
Frankreich stimmt beschleunigten Raketenlieferungen an die Ukraine zu, Deutschland sagt Hilfe zu
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erhielt von Frankreich Zusagen für schnellere Raketenlieferungen und Produktionslizenzen, während Deutschland 50 Millionen Euro für humanitäre Hilfe und 10 Millionen Euro für NATO-Unterstützung zusagte.
Französische Raketenlieferungen und Luftverteidigung
Präsident Wolodymyr Selenskyj führte am Samstag, den 22. August 2026, ein fast zweistündiges bilaterales Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Stärkung des ukrainischen Luftverteidigungsnetzes gegen anhaltende Luftangriffe. Macron erklärte sich bereit, die Lieferung moderner französischer Militärausrüstung und fortschrittlicher Raketen zu beschleunigen, und bestätigte gleichzeitig die Bereitschaft Frankreichs, Produktionslizenzen für die Raketenherstellung in der Ukraine zu erteilen. Darüber hinaus stellte Selenskyj fest, dass Kiew auf die diplomatische Unterstützung Frankreichs angewiesen sei, um Gespräche mit Partnerländern zu erleichtern, die über Abfangraketen für Patriot-Luftverteidigungssysteme verfügen. Die beiden Führungspersönlichkeiten erörterten auch den Finanzierungsbedarf für die Verteidigung für die Jahre 2026 und 2027 und einigten sich auf Maßnahmen zur Beschleunigung bilateraler Sicherheitsabkommen und zur Schaffung neuer diplomatischer Möglichkeiten in Abstimmung mit dem Team des US-Präsidenten. Selenskyj gab die Ergebnisse des Gesprächs in einer öffentlichen Erklärung bekannt.
Wir haben vereinbart, die Lieferung der modernsten französischen Ausrüstung und Raketen zu beschleunigen. Vielen Dank für die Bestätigung der Bereitschaft, Lizenzen für die Raketenproduktion zu erteilen.
Deutsche Hilfe und diplomatische Bemühungen
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul besuchte am Samstag Kiew zu hochrangigen diplomatischen Gesprächen mit ukrainischen Regierungsvertretern. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha kündigte Wadephul finanzielle Zusagen aus Berlin an. Das Paket umfasst 50 Millionen Euro für direkte humanitäre Hilfe sowie 10 Millionen Euro für den NATO-Beistandspaket-Fonds für die Ukraine. Wadephul bestätigte zudem, dass die deutsche Diplomatie sich dafür einsetzen werde, die Vereinigten Staaten zu einer aktiveren Rolle im Friedensprozess zu bewegen. Nach der Pressekonferenz traf Wadephul direkt mit Selenskyj zusammen, der die deutsche Führung bei der Stärkung der ukrainischen Abwehrmaßnahmen gegen Luftangriffe lobte.
- Humanitäre Hilfe
- 50 Mio. €
- NATO-Hilfspaket-Fonds
- 10 Mio. €
Ballistische Verteidigung und Gespräche mit US-Gesandten
Selenskyj führte am Samstag in Kiew auch Gespräche mit dem pensionierten US-General Keith Kellogg, einem ehemaligen Gesandten von Donald Trump, der aus Odessa angereist war, nachdem er am jährlichen Veterans Forum teilgenommen hatte. Selenskyj dankte Kellogg für die Ehrung ukrainischer Soldaten, die unter anspruchsvollen Bedingungen sowohl die Ukraine als auch den euro-atlantischen Sicherheitsraum verteidigen. Die Diskussion konzentrierte sich auf die Intensivierung russischer Angriffe auf die Zivilbevölkerung und die nationale Infrastruktur. Selenskyj bezeichnete den Schutz vor ballistischen Raketen als die wichtigste Verteidigungspriorität für die ukrainischen Streitkräfte und informierte Kellogg über die gemeinsame Entwicklungsarbeit mit europäischen Verbündeten zur Einrichtung eines wirksamen Systems zur Abwehr ballistischer Raketen.
- Selenskyj und Macron verhandeln über beschleunigte Raketenlieferungen und Inlandsproduktionslizenzen
- Wadephul trifft Sybiha und Selenskyj in Kyjiw, um Finanzierung und diplomatische Kontaktaufnahme mit den USA anzukündigen
- Selenskyj trifft Kellogg in Kyjiw nach dem Veterans Forum, um ballistische Raketenabwehr zu besprechen
- Macron, Merz und Burnham leiten ein Treffen der Koalition der willigen Partnerstaaten
Anstehender Koalitionsgipfel
Die Gespräche am Wochenende finden vor einer internationalen Konferenz der Koalition der willigen Partnerstaaten statt, die die Ukraine gegen die russische Invasion unterstützen, die für Montag, den 24. August 2026, geplant ist. Das Treffen wird von Emmanuel Macron, dem deutschen Kanzler Friedrich Merz und dem britischen Premierminister Andy Burnham gemeinsam geleitet. Die teilnehmenden Führungspersönlichkeiten planen, die militärischen Versorgungswege des Westens zu koordinieren, eine kontinuierliche Finanzierung der ukrainischen Verteidigungsprogramme bis 2027 sicherzustellen und die strategischen Positionen zwischen den europäischen Verbündeten und Washington aufeinander abzustimmen. Die ukrainischen Vertreter wollen die multilaterale Zusammenkunft nutzen, um weitere Munitionszusagen zu erhalten und gemeinsame rüstungsindustrielle Abkommen zu festigen.


