
Deutsches Paar zu mehrjähriger Haft wegen jahrelangen Diebstahls von Bronze aus Friedhöfen verurteilt
Ein Berliner Gericht verhängte mehrjährige Haftstrafen gegen ein Paar aus Demmin, das über mehrere Jahre Bronze-Kunstwerke von Friedhöfen und Parks gestohlen hatte. Ein dritter Mann erhielt eine Bewährungsstrafe wegen Hehlerei.
Das Urteil
Am 9. Juli 2026 verurteilte das Landgericht Berlin einen 68-jährigen Mann zu vier Jahren und vier Monaten Haft und seine 63-jährige Frau zu vier Jahren und zwei Monaten wegen einer jahrelangen Serie von Diebstählen von Bronzeskulpturen, Reliefs und Tafeln von Friedhöfen und Parks. Das Paar aus Demmin in Mecklenburg-Vorpommern wurde in 28 Fällen des gewerbsmäßigen Diebstahls und des versuchten Diebstahls für schuldig befunden. Ein dritter Angeklagter, ein 57-jähriger Mann aus Berlin, erhielt eine zweijährige Bewährungsstrafe wegen gewerbsmäßiger Hehlerei in 18 Fällen. Das Gericht ordnete zudem die Einziehung von 8.000 Euro als Wertersatz bei dem Paar und 2.100 Euro bei dem dritten Angeklagten an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Die Diebstähle
Über mehrere Jahre hinweg spähte das Paar Friedhöfe aus und löste oder entfernte nachts gewaltsam Bronzeobjekte, von denen einige bis zu 150 Kilogramm wogen. Die Diebstähle konzentrierten sich auf Berliner Friedhöfe, trafen aber auch Orte in Hamburg, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Allein eine Bronzefigur wurde auf mindestens 60.000 Euro geschätzt. Zu den gestohlenen Gegenständen gehörten Skulpturen von einem Kinderfriedhof, was der Vorsitzende Richter als besonders herzlos bezeichnete.
Der ideelle Wert ist nicht messbar.
Das ist nicht nur respektlos, eine bodenlose Gemeinheit, einem fehlen die Worte.
Ermittlungen und Sicherstellung
Die Polizei hatte wiederholt öffentliche Aufrufe zur Suche nach den vermissten Kunstwerken veröffentlicht. Hinweise führten schließlich zu den Verdächtigen, und im Mai 2025 wurden Durchsuchungen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Im Haus des Paares fanden die Ermittler ein Versteck hinter Treppenbalken. Fast alle gestohlenen Gegenstände wurden zurückgegeben, nur eine Figur fehlt noch.
Aussagen vor Gericht und Geständnisse
Der 57-jährige Angeklagte legte zu Beginn des Prozesses ein Geständnis ab und sagte, er habe das Paar als Sammler kennengelernt und ihm sei gesagt worden, die Gegenstände stammten von aufgelösten Gräbern. Als die Anzahl der Objekte zunahm, wurde er misstrauisch. Das Paar gestand kurz vor Ende der Beweisaufnahme. Ein Verteidiger sagte, der Ehemann habe jahrelang legal historische Zaunteile gesammelt, aber das Paar habe sich verleiten lassen, zu stehlen. Die Staatsanwaltschaft hatte Strafen in Höhe des Urteils gefordert; die Verteidigung hatte höchstens drei Jahre und neun Monate beantragt.
- Das Paar stiehlt Bronzeskulpturen, Reliefs und Tafeln von Friedhöfen und Parks in fünf deutschen Bundesländern.
- Die Polizei durchsucht das Haus des Paares in Demmin und findet ein Versteck hinter Treppenbalken; fast alle Gegenstände werden sichergestellt.
- Der 57-jährige Angeklagte gesteht; das Paar gesteht kurz vor Ende der Beweisaufnahme.
- Das Landgericht Berlin verurteilt das Paar zu Haft und den dritten Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe.


