Regierung · Jakarta

Indonesien nimmt Ex-Polizeichef Listyo Sigit Prabowo wegen mutmaßlicher Abhörmaßnahmen gegen den Präsidenten fest

Drei Tatverdächtige, darunter nach Angaben indonesischer Medien der frühere Nationalpolizeichef Listyo Sigit Prabowo, wurden am Dienstag, 3. November 2026, wegen mutmaßlich illegaler Telefonüberwachung von Präsident Prabowo Subianto und weiteren Amtsträgern festgenommen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Bloomberg Business, PÚBLICO, NOS und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Foto: Indonesian Marine Corps, Public domain (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. Oktober 2026Tatverdächtige ordnen die Löschung abgefangener Dateien aus dem LIMS an
  2. 30.10.Ein Polizeibeamter erstattet Anzeige, die den Fall ans Licht bringt
  3. 3.11.Auf einer Pressekonferenz wird die Festnahme von drei Tatverdächtigen bekannt gegeben

Drei Tatverdächtige festgenommen

Am Dienstag, 3. November 2026, erklärte der Leiter der Kriminalpolizeibehörde, Asep Safrudin, drei Tatverdächtige seien wegen mutmaßlich illegaler Telefonüberwachung festgenommen worden. Die Behörden haben ihre Namen nicht öffentlich genannt; er bezeichnete sie nur mit den Initialen LSP, ASN und EH. Nach Angaben von Kompas handelt es sich bei den beiden anderen um Ahrie Sonta Nasution, Leiterin der Rechtsabteilung der Polizei, und Eko Hadi Santoso, einen Generalinspekteur. Indonesische Medien nannten den früheren Nationalpolizeichef Listyo Sigit Prabowo als einen der Tatverdächtigen. Er wurde am 1. Oktober von diesem Posten entfernt und später bei einer Regierungsumbildung zum Leiter des Präsidialsekretariats ernannt. Die drei werden im Gewahrsamszentrum des Hauptquartiers der Nationalpolizei festgehalten, während eine vierte Person mit den Initialen SU weiterhin als Zeuge vernommen wird.

Wie der Fall ans Licht kam

Der Fall kam am 30. Oktober 2026 ans Licht, als mehrere Polizeibeamte, die von den mutmaßlichen Abhörmaßnahmen erfahren hatten, eine Anzeige erstatteten. Die Ermittler haben seither 10 Zeugen und drei Sachverständige vernommen und 11 Mobiltelefone, ein iPad und vier USB-Sticks sichergestellt.

Bislang sichergestellte Beweismittel und vernommene ZeugenAnzahl
Sichergestellte Mobiltelefone
11 Anzahl
Sichergestellte iPads
1 Anzahl
Sichergestellte USB-Sticks
4 Anzahl
Vernommene Zeugen
10 Anzahl
Vernommene Sachverständige
3 Anzahl

Daten aus dem Artikeltext

Laut Asep ordneten die Tatverdächtigen zwischen 2025 und 2026 an, mehrere Rufnummern ohne Prüfung in das Lawful Interception Management System (LIMS) der Polizei einzugeben, woraufhin diese Nummern abgehört wurden. Im Oktober 2026 hätten die Tatverdächtigen die Löschung abgefangener Dateien aus dem System angeordnet, ein Schritt, der nach Einschätzung der Polizei der Beweisvernichtung dienen sollte. Asep betonte, die Abhörmaßnahmen hätten keine Grundlage in irgendeinem polizeilichen Verfahren gehabt.

„Dann wurden diese Nummern abgehört, ohne dass ein Zusammenhang mit irgendeinem Strafverfolgungsverfahren bestand, sei es ein Ermittlungs- oder ein Strafverfahren, und zwar nach den geltenden Gesetzen.“

Asep Safrudin

Wer mutmaßlich Ziel war

Asep sagte, die abgefangenen Gespräche hätten dem Präsidenten, Staatsbeamten, Politikern, Medienvertretern, Anführern von zivilgesellschaftlichen Gruppen und NGOs sowie Unternehmern gehört. Die Polizei hat erklärt, die Nummer des Präsidenten sei unter den abgehörten gewesen. Die Ermittler verweisen für die Abhörmaßnahmen auf den Zeitraum von 2025 bis 2026. Ein Motiv für die Aktion haben die Behörden nicht bekannt gegeben.

Vorwürfe und das weitere Vorgehen

Minister Yusril Ihza Mahendra sagte, den drei Beschuldigten würden mehrere Straftaten vorgeworfen. Der schwerwiegendste Vorwurf sieht für das rechtswidrige Abfangen nichtöffentlicher elektronischer Kommunikation bis zu 10 Jahre Haft vor. Zwei weitere Delikte, darunter die Löschung von Daten, werden mit bis zu sechs Jahren bestraft. Der Minister sagte, die Ermittler hätten keine Hinweise darauf, dass die Tatverdächtigen die Sicherheit Indonesiens gefährden wollten, wenngleich sich dies ändern könne, sollten sie Staatsgeheimnisse an andere weitergegeben haben.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Jakarta · Indonesien

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