
Sechs Monate nach Brand mit 41 Toten entschuldigt sich Crans-Montana-Präsident Nicolas Féraud bei erster Versammlung
Knapp sechs Monate nach dem Silvesterbrand in der Bar Le Constellation mit 41 Toten und über 100 Verletzten wandte sich Crans-Montana-Präsident Nicolas Féraud in einer angespannten Versammlung an 378 Bürger und sprach offizielle Entschuldigungen für die Tragödie aus.
Öffentliche Ansprache nach monatelangem Schweigen
Knapp sechs Monate nach dem Silvesterbrand in der Bar Le Constellation mit 41 Toten und über 100 Verletzten stand Crans-Montana-Präsident Nicolas Féraud am Dienstag vor 378 Bürgern in einer Gemeindeverwaltung. Seit einer Pressekonferenz am 6. Januar hatte er sich nicht mehr öffentlich geäußert. Zu Beginn der Sitzung sprach er eine formelle Entschuldigung aus und hielt mit dem Saal eine Schweigeminute ab.
Im Namen des Gemeinderats entschuldige ich mich bei den Familien, den Opfern und ihren Angehörigen für den Schmerz und die Trauer, die sie durchmachen.
Vier Familienangehörige von Opfern hängten kurz vor Beginn der Sitzung A4-Porträtfotos ihrer Gesichter auf, um der Tragödie ein menschliches Gesicht zu geben. Die Versammlung fand in einer Mehrzweckhalle statt, die für 580 Teilnehmer vorbereitet war; Dutzende weitere verfolgten die Sitzung draußen auf einer Großleinwand.
Inspektionen und Sicherheitszusagen
Patrick Clivaz, der für die öffentliche Sicherheit zuständige Gemeinderat und einer der Beamten, gegen die ermittelt wird, kündigte an, dass alle öffentlichen Einrichtungen bis Jahresende überprüft würden. 56 Inspektionen seien bereits abgeschlossen. Er bezeichnete den Schritt als Antwort des Rates auf die durch die Katastrophe offenbarten Mängel.
Alle öffentlichen Einrichtungen werden bis Jahresende überprüft. Dies ist die Antwort des Gemeinderats auf die festgestellten Mängel.
Eine verletzte Gemeinde und eine dauerhafte Gedenkstätte
Féraud räumte die tiefen Narben ein, die die Gemeinde davongetragen habe, und sagte, die Wunde werde nie vollständig heilen. Der Rat bestätigte, dass er sich an einem vom Bundesrat eingerichteten runden Tisch beteiligen werde. Mit dem Kanton Wallis haben Gespräche zur Einrichtung einer dauerhaften Gedenkstätte begonnen, und für den 1. Januar 2027 ist eine Gedenkfeier geplant.
Diese Wunde hat unsere Gemeinde und ihre Bewohner gezeichnet. Sie wird nie vollständig aus unseren Erinnerungen verschwinden.
Rücktrittsforderungen und strafrechtliche Ermittlungen
Während der Fragerunde fragte ein Einwohner, ob die Bürger ein Mitspracherecht über die weitere Anwesenheit bestimmter Ratsmitglieder im Amt haben sollten. Ein anderer forderte Féraud direkt zum Rücktritt auf; dieser lehnte ab. Féraud gehört zu 11 bis 14 Gemeindebeamten (die Zahlen variieren in verschiedenen Berichten), gegen die wegen angeblicher Versäumnisse im Zusammenhang mit dem Brand ermittelt wird. Der Fall hat ein Schlaglicht auf jahrelang vernachlässigte Brandschutzkontrollen und allgemeine Regierungsdefizite in dem Alpenort geworfen.
- Brand in der Bar Le Constellation tötet 41 und verletzt über 100
- Nicolas Féraud hält Pressekonferenz
- Erste Gemeindeverwaltung seit dem Brand; Féraud entschuldigt sich und verspricht Inspektionen
- Alle öffentlichen Einrichtungen bis Jahresende inspiziert
- Gedenkfeier für die Opfer
Regierungsführung und nächste Schritte
Féraud teilte der Versammlung mit, dass die Einrichtung eines Gemeinderats unverzichtbar geworden sei und dass der Prozess innerhalb der Gemeindeverwaltung für die nächste Legislaturperiode bereits im Gange sei. Auch finanzielle Angelegenheiten standen auf der Tagesordnung, wobei die Gemeinde signalisierte, dass sie ab dem Haushaltsjahr 2026 mit dem Aufbau von Budgetreserven beginnen und eine Steuererhöhung vermeiden werde.


