
Deutschland besiegt Elfenbeinküste 2:1 bei der WM; Trainer Faé wirft DFB-Team mangelnden Fairplay vor
Der ivorische Trainer Emerse Faé hat der deutschen Nationalmannschaft nach einer hitzigen 2:1-WM-Niederlage unsportliches Verhalten vorgeworfen und damit die alte Debatte über Fairplay im Fußball neu entfacht.
Spielergebnis
Deutschland kämpfte sich nach einem Rückstand zurück und besiegte die Elfenbeinküste im WM-Gruppenspiel in Toronto mit 2:1. Die Ivorer hatten zur Halbzeit 1:0 geführt, wurden aber letztlich eingeholt, sodass ihr Einzug in die K.o.-Runde auf der Kippe steht. Nach dem Schlusspfiff jedoch wurde das Ergebnis beinahe von den Anschuldigungen der unterlegenen Seite überschattet.
Der Vorfall
Zehn Minuten vor Schluss ging Elfenbeinküste-Verteidiger Wilfried Singo nach einem Zweikampf mit Kai Havertz zu Boden und hielt sich die Rückseite des Oberschenkels. Singo spielte den Ball ins Aus, ging vom Feld und ließ sich dann absichtlich zurück über die Seitenlinie fallen, um eine Unterbrechung zu erzwingen und einen schnellen Einwurf zu verhindern. Der deutsche Linksverteidiger Nathaniel Brown warf den Ball schnell ein, während Singo noch am Boden lag, was auf der ivorischen Bank eine wütende Reaktion auslöste, die in einen verbalen Schlagabtausch zwischen Brown und Faé mündete.
Faés Anschuldigungen
In seiner Pressekonferenz nach dem Spiel ließ Faé keinen Zweifel an seinem Unmut.
Er fügte hinzu:Wir nehmen solche Nationen als Vorbild, um uns weiterzuentwickeln, und ich war ein wenig enttäuscht über den mangelnden Fairplay dieser deutschen Mannschaft.
Faé richtete seinen Frust auch persönlich an Brown:Von einer großen Nation wie Deutschland hätte man mehr Fairplay erwartet, als Singo den Ball wegen einer Verletzung ins Aus gespielt hat.
Ich sagte ihm, er solle bescheiden bleiben.
Die andere Seite
Deutsche Quellen zeichnen ein anderes Bild. Julian Nagelsmann soll über Singos Aktion empört gewesen sein, die der Artikel im Focus als bewussten Versuch beschrieb, den Spielfluss zu unterbrechen, während die Deutschen auf den Sieg drängten. Faés Äußerungen nach dem Spiel ließen diesen Teil der Sequenz aus und konzentrierten sich nur auf Browns Verhalten. Mehrere Berichte weisen darauf hin, dass der ivorische Trainer die fragwürdige Aktion seines eigenen Spielers nicht erwähnte.
Wie es weitergeht
Trotz der Niederlage hat es die Elfenbeinküste noch selbst in der Hand. Ein Unentschieden gegen den Außenseiter Curaçao würde für den erstmaligen Einzug ins Achtelfinale der WM-Geschichte reichen.
Stürmer Amad Diallo ergänzte:Wir haben unser Schicksal selbst in den Beinen.
Wir wollen Geschichte schreiben.


