
Polnische Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Frau nach Angriff auf ukrainische Kinder in Bydgoszcz
Eine 46-jährige Frau muss sich in Bydgoszcz wegen Hasskriminalität verantworten, nachdem sie am 14. August 2026 in einem Stadtpark zwei ukrainische Minderjährige beleidigt und angegriffen hatte. Die polnische Staatsanwaltschaft verhängte eine Kaution von 5.000 Złoty und Polizeiaufsicht.
Die Auseinandersetzung im Park und die Polizeimeldung
Am Freitag, dem 14. August 2026, gegen 17:00 Uhr, wurden ein 14-jähriges ukrainisches Mädchen und ihr 12-jähriger Bruder in einem Park an der Unii Lubelskiej Straße nahe dem Hauptbahnhof in Bydgoszcz angegriffen. Die Auseinandersetzung begann, nachdem zwei Erwachsene die Minderjährigen konfrontierten, während der Junge eine Spielzeugdrohne steuerte. Nach Angaben des Generalkonsulats der Ukraine in Danzig eskalierte die Situation, weil die Geschwister auf Ukrainisch miteinander sprachen. Die Täter richteten vulgäre, auf die Nationalität bezogene Beleidigungen gegen die Kinder, ergriffen und beschädigten die Spielzeugdrohne des Jungen und warfen das kaputte Teil auf das Kind. Polizeisprecherin Monika Chlebicz bestätigte, dass dem 12-jährigen Jungen während des Angriffs auch der Arm umgedreht wurde, obwohl keines der Minderjährigen eine medizinische Notfallbehandlung benötigte. Die Mutter der Kinder alarmierte die Polizei am Freitagabend telefonisch und reichte am Montag, dem 17. August, eine formelle Strafanzeige ein.
Reaktionen polnischer und ukrainischer Amtsträger
Der Vorfall löste öffentliche Reaktionen hochrangiger polnischer Regierungsvertreter während einer Kabinettssitzung am Dienstag, dem 18. August, aus. Premierminister Donald Tusk verurteilte den Angriff öffentlich vor der Regierungssitzung und forderte die Angreifer auf, sich umgehend der Polizei zu stellen.
Kinder wegen ihrer Nationalität anzugreifen, ist eine antipolnische Handlung.
Innenminister Marcin Kierwiński lobte die regionale Polizeibehörde in den sozialen Medien und schrieb, dass es Null Toleranz für Hass gegenüber Kindern gebe. Der ukrainische Botschafter in Polen, Vasyl Bodnar, äußerte sich zu der Situation während eines Auftritts bei RMF FM in Warschau. Bodnar erklärte, dass die ukrainischen diplomatischen Aufzeichnungen einen Anstieg offener Feindseligkeiten gegen Ukrainer in Polen um mehr als 30% zeigen. Bodnar appellierte an polnische Politiker, anti-ukrainische Ressentiments vor den Parlamentswahlen 2027 nicht auszunutzen.
Damit werdet ihr keine Punkte sammeln, diese Aggression wird sich nur gegen euch richten.
Festnahmen und Strafanzeigen
Beamte der Woiwodschaftspolizei Bydgoszcz nahmen am Dienstag, dem 18. August, eine 46-jährige Frau und einen 34-jährigen Mann fest. Die Ermittler führten Verfahrensbefragungen auf einer örtlichen Polizeiwache durch, bevor die Staatsanwaltschaft Bydgoszcz-Pólnoc formell Anklage gegen die 46-jährige Frau erhob. Ihr werden Beleidigung aufgrund der Nationalität und Verletzung der körperlichen Unversehrtheit Minderjähriger vorgeworfen. Die Zerstörung der Spielzeugdrohne mit einem geschätzten Wert von etwas über 100 Złoty wurde separat als geringfügiges Eigentumsdelikt eingestuft. Die Polizei entließ den 34-jährigen Mann nach der Vernehmung ohne Anklage und benannte ihn als Zeugen im laufenden Verfahren.
- Ein ukrainischer Bruder und eine ukrainische Schwester werden in einem Park in Bydgoszcz in der Nähe des Bahnhofs angegriffen
- Die Mutter der Opfer reicht bei der örtlichen Polizei eine formelle Strafanzeige ein
- Die Polizei nimmt zwei Verdächtige fest, und die Staatsanwaltschaft klagt eine 46-jährige Frau wegen Hassangriffs an
Rechtliche Maßnahmen und anstehende Anhörungen
Staatsanwältin Agnieszka Adamska-Okońska von der Bezirksstaatsanwaltschaft in Bydgoszcz erklärte, dass die Verdächtige eingeräumt habe, im Park gewesen zu sein, die Darstellung der Ereignisse durch die Mutter jedoch bestritt. Die Staatsanwältin ordnete für die 46-jährige Frau Polizeiaufsicht an, setzte eine finanzielle Kaution von 5.000 Złoty fest und erließ eine einstweilige Verfügung, die ihr vorschreibt, mindestens 100 Meter Abstand zu den Opfern zu halten und keinen direkten Kontakt aufzunehmen. Die Staatsanwaltschaft beantragte zudem eine spezielle gerichtliche Anhörung, bei der beide Kinder vor einem Richter in Anwesenheit eines Kinderpsychologen aussagen werden. Adamska-Okońska merkte an, dass die bevorstehende psychologische Untersuchung dazu dienen werde, die Behauptungen der Verdächtigen gegen die ursprüngliche Aussage der Opfer zu überprüfen.


