
Ausfall des britischen Flugsicherungssystems führt zur Streichung von über 1.000 Flügen und legt Starts in ganz Europa lahm
Ein technischer Defekt im britischen Flugplanungssystem führte am Dienstag zur Streichung von mehr als 1.000 Flügen und ließ die Fluggesellschaften bis Mittwoch mit versetzten Flugzeugen und Besatzungen kämpfen.
Technischer Defekt und anfängliche Störungen
Am Dienstag, dem 8. September 2026, legte ein technischer Defekt im Flugplanungssystem der National Air Traffic Services (NATS) die Abflüge an britischen Flughäfen lahm. Der Ausfall stoppte den Betrieb an 15 Flughäfen im Vereinigten Königreich, darunter London Heathrow, Gatwick, Stansted und Luton. Die Störungen breiteten sich schnell über London hinaus auf regionale Drehkreuze wie Edinburgh, Manchester und Belfast sowie den Flughafen Dublin in Irland aus. Während einfliegende Flüge in Heathrow und Luton weitgehend ohne größere Beeinträchtigungen landen konnten, stockten die Abflüge stundenlang, sodass Tausende von Passagieren in stehenden Flugzeugen festsaßen. NATS identifizierte die Ursache in seiner Flugdatenverarbeitungssoftware und leitete am späten Dienstagnachmittag Wiederherstellungsmaßnahmen ein.
Wir haben festgestellt, dass die Ursache des Problems unser Flugverarbeitungssystem war. Unsere Ingenieure sind vor Ort und arbeiten daran, den normalen Betrieb so schnell wie möglich wiederherzustellen.
- NATS identifiziert einen Ausfall des Flugplanungssystems, der die Abflüge an britischen Flughäfen stoppt.
- NATS gibt bekannt, dass die Ursache gefunden wurde und Wiederherstellungsmaßnahmen laufen.
- Heathrow verzeichnet 246 gestrichene Flüge, Gatwick 33 Annullierungen während der morgendlichen Erholung.
- NATS-Chef Martin Rolfe sagt gegenüber BBC Radio 4, dass der Defekt kein Cyberangriff war.
Ausmaß der Annullierungen und Flugverspätungen
Die Störung führte am Dienstag zu über 1.000 gestrichenen Flügen im gesamten Vereinigten Königreich, wobei die Independent von etwa 1.300 Annullierungen berichtete. Ryanair strich über 200 Flüge, was rund 150.000 Passagiere betraf, während British Airways 100 Verbindungen annullierte oder umleitete, was Zehntausende weitere betraf. Der Flugverfolgungsdienst Flightradar24 verzeichnete mehrstündige Verspätungen auf europäischen Routen, darunter ein British-Airways-Flug von Heathrow nach Warschau mit einer vierstündigen Verspätung und ein Gatwick-Flug nach Zürich mit über drei Stunden Verspätung. Die tabellarisch erfassten Annullierungen am Dienstag betrafen auch Verbindungen von Heathrow nach Amsterdam, Edinburgh und Zagreb. Obwohl sich die Flugkontrollen am Abend stabilisierten, konnte Heathrow weiterhin keine Nachtflüge durchführen.
Erholung am Morgen und Folgewirkungen
Bis Mittwoch, dem 9. September 2026, begann der Flugbetrieb in Heathrow und Gatwick wieder anzulaufen, obwohl die Flugpläne der Fluggesellschaften weiterhin stark beeinträchtigt waren. Heathrow verzeichnete vor 06:00 Uhr am Mittwochmorgen 246 gestrichene Flüge, Gatwick weitere 33 Annullierungen. Die Fluggesellschaften hatten Schwierigkeiten, Flugzeuge und Besatzungen, die während der Bodenstopps am Dienstag versetzt worden waren, neu zu positionieren. British Airways strich Morgenflüge nach Barcelona, Kreta und Larnaka, während TAP Portugal Flüge nach Lissabon annullierte, KLM einen Amsterdam-Dienst strich und LOT Polish Airlines seinen Heathrow-Dienst einstellte. Die Flughafenbehörden warnten Passagiere davor, ohne bestätigte Flugbestätigungen ihrer Fluggesellschaften zu den Terminals zu reisen.
Wir rechnen mit einem Folgewirkungseffekt im Zusammenhang mit der Neupositionierung von Flugzeugen und Besatzungen.
- London Heathrow
- 246 Flüge
- London Gatwick
- 33 Flüge
Offizielle Reaktion und Branchenkritik
NATS-Chef Martin Rolfe äußerte sich am Mittwochmorgen zu dem Vorfall und erklärte, dass die Ermittler einen Cyberangriff als Ursache des Defekts ausgeschlossen hätten. Rolfe sagte gegenüber BBC Radio 4, dass sich der technische Defekt von früheren Störungen unterschied, die die britische Luftfahrt beeinträchtigt hatten. Der Vorfall erhöhte den wirtschaftlichen Druck auf NATS, das von Fluggesellschaften wie Ryanair und Wizz Air scharf kritisiert wurde. Ryanair hatte zuvor den Rücktritt von Rolfe nach einem NATS-Flugplanausfall im August 2023 gefordert, der den Reiseverkehr von 700.000 Passagieren beeinträchtigte und die Fluggesellschaften über 100 Millionen Pfund an Rückerstattungen und Entschädigungen kostete. Auf diesen Vorfall folgte im Juli 2025 ein Radarausfall, der die britischen Flüge für mehr als vier Stunden lahmlegte.


