Regierung · Bukarest
Rumänisches Gericht spricht ehemalige Gendarmerie-Chefs nach gewaltsamer Niederschlagung der Proteste 2018 frei
Das Militärgericht in Bukarest hat drei hochrangige Offiziere vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs freigesprochen und dies mit dem Diebstahl einer Waffe sowie einer unmittelbaren Bedrohung begründet. Lediglich vier rangniedrigere Gendarmen erhielten Bewährungsstrafen; das Urteil ist noch anfechtbar.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von G4Media.ro, RFI, Deutsche Welle und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Das Gericht sprach die ehemaligen Gendarmerie-Chefs Cazan, Cucoș und Sindile vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs frei und verwies auf eine gestohlene Waffe und unmittelbare Gefahr.
Die schriftliche Begründung besagt, der Einsatz sei angeordnet worden, nachdem ein Demonstrant die Dienstwaffe eines Gendarmen entwendet hatte, was ein extremes Risiko darstellte.
Mihai erhielt 1 Jahr und 3 Monate auf Bewährung; drei weitere erhielten 1 Jahr mit Bewährungsfrist. Keine Haftstrafen verbüßt.
Gesamtentschädigung für vier Personen, zwischen 5.000 und 25.000 Lei, während die meisten zivilrechtlichen Klagen abgewiesen wurden.
Da bis zur Verjährung nur noch vier Monate verbleiben, könnte eine Berufung die erneute Anhörung von über 1.000 Zeugen erfordern, was zeitlich unmöglich sein könnte.
Gericht spricht hochrangige Offiziere vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs frei
Das Bukarester Militärgericht hat am Montag Laurențiu Cazan, Sebastian Cucoș und Cătălin Sindile freigesprochen. Die drei hochrangigen Gendarmerie-Offiziere hatten den Einsatz auf dem Siegesplatz am 10. August 2018 koordiniert. Ihnen wurde Amtsmissbrauch und, im Fall von Cazan, intellektuelle Urkundenfälschung vorgeworfen. Das Gericht entschied, dass ihr Vorgehen eine rechtmäßige Reaktion auf eine äußerst ernste Lage gewesen sei, und verwies dabei auf den Diebstahl einer Dienstwaffe von einem Gendarmen sowie einen Angriff auf Polizeifahrzeuge als Rechtfertigung. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden.
Die Begründung: eine gestohlene Waffe und „unmittelbare Gefahr“
In seiner schriftlichen Urteilsbegründung, die G4Media vorliegt, hob das Gericht zwei kritische Momente hervor: die Blockade und den Angriff auf vier Sondereinheiten der Polizei in der Nähe des Restaurants Springtime sowie den Übergriff auf zwei Gendarmen, Ștefania Nistor und Cristian Felegă, bei dem Nistor von einem Demonstranten die Dienstpistole entwendet wurde. Der Richter kam zu dem Schluss, dass dieser Diebstahl den Verdacht zur Gewissheit werden ließ und ein extremes Risiko für die öffentliche Sicherheit darstellte.
„Die Entscheidung, einzugreifen und die Menge aufzulösen, wurde auf der Grundlage der unmittelbaren Gefahr getroffen, die von der Waffe ausging, nicht auf der Gewissheit ihrer Wiederbeschaffung. Die gesetzliche Anforderung gemäß Art. 19 Abs. 2 des Gesetzes 60/1991 und Art. 34 Abs. 2 des Gesetzes 550/2004 betrifft das Vorliegen starker Anhaltspunkte für ein schweres Verbrechen oder Gewalt, die die Integrität der Strafverfolgungsbehörden unmittelbar gefährden würden – Bedingungen, die am 23:08 Uhr durch den tatsächlichen Diebstahl der tödlichen Waffe und die Gewalt gegen die beiden Soldaten vollständig erfüllt waren.“
Ein Arsenal von 489 Tränengasgranaten und 63 akustischen Granaten
Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, der Einsatz sei „illegal und ungerechtfertigt“ gewesen und der Einsatz von Schlagstöcken, Tränengas, akustischen Granaten und anderen Mitteln sei als unmenschliche und erniedrigende Behandlung einzustufen. Militärische Expertenberichte, auf die sich Libertatea beruft, legten dar, dass die Gendarmen in der Nacht des Protests 489 Handgranaten mit reizender Wirkung, 63 akustische Granaten und 316 Patronen der Kaliber 38 und 40 mm einsetzten. Die Geräte verursachten Verbrennungen und schwere Verletzungen durch Splitter, extreme Temperaturen und Aufprallkraft. Hunderte Menschen benötigten medizinische Hilfe.
- Tränengasgranaten
- 489
- Akustische Granaten
- 63
- Tränengaskartuschen
- 316
Daten aus dem Artikeltext
Wenige Verurteilungen, minimale Entschädigungen
Von den 16 Angeklagten wurden nur vier rangniedrigere Gendarmen wegen missbräuchlichen Verhaltens verurteilt. Marius Daniel Mihai erhielt die höchste Strafe – ein Jahr und drei Monate –, doch das Gericht setzte die Vollstreckung zur Bewährung aus und ordnete 120 Tage gemeinnützige Arbeit an. Drei weitere erhielten einjährige Freiheitsstrafen mit Bewährungsfrist. Das Gericht sprach zudem vier Opfern moralische Entschädigungen in Höhe von insgesamt 52.000 Lei (etwa 10.400 Euro) zu – weit weniger als die Hunderte, die Entschädigungen gefordert hatten. Die meisten zivilrechtlichen Klagen wurden abgewiesen, und die Mehrheit der über 600 angehörten Zeugen erhielt keinerlei Wiedergutmachung.
Reaktion: „eine neue Wunde für die Demokratie“
Cătălina Hopârteanu, Koordinatorin der Declic-Kampagne, die die rechtliche Vertretung der Opfer finanzierte, erklärte gegenüber RFI, das Urteil sei „eine neue Wunde für die rumänische Demokratie“. Sie wies darauf hin, dass das ganze Land gesehen habe, wie friedliche Demonstranten, ältere Menschen, Frauen und Kinder geschlagen und mit Gas angegriffen wurden. Die Gemeinschaft prüft derzeit, ob sie Berufung einlegt, und merkt an, dass eine Berufung der Staatsanwaltschaft eine erneute Anhörung aller Beweise erfordern würde, was vor der Verjährung des Falls im Oktober 2026 möglicherweise nicht mehr möglich sei.
„36 Jahre nach dem Bergarbeiteraufstand vom Juni 1990 ist dieses Urteil eine weitere Wunde für Rumäniens Demokratie. Die Schläger-Gendarmen vom 10. August wurden freigesprochen. Der Richter, der diese Entscheidung traf, sagt, die Tat existiere nicht, während ein ganzes Land sah, wie friedliche Demonstranten geschlagen und mit Gas angegriffen wurden, dass es einen gewaltsamen Eingriff der Gendarmerie gab und dass Journalisten nur deshalb geschlagen wurden, weil sie ihre Arbeit taten.“
Ein Fall, der vor Prozessbeginn fast verjährt wäre
Das Verfahren wurde 2018 von der Staatsanwaltschaft eingeleitet und 2020 zunächst von der Direktion zur Untersuchung organisierter Kriminalität (DIICOT) eingestellt. Im Frühjahr 2022 wurde es nach dem Einspruch eines Opfers wieder aufgenommen. Im August 2023 wurden 16 Offiziere angeklagt, wobei 312 verletzte Personen als Zivilparteien auftraten. Die langwierigen Verfahren brachten den Fall an den Rand der Verjährung; die Verjährungsfrist läuft im Oktober 2026 ab, nur vier Monate nach dem Urteil.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- G4Media.roO decizie CCR din 2016 i-a salvat pe șefii Jandarmeriei de acuzația de abuz în serviciu în Dosarul 10 august. Cum a motivat instanța achitarea lui Sebastian Cucoş, Cătălin Sindile și Laurențiu Cazan
- RFIFoștii șefi ai Jandarmeriei, achitați în Dosarul "10 August". "O nouă rană pentru democrația din România" (interviu)
- Deutsche WelleFoștii șefi ai Jandarmeriei, achitați în Dosarul 10 august
- Mediafax.roDosarul 10 August. Foștii șefi ai Jandarmeriei, achitați în primă instanță
- Laurențiu Cazan
- Ehemaliger Stellvertreter der Bukarester Gendarmerie, vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs freigesprochen
- Sebastian Cucoș
- Ehemaliger Generalinspekteur der rumänischen Gendarmerie, vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs freigesprochen
- Cătălin Sindile
- Ehemaliger erster Stellvertreter der rumänischen Gendarmerie, vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs freigesprochen
- Cătălina Hopârteanu
- Koordinatorin der Declic-Kampagne zum Fall vom 10. August
- Orte
- Bukarest
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