
Franz Reindl in Stichwahl gegen Petr Briza zum IIHF-Präsidenten gewählt
Der deutsche Sportfunktionär Franz Reindl hat beim Kongress auf Teneriffa die Präsidentschaft der Internationalen Eishockey-Föderation gewonnen und den tschechischen Bewerber Petr Briza in der zweiten Abstimmungsrunde mit 60 zu 57 Stimmen besiegt.
Wahlausgang auf Teneriffa
Franz Reindl hat die Präsidentschaft der Internationalen Eishockey-Föderation (IIHF) beim Kongress des Verbands am 2. Oktober 2026 auf Teneriffa gewonnen. Der 71-jährige deutsche Funktionär besiegte den tschechischen Bewerber und früheren Torhüter Petr Briza in einer Stichwahl mit 60 zu 57 Stimmen. Briza hatte den ersten Wahlgang mit 48 zu 36 Stimmen vor Reindl angeführt, ehe sechs der neun registrierten Kandidaten vor der entscheidenden Runde ihre Bewerbung zurückzogen. Reindl ist nach Günther Sabetzki, der von 1975 bis 1994 Präsident war, der zweite Deutsche an der Spitze des Welteishockeys.
- Franz Reindl
- 60 Stimmen
- Petr Briza
- 57 Stimmen
Amtszeitbegrenzung und frühere Hürden
Reindl tritt die Nachfolge des Franzosen Luc Tardif an, der auf ein weiteres Mandat verzichtete, nachdem er Reindl bei der Wahl 2021 mit 67 zu 39 Stimmen besiegt hatte. Dieses frühere Rennen fand statt, während Reindl Vorwürfen der Untreue ausgesetzt war; die Ermittlungen der deutschen Staatsanwaltschaft wurden später ohne Anklage eingestellt. Reindl erklärte, die Untersuchung habe seiner damaligen Bewerbung geschadet.
Das hat die Wahl natürlich beeinflusst.
Nach den Statuten der IIHF dürfen Kandidaten das Alter von 72 Jahren nicht überschreiten. Da Reindl im November 2026 72 Jahre alt wird, ist er 2030 nicht berechtigt, für eine weitere vierjährige Amtszeit zu kandidieren; seine Präsidentschaft ist damit strikt auf vier Jahre begrenzt. Reindl merkte an, ein Amtsantritt ohne die Aussicht auf eine Wiederwahl biete eine einzigartige Handlungsfreiheit.
Man verhält sich anders, wenn man nicht wiedergewählt werden muss.
Spielerkarriere und Verbandsführung
Der in Garmisch-Partenkirchen geborene Reindl blickt auf eine lange Karriere als Spieler und Funktionär zurück. Auf dem Eis gewann er drei Meistertitel und errang mit der Bundesrepublik Deutschland bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck die Bronzemedaille. Nach seinem Rücktritt als aktiver Spieler 1988 war er als Trainer und Manager beim SC Riessersee tätig, bevor er 1991 zum Deutschen Eishockey-Bund (DEB) kam. Von 2014 bis 2022 war er DEB-Präsident und verantwortete die Silbermedaillen bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang und bei der Weltmeisterschaft 2023. 2016 wurde er in den IIHF-Rat gewählt und war von 2018 bis 2022 Vizepräsident der Champions Hockey League. Frank H. Lutz, Vorsitzender des DEB-Aufsichtsrats, begrüßte den Wahlausgang, während sich Deutschland auf die Ausrichtung der Herren-Weltmeisterschaft 2027 vorbereitet.
Franz Reindl prägt das deutsche Eishockey seit Jahrzehnten – als Spieler, aber vor allem in seinen verschiedenen wichtigen Funktionen für unseren Verband. Dass die internationale Eishockey-Familie ihm nun die Führung der IIHF anvertraut, ist eine große Anerkennung seiner Arbeit.
- Gewinnt mit der Bundesrepublik Deutschland die olympische Bronzemedaille in Innsbruck
- Beendet seine aktive Spielerkarriere und übernimmt eine Trainertätigkeit beim SC Riessersee
- Wechselt zum Deutschen Eishockey-Bund
- Wird zum Präsidenten des Deutschen Eishockey-Bundes gewählt
- Wird in den Rat der Internationalen Eishockey-Föderation gewählt
- Verliert die Wahl zum IIHF-Präsidenten gegen Luc Tardif
- Wird zum Präsidenten der Internationalen Eishockey-Föderation gewählt
Beziehungen zur NHL und Turnierkalender
Reindl bezeichnete die Beziehungen zur nordamerikanischen National Hockey League als seine wichtigste Aufgabe als Funktionär; er will wiederkehrende Streitigkeiten über die Olympia-Teilnahme vermeiden. Nach langwierigen Verhandlungen kehrten die besten NHL-Spieler im Februar 2026 erstmals seit Sotschi 2014 zum olympischen Turnier in Mailand zurück. Reindl prüft zudem die Struktur der jährlich ausgetragenen IIHF-Weltmeisterschaft, die jeden Mai während der NHL-Playoffs stattfindet und die Verfügbarkeit von Spitzenspielern einschränkt; damit sind Diskussionen darüber eröffnet, ob das Turnier auf einen Zwei-, Drei- oder Vierjahresrhythmus umgestellt werden sollte. Darüber hinaus plant die NHL, ihren eigenen World Cup of Hockey als regelmäßige Veranstaltung zu etablieren, was den Termindruck im internationalen Kalender erhöht.
Es ist wichtig, dass die Kalender aufeinander abgestimmt werden. Ich denke, das können wir hinbekommen.
