
Macron ordnet Regierungsmobilisierung an, während französische Kraftstoffpreise nahe Rekordniveau steigen
Präsident Emmanuel Macron forderte am Mittwoch die totale Mobilisierung der Regierung, nachdem Spannungen im Nahen Osten die französischen Benzin- und Dieselpreise nahe Rekordniveau getrieben und Raffinerieblockaden ausgelöst hatten.
Hohe Zapfsäulenpreise und innenpolitische Unruhen
Die Kraftstoffpreise in Frankreich erreichten am 16. September 2026 Werte nahe Vierjahreshochs, was landesweit Proteste und Versorgungsunterbrechungen auslöste. Nach Angaben der französischen Regierung kostete bleifreies SP98 2,24 Euro pro Liter und SP95-E10 2,15 Euro pro Liter und übertraf damit die Höchststände vom Juni 2022. Diesel erreichte in offiziellen Durchschnittswerten fast 2,35 Euro pro Liter, während separate Marktberichte Zapfsäulenpreise von 2,68 Euro für Diesel und 2,49 Euro für Benzin meldeten. Etwa 10 % der Tankstellen hatten bei mindestens einer Kraftstoffsorte Versorgungsschwierigkeiten. Die Proteste weiteten sich aus, als am Mittwoch rund 100 Fischer das Öldepot Frontignan im Département Hérault blockierten, nachdem es bereits zuvor zu Depotblockaden und vereinzelten Vandalismusakten an Tankstellen gekommen war. Französische Autofahrer in Grenzregionen fuhren nach Andorra und Belgien, um günstigeren Kraftstoff zu kaufen.
- SP95-E10
- 2.15 €/L
- SP98
- 2.24 €/L
- Diesel
- 2.35 €/L
Geopolitischer Konflikt unterbricht Ölströme aus dem Nahen Osten
Der Anstieg der europäischen Energiekosten folgt der Wiederaufnahme bewaffneter Konflikte im Nahen Osten. Nach einer diplomatischen Pause, die durch eine Absichtserklärung im Juni gestützt wurde, begannen die Feindseligkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran am 30. August erneut. Der Rohölpreis der Sorte Brent stieg am 16. September auf über 108 Dollar pro Barrel, den höchsten Stand seit Mai. Das Angebot schrumpfte, da der Transit durch die Straße von Hormus, über die zuvor 20 % des weltweiten Öls und Gases abgewickelt wurden, sowie Unterbrechungen in der Bab-el-Mandeb-Straße zum Erliegen kamen. Am 9. September griffen iranische Streitkräfte nach amerikanischen Angriffen etwa 20 Schiffe an, bevor sie am 10. September eine amerikanische Marinedrohne in der Straße von Hormus angriffen.
Mit jedem Tag, der vergeht, ohne dass der Konflikt gelöst wird, verschärft sich das Gleichgewicht zwischen Ölangebot und -nachfrage, und die Preise steigen.
- Iran und die Vereinigten Staaten unterzeichnen eine Absichtserklärung zur Einstellung der Kämpfe
- Feindseligkeiten und gegenseitige Angriffe zwischen den USA und dem Iran werden wieder aufgenommen
- Teheran greift nach amerikanischen Angriffen etwa 20 Schiffe an
- Iranische Streitkräfte greifen eine amerikanische Marinedrohne in der Straße von Hormus an
- Emmanuel Macron und der irakische Premierminister Ali al-Zaïdi treffen sich im Élysée
- Macron ordnet Regierungsmobilisierung an, während Fischer das Treibstoffdepot Frontignan blockieren
Regierungsmobilisierung und internationale Gespräche über Lieferungen
Nach einer Sitzung des Ministerrates am Mittwoch wies Präsident Emmanuel Macron die Regierung an, eine totale Mobilisierung hinsichtlich der Versorgungssicherheit und der Preisbegrenzung sicherzustellen. Regierungssprecherin Maud Bregeon bestätigte, dass Frankreich alternative Energieabkommen verfolge, um Kraftstoffmengen zu sichern. Am 14. September gaben Macron und der irakische Premierminister Ali al-Zaïdi im Élysée-Palast eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie zu diversifizierten Exportrouten im Nahen Osten aufriefen. Die irakische Regierung und der französische Energiekonzern TotalEnergies vereinbarten, formelle Gespräche über groß angelegte Investitionsprojekte zur Ausweitung der irakischen Rohölförderung zu führen. Weitere bilaterale Gespräche mit Kanada sind für Macrons bevorstehenden Besuch in Saint-Pierre-et-Miquelon geplant.
Finanzielle Zwänge und Regulierungsvorschläge
Die französische Exekutive strebt zudem regulatorische Anpassungen von der Europäischen Union an, um die Betriebsregeln für inländische Raffinerien zu lockern. Haushaltsbeschränkungen begrenzen jedoch direkte staatliche Eingriffe im Vergleich zu früheren Energieschocks. Während der Energiekrise 2022 gab der französische Staat 70 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln aus, darunter 8 Milliarden Euro für universelle Kraftstoffrabatte, während die zugesagten Maßnahmen im Jahr 2026 bei etwa 1,4 Milliarden Euro liegen.
Wenn wir drei Euro pro Liter erreichen würden, würde die Nachfrage sehr stark sinken und das würde den Preis mechanisch senken.
Diesel bleibt in Frankreich kritisch, da er die Hälfte aller Pkw sowie schwere Maschinen in der Landwirtschaft, im Straßentransport und in der gewerblichen Fischerei antreibt.


