
Vier Festnahmen nach Mafia-Bombenanschlag auf Haus von Journalist Sigfrido Ranucci
Die Carabinieri haben am 30. Juni vier Personen in den Provinzen Neapel und Avellino festgenommen, die verdächtigt werden, im Oktober 2025 den Bombenanschlag auf das Haus des Journalisten Sigfrido Ranucci verübt zu haben. Die mutmaßlichen Täter sollen im Auftrag unbekannter Hintermänner gehandelt haben.
Der Anschlag
Am Abend des 16. Oktober 2025 detonierte vor dem Haus des Fernsehjournalisten Sigfrido Ranucci in Torvaianica, einem Ortsteil von Pomezia bei Rom, ein Sprengsatz. Die Explosion zerstörte zwei geparkte Autos Ranuccis und beschädigte die Grundstücksmauer. Verletzt wurde niemand, doch die Wucht der Detonation in einem Wohngebiet stellte ein ernstes Sicherheitsrisiko dar. Die Bombe wurde mit „Gelatina da Cava“ gebaut, einem veralteten, aber äußerst zerstörerischen Sprengstoff aus dem Bergbau.
Die Ermittlungen
Durch eine Queranalyse öffentlicher und privater Videoüberwachung sowie von Mobilfunkdaten gelang es den Ermittlern, die Vorbereitungs-, Durchführungs- und Nachbereitungsphase der Tat zu rekonstruieren. Ein in Kampanien gemieteter Fiat 500 X wurde auf einer Überwachungskamera einer Staatsstraße mehrere Kilometer vom Tatort entfernt identifiziert. Die Fahrt nach Rom und die sofortige Rückkehr nach dem Anschlag deckten sich mit den Bewegungen der von den Verdächtigen genutzten Mobiltelefone, auch während eines früheren Erkundungsbesuchs.
Hinweise auf ein illegales Versorgungsnetz für Sprengstoff.
Die Festnahmen
In den frühen Morgenstunden des 30. Juni 2026 vollstreckten Carabinieri des Provinzkommandos Rom, unterstützt von lokalen Einheiten, Haftbefehle in den Provinzen Neapel und Avellino. Vier Personen befinden sich nun in Gewahrsam: drei in Untersuchungshaft, eine unter Hausarrest. Ihnen werden Besitz, das Mitführen an einem öffentlichen Ort sowie die Verwendung eines Sprengsatzes sowie Bedrohung und Sachbeschädigung vorgeworfen, erschwert durch die Tatbegehung als Teil einer Gruppe von mehr als fünf Personen und unter Anwendung mafiaähnlicher Methoden.
Die Suche nach den Drahtziehern
Die Staatsanwaltschaft der Anti-Mafia-Direktion geht davon aus, dass die vier Männer als Auftragnehmer auf ein konkretes Mandat Dritter handelten, die noch nicht identifiziert sind. Die mutmaßlichen Hintermänner sollen Geld, spezielle Handy-SIM-Karten, rechtliche Unterstützung und Pläne für eine mögliche Flucht ins Ausland bereitgestellt haben. Die Ermittlungen haben auch Versuche der Strafvereitelung zutage gefördert, darunter die Vernichtung von SIM-Karten und Umgebungsüberprüfungen, um mögliche Wanzen zu entdecken – während die Jagd nach den Auftraggebern weitergeht.
- Bombe explodiert vor dem Haus des Journalisten Sigfrido Ranucci in Pomezia
- Vier Verdächtige in den Provinzen Neapel und Avellino festgenommen


