
FIFA entlastet VAR-Schiedsrichter Shaun Evans nach Wirbel um Handzeichen bei der Weltmeisterschaft
Der australische Video-Assistent Shaun Evans wurde von Vorwürfen entlastet, nachdem ein Handzeichen während des 7:1-Sieges Deutschlands gegen Curaçao als rechtsextremes White-Power-Symbol interpretiert worden war und das Antirassismus-Netzwerk FARE seinen Ausschluss vom Turnier gefordert hatte.
Die Geste
Während der Übertragung des 7:1-Sieges Deutschlands gegen Curaçao in Houston zeigten Kameras den australischen Video-Assistenten Shaun Evans im VAR-Raum in Dallas, wie er mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis bildete und die anderen Finger ausstreckte. Die Sequenz dauerte einige Sekunden. Nutzer in sozialen Medien stellten schnell eine Verbindung zum „OK“-Handzeichen her, das von rechtsextremen Gruppen als White-Power-Symbol verwendet wird, obwohl die Geste in vielen Kulturen und beim Tauchen auch harmlose Bedeutungen hat.
Reaktionen und Forderung von FARE
Das Antidiskriminierungs-Netzwerk Football Against Racism in Europe (FARE) kritisierte den Vorfall und forderte Konsequenzen; der Offizielle solle keine weitere Rolle bei dem Turnier spielen. Der Weltverband FIFA erkannte den Vorfall zwar an, äußerte sich jedoch zunächst nicht öffentlich.
Ein weltweites Fernsehpublikum sollte nicht mit rechtsextremen Personen konfrontiert werden, die Neonazi-Symbole verwenden. Es ist klar, dass dieser Offizielle bei dieser Weltmeisterschaft keine weitere Rolle mehr spielen sollte.
Evans’ Erklärung
Später gab Evans gegenüber mehreren Medien eine Stellungnahme ab. Er erklärte, die Bewegung sei ein unwillkürliches, unbewusstes Zucken gewesen und er sei sich dessen in diesem Moment nicht bewusst gewesen.
Später während des Spiels aufgenommene Bilder zeigten, dass ich diese Bewegung viele Male wiederholte, während ich einen Stift zwischen den Fingern hielt.
Er fügte hinzu:
Ich möchte klarstellen, dass ich in keiner Weise absichtlich eine Handbewegung oder ein Symbol gemacht habe, um eine Botschaft, eine Zugehörigkeit, ein Spiel oder eine Weltanschauung irgendeiner Art zu vermitteln.
Die Entscheidung der FIFA
Nach Prüfung der Angelegenheit teilte die FIFA mit, dass sie keine Beweise für Verstöße gegen ihren Disziplinarkodex gefunden habe. Der Weltverband verhängte keine Sanktionen. Evans drückte sein Bedauern darüber aus, dass die Geste falsch interpretiert wurde, und sagte, die Berichterstattung spiegele nicht wider, wer er sei.
Spielergebnis
Während sich die Kontroverse entfaltete, feierte die deutsche Mannschaft ihren zehnten Sieg in Folge. Felix Nmecha (6. Minute), Nico Schlotterbeck (38.), Kai Havertz (45.+5 per Elfmeter und 88.), Jamal Musiala (46.), Nathaniel Brown (68.) und Deniz Undav (78.) trafen für Deutschland. Livano Comenencia glich kurzzeitig in der 21. Minute für Curaçao aus. Das Ergebnis war Deutschlands zweithöchster Weltmeisterschaftssieg nach dem 8:0 gegen Saudi-Arabien im Jahr 2002.

