
Ehemaliger Soldat der Territorialverteidigung bei TikTok-Livestream in Poznań festgenommen
Die Militärgendarmerie hat am Montag, dem 12. Oktober, mit Unterstützung der Polizei Mateusz R. festgenommen, während dieser live auf TikTok streamte. Die Territorialverteidigungskräfte erklären, er sei am 14. August 2026 wegen Verstoßes gegen die Militärdisziplin entlassen worden.
Festnahme während eines Livestreams
Am Montag, dem 12. Oktober 2026, drangen Beamte in eine Wohnung in Poznań ein, in der Mateusz R., ein ehemaliger Soldat der 12. Großpolnischen Brigade der Territorialverteidigung, live auf TikTok streamte. Medienberichten zufolge forderten die Beamten ihn auf, die Tür zu öffnen, doch er weigerte sich und verlangte, die Rechtsgrundlage für ihr Eindringen zu sehen. Nach etwa einem Dutzend Minuten verschafften sich die Beamten gewaltsam Zutritt; die Übertragung zeigt den Moment, in dem sie eintraten und ihn festhielten. Ein Ausschnitt der Aufnahme verbreitete sich in den sozialen Medien, in dem er sagen hört, die Beamten würden seine Tür aufbrechen und er sei ein glücklicher Mann. Die Festnahme wurde von der Militärgendarmerie mit Unterstützung der Polizei durchgeführt.
Wer die Operation leitete
Ein Sprecher der Polizei von Großpolen sagte, die Militärgendarmerie habe die Hauptmaßnahmen durchgeführt, während Polizeibeamte sie nur unterstützten. Der Sprecher der Militärgendarmerie erklärte, die Maßnahmen seien nach Artikel 308 der Strafprozessordnung erfolgt. Diese Vorschrift erlaubt die Sicherung von Beweisen und dringende Schritte vor der Eröffnung eines förmlichen Verfahrens, wenn die Gefahr besteht, dass Beweise verloren gehen oder verfälscht werden. Radio Poznań berichtete, die Militärgendarmerie führe die Ermittlungen.
Die Darstellung der Armee
Die Territorialverteidigungskräfte (WOT) erklärten, Mateusz R. sei am 14. August 2026 wegen eines Verhaltens entlassen worden, das sie als Verstoß gegen die Militärdisziplin nach Artikel 353 des Gesetzes vom 11. März 2022 über die Landesverteidigung einstuften. Nach Angaben der WOT-Erklärung war Grundlage der Entscheidung die Gesamtheit seiner dokumentierten Medienaktivitäten. Dazu gehörten die illegale Aufnahme und Verbreitung von Filmmaterial vom Gelände der Einheit sowie von Bildern von Soldaten ohne deren Einwilligung oder Wissen. Die Armee führte zudem an, er habe seinen Soldatenstatus, die Uniform, Dienstgradabzeichen und den Namen der Einheit für persönliche Medienarbeit genutzt, und verwies auf die vulgäre Form seiner Inhalte. Der WOT-Sprecher sagte, er sei seit etwa zwei Monaten kein Soldat der Polnischen Streitkräfte mehr, obwohl er sich weiterhin öffentlich als Sergeant einer Pionierkompanie der 12. Brigade präsentiere.
Früherer Konflikt mit Vorgesetzten
Defence24 berichtete, dass Mateusz R. monatelang vor seiner Entlassung Material über seinen Konflikt mit der Führung der Brigade veröffentlichte, Kommandeure kritisierte, sie beleidigte und auf Unregelmäßigkeiten in der Einheit hindeutete. In seinen Aufnahmen nannte er einen Oberst und zwei Oberstleutnants als Ziele seiner Kritik. In einer Aufnahme drohte er Soldaten und sagte, die Pionierkompanie werde ihm „ins Feuer“ folgen. Radio Poznań berichtete, er habe die Offenlegung angeblicher Unregelmäßigkeiten in der Einheit angekündigt. Die Berichte sagen nicht, ob diese Vorwürfe geprüft wurden.
Laufendes Verfahren
Die Bezirksstaatsanwaltschaft Poznań-Grunwald befasst sich über ihre 13. Abteilung für Militärangelegenheiten mit dem Fall. Defence24 berichtet, er solle psychiatrisch beobachtet werden. Die Artikel nennen keine Anklagepunkte und keinen Gerichtstermin. Die WOT-Erklärung war auf den 12. Oktober 2026 datiert.


