
Andalusien bestätigt fünften West-Nil-Fall, erweitert Alarm auf 15 Gemeinden
Ein Mann in Coria del Río wurde positiv getestet, womit die Saisonbilanz auf fünf Fälle steigt. Die Gesundheitsbehörden erklärten zudem neue Alarmzonen in Bollullos de la Mitación, Fuengirola und Las Lagunas.
Fünfter Fall in Coria del Río bestätigt
Ein in Coria del Río (Sevilla) wohnhafter Mann entwickelte am 17. Juli Symptome und wurde am 24. Juli mittels PCR im Hospital Universitario Virgen del Rocío positiv auf das West-Nil-Virus getestet, wie das andalusische Gesundheitsministerium bestätigte. Der Fall verläuft mild und erhöht die Gesamtzahl der menschlichen West-Nil-Fieber-Infektionen in Andalusien in dieser Saison auf fünf. Alle fünf Fälle wurden in der Provinz Sevilla registriert. Die beiden letzten vorherigen Fälle waren zwei Frauen in La Puebla del Río, die am 19. und 20. Juli Symptome zeigten und am 23. Juli bestätigt wurden. Die ersten beiden Fälle der Saison wurden in Palomares del Río und Villamanrique de la Condesa identifiziert. Alle Fälle wurden durch das regionale Vektorüberwachungsprogramm entdeckt, das auf Bewohner und Besucher in Hochrisikogemeinden abzielt, die kompatible Symptome aufweisen.
- Mann aus Coria del Río entwickelt Symptome
- Erste Frau aus La Puebla del Río entwickelt Symptome
- Zweite Frau aus La Puebla del Río entwickelt Symptome
- Zwei Fälle aus La Puebla del Río per PCR bestätigt
- Fall aus Coria del Río bestätigt, Gesamtzahl erreicht fünf
Alarmzonen in der gesamten Region erweitert
Nach dem neuen Fall verlängerte die Gesundheitsbehörde den Alarmzeitraum für Coria del Río bis zum 14. August. Der Alarmstatus von La Puebla del Río war nach den beiden dortigen Fällen bereits bis zum 17. August verlängert worden. Zusätzlich erklärte die Regionalregierung aufgrund der Virusausbreitung in Mücken neue Alarmzonen: Bollullos de la Mitación (Sevilla), Fuengirola (Málaga), den Bezirk Las Lagunas von Mijas (Málaga) und Salobreña (Granada). Diese Erklärungen gelten mindestens vier Wochen oder bis keine weiteren Fälle oder Virennachweise mehr auftreten. Laut der neuesten Aktualisierung stehen nun 15 Gemeinden in Andalusien unter Alarm, darunter Pulpí (Almería), Torredonjimeno (Jaén) und mehrere Städte in Sevilla wie Almensilla, Aznalcázar und Coria del Río. Der Alarmstatus löst eine verstärkte entomologische, tierische und menschliche Überwachung, Öffentlichkeitsarbeit über Apotheken und Pflegedienste sowie obligatorische Mückenbekämpfungsmaßnahmen durch die Gemeinderäte aus. Dazu gehören die Behandlung von Larvenhabitaten und erwachsenen Mückenrefugien in einem Umkreis von 1,5 km um Bevölkerungszentren, wie in den Vektorkontrollplänen jeder Gemeinde festgelegt.
Ausbruch 2024 bleibt ein deutlicher Referenzpunkt
Die aktuellen Zahlen liegen weit unter der schweren Saison 2024, als Spanien 158 menschliche West-Nil-Fälle verzeichnete, 118 davon in Andalusien und 102 allein in der Provinz Sevilla. Zehn Menschen starben in diesem Jahr in der Provinz Sevilla, was Nachbarschaftsproteste und eine breite politische Debatte über die Mückenbekämpfung auslöste. Im Jahr 2025 trugen verstärkte Präventionsmaßnahmen dazu bei, die Zahlen niedrig zu halten: Spanien meldete 45 Fälle (37 bestätigt, 8 wahrscheinlich), davon nur zwei in der Provinz Sevilla. Die fünf Fälle im Jahr 2026 verdoppeln bereits die Gesamtzahl von Sevilla im Jahr 2025, aber Gesundheitsbeamte weisen darauf hin, dass alle mild verliefen und durch das aktive Überwachungsprogramm entdeckt wurden.
- 2024
- 102 Fälle
- 2025
- 2 Fälle
- 2026
- 5 Fälle
Prävention und Expertenwarnung
Nach der Krise von 2024 verstärkten die Behörden ihre Reaktion mit einem regionalen Vektorkontrollprogramm, einem provinziellen Begasungsplan für 15 Hochrisikogemeinden und lokalen Aktionsplänen. Das aktuelle Überwachungssystem, das alle fünf Fälle identifizierte, zielt auf Bewohner und Besucher in Hochrisikogebieten ab, die Symptome zeigen. Auf einer Konferenz in Sevilla im letzten Oktober warnte Jordi Figuerola Borrás, Forscher an der Doñana-Biologischen Station (CSIC), dass das Virus keine vorübergehende Bedrohung sei.
Das West-Nil-Virus ist kein vorübergehendes Problem; es ist gekommen, um zu bleiben.
Er beschrieb es als eine anhaltende Herausforderung für die öffentliche Gesundheit, die kontinuierliche Präventionsbemühungen erfordert.


