
AIL: 30.000 neue Blutkrebserkrankungen jährlich in Italien, doch die Forschung verändert die Prognosen
Bei einem Briefing in Rom vor dem nationalen Aktionstag am 21. Juni präsentierte AIL Daten zu 30.000 neuen hämatologischen Neoplasien pro Jahr und die Auswirkungen von CAR-T, Immuntherapie und molekularer Diagnostik auf Überleben und Lebensqualität.
Deutliche Zahlen, veränderte Aussichten
Jedes Jahr werden in Italien rund 30.000 neue hämatologische Neoplasien diagnostiziert, davon über 2.100 bei Kindern und Jugendlichen. Etwa 500.000 Menschen im Land leben mit einer Blutkrebserkrankung. Die Zahlen wurden vom italienischen Verband gegen Leukämien, Lymphome und Myelome (AIL) während einer Pressekonferenz im Palazzo De Carolis in Rom vor dem Giornata nazionale per la lotta contro leucemie, linfomi e mieloma am 21. Juni veröffentlicht. Trotz der hohen epidemiologischen Belastung betonten die Redner, dass sich die Aussichten grundlegend geändert hätten.
Das grundlegende Engagement der AIL ist die Unterstützung der Forschung. Wir präsentieren ermutigende Daten, die große Hoffnung geben, aber es gibt noch viel zu tun: Aus diesem Grund ist unsere Hauptaufgabe, weiterhin Forscher zu unterstützen, die zu den besten der Welt gehören und hervorragende Ergebnisse erzielen.
Der vor fast 60 Jahren gegründete Verband betonte, dass innovative Behandlungen heute mehr Patienten die Chance bieten, länger zu leben und dabei eine gute Lebensqualität zu bewahren.
CAR-T und Immuntherapie an vorderster Front
Die Zelltherapie definiert das Behandlungsparadigma für viele hämatologische Krebserkrankungen neu. Produkte auf Basis von CAR-T-Zellen sind bereits für die refraktäre B-Zell-Akute-Lymphoblastische-Leukämie, B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome und das Multiple Myelom zugelassen. Das Feld bewegt sich nun in Richtung eines früheren Einsatzes, mit klinischen Studien, die CAR-T beim ersten Rückfall bei Hochrisikopatienten und sogar bei neu diagnostizierten Fällen testen, bei denen konventionelle Therapien wahrscheinlich versagen werden.
CAR-T-Zellen stellen eine der fortschrittlichsten Grenzen der Immuntherapie dar. Zahlreiche CAR-T-Produkte sind bereits für die klinische Anwendung bei refraktären und resistenten Erkrankungen zugelassen, aber das Ziel verschiebt sich zunehmend in Richtung eines früheren Einsatzes.
Neben CAR-T wurden Immuntherapie und hämatopoetische Stammzelltransplantationen als Therapien genannt, die die Heilungsraten erhöht haben und es einer wachsenden Zahl von Patienten ermöglichen, ihre Krankheit chronisch zu managen.
Präzisionsmedizin und frühe Studien
Die molekulare Diagnostik macht Behandlungen weitaus zielgerichteter. Die biologische Heterogenität von Blutkrebserkrankungen wird nun mit viel größerer Präzision erfasst, was es Klinikern ermöglicht, Therapien auszuwählen, die über die traditionelle Chemotherapie hinausgehen. Diese Verschiebung war besonders vorteilhaft für ältere Patienten, wie beispielsweise solche mit akuter myeloischer Leukämie, die jetzt wirksame und weniger toxische Medikamente zur Verfügung haben.
Die Forschung der letzten 10 Jahre hat einen außergewöhnlichen Sprung gemacht: Sie hat nicht nur Leben verlängert und Patienten geheilt, die zuvor keine Aussicht auf Genesung hatten, sondern auch die Lebensqualität erheblich verbessert.
Eine von AIL finanzierte prospektive Studie zu CAR-T beim Myelom sammelt klinische Daten und biologische Proben in ganz Italien, mit dem Ziel, Biomarker zu identifizieren, die vorhersagen, welche Therapie für jeden Patienten am besten geeignet ist.
Über die Heilung hinaus: Unterstützung chronisch Kranker
Da viele Patienten heute jahrelang mit ihrer Erkrankung leben, baut AIL seine Unterstützungsdienste über die Forschungsförderung hinaus aus. Case AIL, häusliche Pflege, psychologische und Ernährungsberatung sind Teil der Bemühungen, Menschen auf dem gesamten Therapieweg zu begleiten. Der Verband betonte, dass fast 500.000 Italiener eine Blutkrebserkrankung als chronische Krankheit bewältigen, was eine nachhaltige, umfassende Versorgung unerlässlich macht.
Forschungsinvestitionen und nationale Koordination
Im Jahr 2025 finanzierte AIL 206 Forschungsprojekte zu Blutkrankheiten und unterstützte 111 hämatologische und Transplantationszentren mit Personal, Ausrüstung, Medikamenten und speziellen Einrichtungen. Der Verband arbeitet eng mit der Gimema-Gruppe, dem italienischen Netzwerk für unabhängige Erwachsenenhämatologie-Forschung, zusammen und verstärkt 2026 die Kooperationsprojekte mit den wichtigsten wissenschaftlichen Gesellschaften. Neue Initiativen zielen auf myelodysplastische Syndrome, pädiatrische akute lymphoblastische Leukämie, seltene kutane Lymphome und den Einsatz von Digital-Twin-Modellen ab, begleitet von spezialisierten Ausbildungsprogrammen.

