
18-jähriger Ukrainer wegen versuchten Mordes nach Messerangriff auf Polin in Wrocław angeklagt
Der Tatverdächtige, Dmytro M., stach am Samstagabend auf einem Treppenhaus mehrfach auf das 30-jährige Opfer ein, traf Hals und Brust. Sie wurde am Montag aus dem Krankenhaus entlassen; die Staatsanwaltschaft beantragte drei Monate Untersuchungshaft.
Der Angriff
Am Samstag, den 1. August, gegen 21:00 Uhr, griff ein 18-jähriger ukrainischer Staatsbürger eine 30-jährige Polin mit einem Messer im Treppenhaus eines Wohnhauses in der ul. Gagarina im Stadtteil Muchobór Wielki in Wrocław an. Der später als Dmytro M. identifizierte Tatverdächtige folgte der Frau in das Gebäude und stach mehrfach auf ihren Hals und ihre Brust ein. Nachbarn, die den Lärm hörten, eilten zur Hilfe und versuchten, das Opfer bei Bewusstsein zu halten, bis der Rettungsdienst eintraf. Der Angreifer floh, wurde aber kurz darauf von der Kriminalpolizei der Wache Fabryczna festgenommen.
Die Frau befindet sich derzeit in einem lebensbedrohlichen Zustand im Krankenhaus. Kurz nach dem Vorfall nahmen Beamte der Kriminalabteilung den Angreifer fest. Es handelt sich um einen 18-jährigen ukrainischen Staatsbürger.
Festnahme und Anklage
Am Montag, den 3. August, wurde der Tatverdächtige der Bezirksstaatsanwaltschaft Wrocław-Fabryczna vorgeführt. Jakub Dłubacz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wrocław (Prokuratura Okręgowa we Wrocławiu), gab bekannt, dass Dmytro M. wegen versuchten Mordes angeklagt wurde, indem er Stichverletzungen in lebenswichtigen Bereichen, darunter Hals und Brust, zugefügt habe. Der Tatverdächtige gestand nicht und weigerte sich, Angaben zu seinem Motiv oder zum Tatablauf zu machen.
Der Tatverdächtige hat die ihm vorgeworfene Tat nicht eingeräumt und lehnte es ab, Angaben zu machen, sowohl zum Grund als auch zum Ablauf des Vorfalls.
Die Anklage sieht eine Mindeststrafe von zehn Jahren Freiheitsstrafe vor, bis zu lebenslänglich. Der Staatsanwalt beantragte beim Bezirksgericht Wrocław-Fabryczna drei Monate Untersuchungshaft mit der Begründung, dass nur eine isolierende Maßnahme das Verfahren sichern könne.
- Ein 18-jähriger ukrainischer Mann greift eine 30-jährige Polin mit einem Messer im Treppenhaus auf der ul. Gagarina in Wrocław an.
- Polizei nimmt den Tatverdächtigen kurz nach dem Angriff fest; Opfer wird in lebensbedrohlichem Zustand ins Krankenhaus gebracht.
- Das ukrainische Generalkonsulat in Wrocław gibt eine Erklärung ab, in der es die Gewalt verurteilt.
- Tatverdächtiger der Staatsanwaltschaft vorgeführt, Anklage wegen versuchten Mordes; er weigert sich zu gestehen. Opfer aus dem Krankenhaus entlassen.
- Staatsanwalt beantragt drei Monate Untersuchungshaft.
Zustand des Opfers
Die 30-jährige Frau wurde unmittelbar nach dem Angriff in einem lebensbedrohlichen Zustand in das Militärkrankenhaus in Wrocław eingeliefert. Bis Montag hatte sich ihr Zustand so weit gebessert, dass sie entlassen werden konnte. Ein Krankenhaussprecher teilte TVN24 mit, dass die Patientin in gutem Allgemeinzustand entlassen wurde und keiner weiteren Krankenhausbehandlung bedurfte. Zuvor hatte die Polizei ihren Zustand als kritisch beschrieben.
Reaktionen
Das ukrainische Generalkonsulat in Wrocław gab am Sonntagnachmittag eine Erklärung ab, in der es sein Bedauern über den Vorfall ausdrückte und alle Formen von Gewalt entschieden verurteilte. Das Konsulat betonte, dass der Täter nach polnischem Recht zur Rechenschaft gezogen werden sollte, und wies darauf hin, dass die überwältigende Mehrheit der Ukrainer in Polen gesetzestreue Einwohner seien, die arbeiten, studieren und Steuern zahlen.
Wir verurteilen entschieden alle Erscheinungsformen von Gewalt und Aggression, unabhängig davon, wer Täter und wer Opfer ist. Eine Person, die eine Straftat begeht, sollte nach dem geltenden Recht der Republik Polen zur Rechenschaft gezogen werden.
Auch der polnische Innenminister Marcin Kierwiński äußerte sich über soziale Medien zu dem Fall, lobte das Vorgehen der Polizei und erklärte Null Toleranz gegenüber Kriminellen und Hass.
Der Täter wurde festgenommen. Gute Arbeit der Polizei. Null Toleranz gegenüber Kriminellen und Hass.
Wie es weitergeht
Der Antrag der Staatsanwaltschaft auf Untersuchungshaft liegt nun dem Gericht vor. Wird er bewilligt, bleibt Dmytro M. für bis zu drei Monate in Untersuchungshaft, während die Ermittlungen fortgesetzt werden. Der Tatverdächtige und das Opfer kannten sich nicht. Nach Angaben des Opfers, über die polnische Medien berichteten, hatte der Mann sie im Bus nach dem Weg gefragt, war ihr dann von der Haltestelle aus gefolgt und direkt hinter ihr ins Treppenhaus eingetreten. Die Ermittlungen dauern an.


