
Waldbrände erfassen Südfrankreich nach Rekordhitzewelle, 2.000 Feuerwehrleute im Einsatz und neue Hitzewelle droht
Mehr als 2.000 Feuerwehrleute bekämpfen mehrere Waldbrände entlang der französischen Mittelmeerküste, angefacht durch starke Winde und Dürre nach einer Rekordhitzewelle. Die Behörden warnen, dass für nächste Woche ein weiteres extremes Hitzeereignis erwartet wird.
Brände breiten sich entlang der Mittelmeerküste aus
Waldbrände wüten in ganz Südfrankreich, über 2.000 Feuerwehrleute kämpfen darum, die Flammen unter Kontrolle zu bringen, die von Winden mit bis zu 70 km/h angefacht werden. Die Brände folgen auf eine anhaltende Hitzewelle, die Ende Juni Westeuropa bedeckte und die Vegetation dürr wie Zunder zurückließ. In Canet-en-Roussillon nahe der spanischen Grenze erfassten die Flammen einen Jachthafen, zerstörten Lagerhäuser und eine Yacht, während dichter schwarzer Rauch den Strand bedeckte. Der nahe gelegene Flughafen Perpignan wurde geschlossen, und 1.500 Menschen wurden aus Campingplätzen evakuiert.
Politischer Druck in Marseille wächst
Premierminister Sébastien Lecornu nahm an einem Krisentreffen in Marseille teil, während sich seine Minderheitsregierung am Montag einem Misstrauensvotum wegen des Umgangs mit der Hitzewelle stellen muss. Lecornu sagte, dass in dieser Saison bereits 87.000 stremmata verbrannt seien, allein am 1. Juli gingen 12.000 stremmata verloren. Bereits am 2. Juli brachten Feuerwehrleute zwei Brände bei Marseille unter Kontrolle, aber ein größeres Feuer im Département Aude hat bereits 9.000 stremmata verzehrt und wird von bis zu 800 Feuerwehrleuten unter widrigen Windbedingungen bekämpft.
Industriezone in Gefahr
Vier Hubschrauber und drei Canadair-Löschflugzeuge wurden um Canet-en-Roussillon mobilisiert. Die Behörden im Département Pyrénées-Orientales wiesen auf die hohen Risiken beim Schutz des Industriegebiets vor den heranrückenden Flammen hin.Unsere Hauptsorge gilt der Industriezone, in der sich viele Industriegebäude befinden. In einigen von ihnen befinden sich potenziell umweltschädliche Substanzen und brennbare Materialien.
Bilanz der Hitzewelle und nächste Welle
Die Gesundheitsbehörden schätzen, dass die vorherige Hitzewelle in Frankreich etwa 1.000 zusätzliche Todesfälle verursacht haben könnte. In Spanien meldete das Carlos-III-Gesundheitsinstitut im Juni mindestens 1.028 hitzebedingte Todesfälle, mehr als doppelt so viele wie die 407 im Juni 2025. Die Weltorganisation für Meteorologie warnte letzte Woche, dass Rekordtemperaturen, sehr niedrige Luftfeuchtigkeit und trockene Vegetation die Brandgefahr stark erhöhen würden. Météo-France sagt nun für nächste Woche eine neue extreme Hitzewelle voraus.
- Brände entzünden sich in Südfrankreich; 12.000 Stremmata brennen an einem Tag, 2.000 Menschen aus Campingplätzen in Fréjus evakuiert.
- Über 2.000 Feuerwehrleute bekämpfen Brände; 1.500 in Canet-en-Roussillon evakuiert; Flughafen Perpignan geschlossen; Brände in Marseille unter Kontrolle; Feuer im Aude erreicht 9.000 Stremmata.
- Neue extreme Hitzewelle von Météo-France für die kommende Woche vorhergesagt.
Weitere Evakuierungen
Östlich der Hauptbrandgebiete wurden am 1. Juli über 2.000 Menschen aus sechs Campingplätzen in Fréjus evakuiert, einem Ferienort im Département Var, etwa 32 km von Cannes entfernt. Bisher wurden keine Opfer gemeldet. In Rognac, nahe dem Flughafen Marseille, brannte ein kleineres Feuer nahe der Startbahn, und mindestens eine Flugbesatzung beruhigte die Passagiere, dass der Rauchgeruch nicht vom Flugzeug stamme. Ein separates Feuer in Lançon-Provence, das 2.600 stremmata versengte, wurde unter Kontrolle gebracht.


