Makroökonomie · Washington, D.C., New York und London
Lageraufbau in der Industrie gleicht Dienstleistungsschwäche in den Juni-Flash-PMIs aus, während US-Iran-Friedensabkommen vorsichtigen Optimismus schürt
Die Flash-PMI-Daten für Juni zeigen die Industrieländer im niedrigen Gang: Kriegsbedingte Vorziehkäufe beflügeln die Fabriken, während verbrauchernahe Dienstleistungen unter Kostendruck zurückweichen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Adnkronos, Reuters, The Wall Street Journal und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der US-Industrie-PMI erreichte im Juni 55,7 – der höchste Stand seit Mai 2022 – während auch britische Fabriken und die der Eurozone einen vorübergehenden Aufschwung durch den Aufbau von Sicherheitsbeständen angesichts befürchteter Engpässe meldeten.
Der britische Dienstleistungs-PMI fiel auf 48,7, der Wert für die Eurozone blieb bei 48,9; die US-Dienstleistungen expandierten moderat auf 51,3, unterstützt unter anderem durch die FIFA-Weltmeisterschaft.
Der S&P Global-Index für die Beschäftigung in der Industrie fiel auf 47,0 – der schwächste Wert seit Mai 2020, die Pandemie ausgenommen – da Unternehmen aufgrund steigender Rohstoffkosten Stellen abbauten.
Öl notierte bei 77,08 Dollar pro Barrel – der niedrigste Stand seit dem 27. Februar, dem Tag vor Beginn des US-israelischen Krieges mit dem Iran – nach dem Waffenstillstandsabkommen vom 17. Juni.
Die Europäische Zentralbank erhöhte die Zinsen am 11. Juni, obwohl die Juni-PMI-Daten einen nachlassenden Anstieg der Vorleistungspreise zeigten, teilweise aufgrund niedrigerer Energiepreise.
- 17.06.USA und Iran unterzeichnen vorläufiges Waffenstillstandsabkommen
- 23.06.Juni-Flash-PMIs veröffentlicht: USA gesamt 52,2, Großbritannien 49,4, Eurozone 49,5
- 1.07.BOJ-Tankan voraussichtlich: DI der großen Hersteller fällt von +17 auf +15
Auftragslage der Industrie erhält vorübergehenden Aufschwung
Fabriken in den USA, Großbritannien und der Eurozone meldeten für Juni eine stärkere Produktion oder Auftragseingänge, doch die Zuwächse wurden weithin auf den Aufbau von Sicherheitsbeständen durch Unternehmen zurückgeführt, die Engpässe und Preissteigerungen fürchten. Der US-Industrie-PMI stieg auf 55,7 – ein Wert, der zuletzt im Mai 2022 erreicht wurde – während die Industrieproduktion in der Eurozone weiter expandierte, obwohl der Gesamt-PMI auf 51,3 fiel. Britische Hersteller sprachen von einem „vorübergehenden Anstieg“ durch Lageraufbau, obwohl die Neuaufträge auf ein Sechsmonatstief fielen.
„Ein enttäuschender Juni-Flash-PMI deutet darauf hin, dass die Wirtschaft im zweiten Monat in Folge geschrumpft ist, wenn auch nur um 0,1 Prozent und im zweiten Quartal insgesamt nur stagniert.“
Dienstleistungssektor unter Kostendruck
Der Dienstleistungssektor zeigte ein anderes Bild. Der britische Dienstleistungs-PMI fiel auf 48,7 – den schwächsten Wert seit drei Jahren – während der Wert für die Eurozone mit 48,9 im kontraktiven Bereich blieb. Die US-Dienstleistungen legten leicht auf 51,3 zu, unterstützt unter anderem durch die FIFA-Weltmeisterschaft, doch die Beschäftigung im privaten Sektor blieb im zweiten Monat in Folge verhalten. Der Stellenabbau in der US-Industrie erreichte mit 47,0 ein Sechsjahrestief, was S&P Global mit „Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit des jüngsten Nachfrageaufschwungs sowie Sorgen über die steigenden Rohstoffkosten“ begründete.
Ölpreisrückgang und Friedensabkommen bringen etwas Entlastung
Brent-Rohöl notierte am Dienstag bei 77,08 Dollar pro Barrel – der niedrigste Stand seit dem Vorabend des US-israelischen Krieges mit dem Iran am 27. Februar. Der Rückgang folgte auf das Waffenstillstandsabkommen vom 17. Juni zwischen Washington und Teheran. Vizepräsident JD Vance erklärte, die Gespräche in der Schweiz hätten eine „gute Grundlage“ für ein endgültiges Abkommen gelegt, obwohl die Spannungen um die Straße von Hormus und den Libanon anhielten.
„Viele Unternehmen befürchten seit Februar, dass die plötzliche Schließung der Straße von Hormus später in diesem Jahr zu Lieferkettenunterbrechungen führen könnte, und haben daher frühzeitig Aufträge bei Herstellern platziert.“
Zentralbanken beobachten Inflationspuls
Die Europäische Zentralbank hob am 11. Juni die Zinsen an, nachdem kriegsbedingte Energiekosten die Gesamtinflation auf über 3 % getrieben hatten. Die Vorleistungspreise stiegen im Juni jedoch weniger stark, wobei Chris Williamson anmerkte, dass „niedrigere Energiepreise bereits bei den Unternehmen ankommen“. Die bevorstehende Tankan-Umfrage der Bank of Japan wird voraussichtlich zeigen, dass die Stimmung der großen Hersteller von +17 auf +15 gesunken ist, belastet durch denselben Rohstoffpreisschub.
- Vereinigte Staaten
- 52.2 Index
- Vereinigtes Königreich
- 49.4 Index
- Eurozone
- 49.5 Index
Daten aus dem Artikeltext
Eine unsichere zweite Jahreshälfte
Ökonomen bezweifelten, ob der Aufschwung in der Industrie anhalten kann. Veronica Clark von Citigroup erklärte, die heimische Produktion KI-bezogener Güter nehme zu und werde „die gesamte Industrieproduktion in den kommenden Monaten wahrscheinlich weiter ankurbeln“, doch vorgezogene Aufträge könnten sich auflösen, wenn der Frieden hält und sich die Lieferketten normalisieren. Der britische Ökonom Thomas Pugh warnte, dass das Wachstum „im restlichen Jahresverlauf kaum deutlich anziehen“ werde, selbst wenn ein rascher politischer Übergang anhaltende Unsicherheit vermeide.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- AdnkronosBOJ "Tankan" Likely to Show Weaker Manufacturer Sentiment
- ReutersUS factory production flat in May; AI investment supporting manufacturing
- The Wall Street JournalBrent Crude Falls to Lowest Level Since the Start of the U.S.-Iran War
- ReutersUS manufacturing rises on front-loading of orders, but factory employment tumbles to six-year low
- Chris Williamson
- Chefvolkswirt bei S&P Global Market Intelligence
- Samuel Tombs
- Chefvolkswirt USA bei Pantheon Macroeconomics
- Veronica Clark
- Volkswirtin bei Citigroup
- JD Vance
- Vizepräsident der Vereinigten Staaten
- Thomas Pugh
- Chefvolkswirt bei RSM UK
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