
Vier europäische Telekomkonzerne prüfen gemeinsames Gebot für 2-GHz-Spektrum, um Abhängigkeit von Starlink zu verringern
Deutsche Telekom, Orange, Vodafone und Telefónica führen Vorgespräche über ein gemeinsames Vorgehen bei 2-GHz-Frequenzen, während die EU-Telekomminister am 13. Oktober in Limerick zusammenkommen.
Vier Betreiber prüfen gemeinsames Gebot für Frequenzen
Deutsche Telekom, Orange, Vodafone und Telefónica führen Vorgespräche darüber, ihre Kräfte zu bündeln, um Schlüsselfrequenzen für Satellitendienste zu sichern, die Mobiltelefone direkt erreichen, wie POLITICO berichtet. Das 2-GHz-Band ist wichtig für satellitengestützte Mobilfunkkonnektivität, und die Frequenzen sollen im kommenden Jahr wieder verfügbar werden. Zwei mit den Gesprächen vertraute Quellen bestätigten den Plan gegenüber POLITICO; Bloomberg hatte bereits vor Emmanuel Macrons Rede am 10. September darüber berichtet. Die Europäische Kommission prüft ein Vergabeverfahren, das einen Teil der Ressourcen für europäische Unternehmen reservieren könnte. Michaël Trabbia, Executive Vice President von Orange, sagte, der Konzern erwäge die Idee, wollte aber keine Details nennen. Er fügte hinzu, Orange wolle den Dienst Kunden anbieten, ohne dass ein einzelner dominanter Akteur entstehe. Vodafone lehnte eine Stellungnahme ab, während Deutsche Telekom und Telefónica nicht auf Anfragen reagierten.
Macrons Appell und das Ziel Starlink
Auf dem International Space Summit in Paris drängte Macron Europas führende Raumfahrtakteure, eine neue Allianz zu bilden, die die gemeinsame Satellitenkapazität stärken soll. Das erklärte Ziel ist Zusammenarbeit, doch das eigentliche Ziel ist Starlink, das Satellitennetzwerk von SpaceX, dem von Elon Musk geführten Unternehmen. Europa verfügt über eigene Satellitensysteme, doch Starlink hält einen großen Vorsprung bei schnellem Internet aus dem niedrigen Orbit, vor allem weil es dort viele Satelliten betreibt. Die Abhängigkeit von dem System zeigt sich am deutlichsten in der Ukraine, wo es eine Schlüsselrolle in der militärischen Kommunikation spielt. Starlink hofft, mit diesen Frequenzen mobile Dienste anbieten zu können, ohne mit lokalen Telekommunikationsbetreibern zusammenzuarbeiten. Der EU-Abgeordnete Michał Kobosko argumentierte, Europa dürfe die vollständige Kontrolle über seine Satellitenkommunikation nicht an Unternehmen mit Sitz außerhalb Europas abgeben. SpaceX reagierte nicht auf die Anfrage von POLITICO nach einer Stellungnahme.
Das EU-Regelwerk und die 2-GHz-Vergabe
Die EU-Telekomminister treffen sich am 13. Oktober in Limerick, Irland, um einen Gesetzesvorschlag zu erörtern, der führenden europäischen Betreibern den Zugang zu diesen Diensten erleichtern könnte. Der Entwurf der Kommission vom Mai legt gemeinsame Regeln für die Auswahl von Diensteanbietern in der gesamten EU fest. Die derzeitigen Genehmigungen laufen im Mai 2027 aus, und der Entwurf würde bestehenden Nutzern während einer Übergangsphase eine Verlängerung um zwei Jahre gewähren. Laut Reuters würden zwei Drittel des Bands kommerziellen Diensten dienen, hälftig aufgeteilt zwischen Betreibern aus der EU und außerhalb. Das Konsortium will auf den für europäische Unternehmen reservierten Teil bieten, was allerdings nicht bedeutet, dass Starlink vollständig ausgeschlossen würde. Der Vorschlag befindet sich noch im Gesetzgebungsverfahren, und das Konsortium ist noch nicht zustande gekommen.
Europas eigener Satellitenvorstoß
Iceye, ein polnisch-finnisches Unternehmen unter der Leitung von Rafał Modrzewski, arbeitet ebenfalls daran, Europas Position im Weltraum zu stärken. Anfang Oktober unterzeichnete es eine Vereinbarung mit dem finnischen Unternehmen Nokia über den Aufbau europäischer Satellitenkommunikationssysteme zur Unterstützung und Verteidigung von EU-Staaten. Modrzewski betonte das Prinzip hinter dem Vorhaben:
Länder müssen die vollständige Kontrolle über ihre Kommunikation haben können, ohne von den Bedingungen abhängig zu sein, die ein ausländischer kommerzieller Betreiber für seine Dienste festlegt.
Die Direct-to-Device-Technologie kann Mobilfunknetze in abgelegenen Gebieten oder nach Infrastrukturausfällen ergänzen. Nicht jedes Telefon wird sie sofort nutzen können, denn Konnektivität im MSS-Band kann spezielle Chipsätze erfordern, die nur begrenzt verfügbar sind. Starlink lehnt den Vorschlag ab und warnt vor Störungen, auch bei der Notfallkommunikation in der Ukraine. Diese Warnung ist die Haltung des Unternehmens, nicht eine bestätigte Folge der EU-Regeln.
Wichtige Termine
Die Abfolge beginnt mit Macrons Appell in Paris am 10. September. Iceye und Nokia unterzeichneten ihre Vereinbarung Anfang Oktober, und die EU-Telekomminister treffen sich am 13. Oktober in Limerick. Die derzeitigen Genehmigungen laufen im Mai 2027 aus, und der Entwurf schlägt eine Verlängerung um zwei Jahre für bestehende Nutzer vor. Das Konsortium ist noch nicht zustande gekommen, und der EU-Entwurf befindet sich noch im Gesetzgebungsstadium.
- Macron fordert auf dem International Space Summit in Paris eine europäische Allianz für Satellitenkommunikation
- Iceye und Nokia unterzeichnen eine Vereinbarung über den Aufbau europäischer Satellitenkommunikationssysteme
- EU-Telekomminister treffen sich in Limerick, Irland, um den Gesetzesvorschlag zu erörtern
- Die derzeitigen 2-GHz-Genehmigungen laufen aus, und der Entwurf schlägt eine Verlängerung um zwei Jahre für bestehende Nutzer vor