
Explosion im KNDS-Munitionswerk bei Rom: keine Verletzten, Ermittler prüfen Ursache
Eine gewaltige Explosion erschütterte am 13. August 2026 eine KNDS-Munitionsfabrik in Colleferro, etwa 40 km südöstlich von Rom, nachdem ein Feuer in der Pulverpressabteilung des Werks ausgebrochen war. Unter den rund 20 anwesenden Mitarbeitern gab es keine Verletzten.
Explosion im KNDS-Munitionswerk
Eine gewaltige Explosion erschütterte am Donnerstagnachmittag, dem 13. August 2026, das KNDS Ammo Italy-Werk in Colleferro, etwa 40 Kilometer südöstlich von Rom. Der Detonation war ein Brand in der Pulverpressabteilung der Anlage vorausgegangen, wie die italienische Tageszeitung Corriere della Sera berichtete. Feuerwehr und Polizei waren bereits vor Ort, um den Brand zu bekämpfen, als die Explosion erfolgte und eine große pilzförmige Rauchwolke über dem Industriegebiet aufsteigen ließ. Die Detonation war mehrere Kilometer weit zu hören.
KNDS, der deutsch-französische Rüstungskonzern, dem das Werk gehört, bestätigte in einer Stellungnahme, dass keine Verletzten gemeldet wurden. Rund 20 Mitarbeiter waren zum Zeitpunkt des Vorfalls anwesend, von denen alle unverletzt blieben, wie ANSA berichtete. Die italienische Nachrichtenagentur AGI meldete, dass sich die Arbeiter nach dem Auslösen des Alarms in sichere Bereiche der Anlage zurückgezogen hatten, was ihnen ausreichend Zeit gab, in Sicherheit zu gelangen.
Notfallmaßnahmen und offizielle Stellungnahmen
Die Feuerwehr entsandte zehn Rettungskräfte zum Einsatzort. Von der Feuerwehr geteiltes Filmmaterial zeigte dichten Rauch, aber keine sichtbaren Flammen, während Videos in sozialen Medien zunächst den Brand und dann die gewaltige Explosion festhielten. Die Einsatzkräfte arbeiteten weiter daran, die letzten Brandnester zu löschen.
Francesco Rocca, Präsident der Region Latium, gab eine Erklärung ab, in der er die Sicherheit priorisierte.
In diesem Moment hat die absolute Priorität die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten und allen am Notfalleinsatz beteiligten Kräften zu ermöglichen, unter bestmöglichen Bedingungen zu arbeiten.
Der Bürgermeister von Colleferro, Giulio Calamita, postete auf Facebook und rief zur Ruhe und davor, Fehlinformationen zu verbreiten. Er merkte an, dass der Ausgang weitaus schlimmer hätte sein können, wäre der Vorfall nicht während der Sommerferienzeit passiert, als das Werk weitgehend stillgelegt war.
Der Schock ist groß, aber in diesem Moment ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und vor allem keine falschen Informationen zu verbreiten.
Ermittlungen und Ursache
Die Staatsanwaltschaft Velletri ermittelt zu dem Vorfall; ANSA berichtete, dass Brandstiftung zu den Untersuchungsansätzen gehört. Erste, von Ermittlern über Ansa zitierte Erkenntnisse deuteten jedoch darauf hin, dass die Explosion wahrscheinlich durch einen Unfall an einer Pulverpresse verursacht wurde, nicht durch Brandstiftung oder Sabotage. Die genauen Umstände müssen noch geklärt werden.
KNDS erklärte, die Umstände würden von Teams vor Ort untersucht und bewertet, und man könne noch keine bestätigten Details zur Ursache oder zum genauen Ablauf der Ereignisse nennen.
Hintergrund des Werks und früherer Vorfall
Die Anlage in Colleferro, ehemals bekannt als Simmel Difesa, stellt Mittel- und Großkalibermunition für Land- und Seeverteidigungssysteme sowie Festtreibstoffe für Trägerraketen der Luft- und Raumfahrt her. Das Unternehmen gehört zu den Auftragnehmern im Rahmen von Rahmenverträgen der Europäischen Verteidigungsagentur für 155-mm-Munition, die 2023 geschlossen wurden.
Eine frühere Explosion im selben Werk im Oktober 2007 tötete einen Arbeiter und verletzte 13 weitere.
- Im Werk KNDS in Colleferro bricht im Pulverpressbereich ein Feuer aus
- Der Feueralarm gibt den Mitarbeitern Zeit, sich in sicheren Bereichen der Anlage in Sicherheit zu bringen
- Feuerwehr und Polizei reagieren auf den Brand im Werk
- Eine gewaltige Detonation erschüttert die Anlage, während die Einsatzkräfte vor Ort sind; kilometerweit zu hören
- Die Feuerwehr schickt zehn Rettungskräfte; komplexe Löscharbeiten zur Beseitigung der letzten Brandnester dauern an
- Okt. 2007 – Tote
- 1 Personen
- Okt. 2007 – Verletzte
- 13 Personen
- Aug. 2026 – Tote
- 0 Personen
- Aug. 2026 – Verletzte
- 0 Personen
Verbindung zur bulgarischen Fabrikexplosion
Die italienische Explosion ereignete sich nur drei Tage nach einer Detonation in einer Munitionsfabrik in Bulgarien, die von EMKO betrieben wird, einem privaten Rüstungsunternehmen des Geschäftsmanns Emilian Ghebrev. Wie bei dem italienischen Vorfall ging auch der bulgarischen Explosion ein Brand voraus. Ghebrev war 2015 Ziel eines Attentatsversuchs, der dem russischen Militärgeheimdienst GRU zugeschrieben wurde. Sowohl italienische als auch bulgarische Behörden haben sich bei der Zuschreibung der Vorfälle zu Sabotage zurückgehalten.


