Französische Inflation fällt im Juni auf 1,8 %, da Friedensabkommen im Nahen Osten Ölpreise abkühlt
Das französische Verbraucherpreiswachstum verlangsamte sich im Juni im Jahresvergleich auf 1,8 % von 2,4 % im Mai, wie vorläufige Daten zeigten, angetrieben durch eine starke Verlangsamung der Energiekosten nach der Ankündigung eines Friedensabkommens im Nahen Osten.
Starke Verlangsamung beendet viermonatigen Anstieg
Die französischen Verbraucherpreise stiegen im Juni im Jahresvergleich um 1,8 %, deutlich weniger als die 2,4 % im Mai, wie vorläufige Zahlen des nationalen Statistikamts INSEE am Dienstag zeigten. Der Rückgang beendet vier aufeinanderfolgende Monate mit steigender Inflation, die durch den Nahostkonflikt und die steigenden Ölpreise infolge der Blockade der Straße von Hormus angeheizt worden war. Es ist das erste Mal seit März, dass die Gesamtinflation unter die 2-Prozent-Schwelle gefallen ist, als sie bei 1,7 % lag.
Die vorläufige Schätzung des INSEE, die Mitte Juli bestätigt werden soll, zeigt, dass die Verbraucherpreise im Monatsvergleich tatsächlich um 0,2 % fielen, nach einem Anstieg von 0,1 % im Mai. Der für den Euroraum harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) stieg im Jahresvergleich um 2,0 %, nach 2,8 % im Vormonat, und fiel im Monatsvergleich um 0,3 %.
Energiepreise als Haupttreiber
Das INSEE führte die Verlangsamung auf einen starken Rückgang der Energiekosten, insbesondere bei Mineralölerzeugnissen, nach der Ankündigung eines Nahost-Friedensprotokolls am 17. Juni zurück. Die Energiepreise stiegen im Jahresvergleich immer noch um 11,2 %, aber das war eine deutliche Verlangsamung gegenüber den 16,6 % im Mai.
- Mai 2026
- 16.6 %
- Juni 2026
- 11.2 %
Nahrungsmittel- und Dienstleistungspreise moderat
Die Nahrungsmittelinflation ging leicht auf 0,9 % im Jahresvergleich zurück, von 1,1 % im Mai, unterstützt durch eine Abkühlung der Kosten für Frischprodukte (2,8 % nach 3,4 %). Die Preise für Dienstleistungen, die mehr als die Hälfte des Verbraucherkorbs ausmachen, verlangsamten sich von 2,4 % auf 1,8 %. Die Tabakinflation blieb mit 3,3 % nahezu stabil, knapp über den 3,2 % im Mai.
Industriegüter und Sale-Effekt
Die Preise für Industriegüter gingen zurück, wobei das INSEE feststellte, dass der Rückgang stärker ausfiel als in früheren Perioden. Das Institut wies auf die Sommerschlussverkäufe hin, die in diesem Jahr über einen längeren Zeitraum laufen, als zusätzlichen Faktor, der den Index nach unten drückt.


