
Frankreich und Deutschland melden starke Inflationsverlangsamung im Juni, was die Erwartung einer EZB-Zinspause stärkt
Das Verbraucherpreiswachstum in Frankreich und Deutschland hat sich im Juni deutlich verlangsamt, angetrieben durch fallende Energiekosten nach einem Friedensabkommen im Nahen Osten, was die Erwartung nährt, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen stabil halten wird.
Inflationsdaten
Das Verbraucherpreiswachstum in den beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone kühlte sich im Juni stärker ab als erwartet. Frankreichs jährliche Inflation fiel laut einer vorläufigen Schätzung des nationalen Statistikamts Insee von 2,4 % im Mai auf 1,8 %. Die Preise sanken tatsächlich um 0,2 % im Monatsvergleich, nach einem Anstieg von 0,1 % im Mai. Deutschlands harmonisierte Rate sank laut Destatis von 2,6 % auf 2,3 %. Auch Portugal verzeichnete eine moderate Verlangsamung von 3,3 % auf 3,2 %.
- Frankreich, Mai 2026
- 2.4 %
- Frankreich, Juni 2026
- 1.8 %
- Deutschland, Mai 2026
- 2.6 %
- Deutschland, Juni 2026
- 2.3 %
- Portugal, Mai 2026
- 3.3 %
- Portugal, Juni 2026
- 3.2 %
Treiber: Energie und Lebensmittel
Die Bremse für die Inflation kam hauptsächlich von der Energie, insbesondere von Erdölprodukten. Insee verwies auf „die starke Verlangsamung der Energiepreise, insbesondere bei Erdölprodukten“ nach dem Friedensprotokoll vom 17. Juni im Nahen Osten. Die französischen Energiepreise verzeichneten immer noch einen jährlichen Anstieg von 11,2 %, nach 16,6 % im Mai. Die deutsche Energieinflation verlangsamte sich im Juni auf 3,4 % von 10,1 % im April, obwohl Destatis keine Aufschlüsselung für Mai lieferte. Auch Dienstleistungen und Lebensmittel trugen dazu bei. In Frankreich sank die Inflation bei Dienstleistungen von 2,4 % auf 1,8 %, bei Lebensmitteln von 1,1 % auf 0,9 % und bei Frischprodukten von 3,4 % auf 2,8 %. Die Tabakpreise blieben mit 3,3 % nahezu stabil, nach 3,2 % im Mai.
Mit der Entspannung im Nahen Osten lässt auch der Inflationsschock nach. Aber die Lage im Persischen Golf bleibt fragil und der Gaspreis ist dem starken Rückgang des Ölpreises nicht gefolgt.
Politische Auswirkungen
Die besser als erwarteten Zahlen verstärken die Markterwartungen, dass die EZB ihren Zinserhöhungszyklus pausieren kann. Die französische und deutsche Inflation nähern sich nun dem 2%-Ziel der Zentralbank, das seit dem Iran-Krieg, der die Energiekosten im März in die Höhe schnellen ließ, unerreichbar war. Analysten merkten an, dass die EZB bei ihrer nächsten Sitzung die Zinsen voraussichtlich stabil halten werde.
Gesamtbild
Die vorläufigen französischen Daten werden am 10. Juli bestätigt. Die harmonisierte Inflation für Frankreich, die einen Vergleich im gesamten Euroraum ermöglicht, lag im Juni bei 2,0 %, nach 2,8 % im Mai. In der gesamten Region verschafft die Entlastung bei den Energiepreisen den Verbrauchern etwas Luft, allerdings warnte der KfW-Ökonom, dass die Gasmärkte angespannt bleiben und die geopolitische Ruhe fragil ist. Der Rückgang Portugals von 3,3 % auf 3,2 % spiegelte den allgemeinen Trend wider, wobei auch das dortige Statistikamt die Verlangsamung der Energiepreise anführte.
- Friedensabkommen im Nahen Osten angekündigt, Ängste vor Ölversorgung gemildert.
- Frankreich, Deutschland, Portugal melden starken Inflationsrückgang für Juni.
- Frankreichs endgültige Inflationsdaten für Juni werden voraussichtlich die vorläufige Schätzung bestätigen.


