
Vier Festnahmen nach Bombenanschlag auf italienischen Investigativjournalisten Sigfrido Ranucci
Die italienische Polizei nahm am 30. Juni 2026 vier Personen fest, die für den Bombenanschlag im Oktober 2025 verantwortlich sein sollen, bei dem zwei Autos des Investigativjournalisten Sigfrido Ranucci vor dessen Haus bei Rom zerstört wurden.
Am 30. Juni 2026 nahmen italienische Carabinieri vier Personen fest, die für den Bombenanschlag auf Sigfrido Ranucci, den Moderator der investigativen Rai-Sendung Report, im Oktober 2025 vor seinem Haus in Pomezia verantwortlich sein sollen. Die Festnahmen krönen eine achtmonatige, von Staatsanwalt Carlo Villani geleitete Ermittlung.
Der Anschlag
Am Abend des 16. Oktober 2025 detonierte ein Sprengsatz vor dem Tor von Ranuccis Residenz in Pomezia bei Rom. Die Explosion zerstörte zwei auf der Straße geparkte Autos, die Ranucci und seiner Tochter gehörten, und beschädigte eine Grundstücksmauer. Ranucci, der aufgrund früherer Drohungen bereits eine Sicherheitsbegleitung hatte, wurde nicht verletzt.
Die Festnahmen und die Tatverdächtigen
Bei den Festgenommenen handelt es sich um Antonio Passariello, Saverio Mutone, Pellegrino D'Avino und Marika De Filippi. Passariello und Mutone wohnen in Avella in der Provinz Avellino, De Filippi und D'Avino ebenfalls, während Passariello aus Cicciano in der Provinz Neapel stammt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gruppe gegen eine Zahlung von mehreren tausend Euro im Auftrag handelte. Ihnen werden Besitz und Gebrauch von Sprengstoff, Sachbeschädigung und Bedrohung vorgeworfen, erschwert durch mafiaähnliche Methoden. Passariello und Mutone waren zuvor bereits mit organisierter Kriminalität und Drogenhandel in Verbindung gebracht worden; De Filippi, die Freundin von D'Avino, hatte keine Vorstrafen und wurde unter Hausarrest mit einer elektronischen Fußfessel gestellt.
- Bombe vor Ranuccis Haus in Pomezia explodiert, zerstört zwei Autos und beschädigt eine Mauer.
- Passariello prahlt in abgehörtem Gespräch über den Anschlag, sagt „Mi pagano“ (sie bezahlen mich).
- Weiteres abgehörtes Gespräch: Passariello erklärt „La bomba sono andato a mettere là“ (ich bin hingegangen, um die Bombe dort hinzulegen).
- Carabinieri nehmen vier Verdächtige im Raum Avella fest, Anklage wegen Sprengstoffbesitzes und mafiaerschwerter Sachbeschädigung.
Die Suche nach den Drahtziehern
Die vier scheinen die ausführenden Täter zu sein. Wer den Anschlag in Auftrag gegeben hat und was das Motiv war, ist weiterhin unbekannt. Laut der Anordnung der Untersuchungshaft wurde den Verdächtigen Rechtsbeistand und Geld für eine Flucht ins Ausland angeboten: Sie hätten zwischen Spanien, Österreich oder Frankreich wählen können, mit einem Tagegeld von 200 Euro für 10 bis 15 Tage. In abgehörten Gesprächen diskutierte die Gruppe das Angebot, lehnte es jedoch letztlich ab, da sie befürchtete, es könnte eine Falle sein.
Aber was ist, wenn sie mir etwas antun und mich verschwinden lassen?
Die Ermittlungen, die nun von der Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft geführt werden, konzentrieren sich auf die Identifizierung der Auftraggeber.Wir brauchen nicht 200 Euro am Tag für einen Monat.
Prahlereien und abgehörte Gespräche
Entscheidende Beweise lieferten die Worte der Verdächtigen selbst. In einem Gespräch vom März 2026 beschrieb Passariello einem Bekannten den Anschlag:
Er fügte hinzu:Zwei, drei Autos sind explodiert... sie sagten, die Tochter sei drin gewesen... aber als... wir waren zwei Stunden da.
und bestätigte:Eine Hand wäscht die andere... weißt du?
Im April prahlte Passariello erneut:Sie bezahlen mich.
Ein weiterer Verdächtiger, Luca Amato, stimmte ein:Ich bin hingegangen, um die Bombe dort hinzulegen... Ranucci, Journalist, wie heißt der Ort? Ostia!
Der richterliche Haftbefehl stellte fest, dass diese wiederholten Eingeständnisse, zusammen mit übereinstimmenden Aussagen von Mitverdächtigen,Wir haben wirklich bum bum gemacht... was für ein Ding ist da explodiert!
für ihre Beteiligung darstellten.schwerwiegende, präzise und übereinstimmende Anhaltspunkte
Reaktionen
Ranucci sagte am Morgen der Festnahmen auf Rai 3, er habe geahnt, dass etwas kommen würde, aber nichts sei aus den Ermittlungen durchgesickert.
Er fügte hinzu:Er hat mir versprochen, die Ermittlungen abzuschließen, und hat sein Wort gehalten.
Jetzt müssen wir die Einzelheiten verstehen und ob es dahinter noch andere Ebenen gibt.


