zwischen Keiko Fujimori und Roberto Sanchez durchgeführt
- Fujimori erzielt mit 99,87 % der ausgezählten Stimmen einen uneinholbaren Vorsprung von 43.386 Stimmen
- Sanchez behauptet Betrug bei der Auslandsabstimmung und weigert sich, das Ergebnis anzuerkennen
- Wahlgericht weist Sanchez' Anfechtung zur Annullierung der Auslandsstimmen als verspätet und unvollständig ab
- Sanchez' Partei ruft zu einem Tag des „demokratischen Widerstands“ auf
- Offizielle Ausrufung des Siegers erwartet
- Fujimori soll ihr Amt für eine fünfjährige Amtszeit antreten
Was als Nächstes kommt
Fujimori soll am 28. Juli für eine fünfjährige Amtszeit ihr Amt antreten und die Führung eines kupferexportierenden Landes übernehmen, in dem in den letzten zehn Jahren kein Präsident eine volle Amtszeit absolviert hat. Juntos por el Perú hat für den 27. Juni zu einem Tag des „demokratischen Widerstands“ aufgerufen, und Sanchez forderte Straßenmobilisierungen. Die offizielle Ausrufung des Siegers wird für Mitte Juli erwartet, nachdem alle Anfechtungen geklärt sind.


