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Diplomatie·vor 2 Std.

Italiens Meloni drängt auf EU-Grenzkoordination, während sich der Bundibugyo-Ebola-Ausbruch in Zentralafrika ausbreitet

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union aufgefordert, die Koordinierung der Grenzüberwachung angesichts des Ausbruchs des Bundibugyo-Ebola-Virus in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda zu verstärken, während die WHO über 900 Verdachtsfälle meldet.

Italiens Forderung nach EU-Maßnahmen

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat formell eine verstärkte Koordinierung der Grenzüberwachung durch die Europäische Union gefordert, um das Risiko des Ausbruchs des Bundibugyo-Ebola-Virus (BVD) in Zentralafrika zu bewältigen. In einem Schreiben an den EU-Ratspräsidenten Nikos Christodoulides, den Präsidenten des Europäischen Rates António Costa und die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen drängte Meloni auf die Annahme gemeinsamer Regeln für den Umgang mit direkten und indirekten Ankünften aus betroffenen Gebieten. Eine Erklärung von Palazzo Chigi betonte, dass Italien die epidemiologische Lage in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda für äußerst besorgniserregend hält.

Ziel ist es, unter Wahrung der nationalen Zuständigkeiten im Gesundheitsschutz, eine verstärkte Koordinierung der Grenzüberwachung durch gemeinsame Regeln für die Verwaltung direkter und indirekter Ankünfte aus den betroffenen Gebieten anzuregen.

Palazzo Chigi

Reaktion der Europäischen Kommission

Die Europäische Kommission bestätigte den Eingang von Melonis Schreiben und sagte eine Antwort zu gegebener Zeit zu. Kommissionssprecherin Eva Hrncirova erklärte, der Schutz der öffentlichen Gesundheit bleibe die oberste Priorität der Kommission und die Lage erfordere Wachsamkeit und Koordinierung. Die EU mobilisiere Hilfsgüter, logistische Ressourcen, Expertenunterstützung und Instrumente der Gesundheitssicherheit, um die betroffenen Länder bei der Eindämmung der Epidemie und der Verringerung des weiteren Übertragungsrisikos zu unterstützen.

Wir verfolgen die Entwicklung der Lage genau, die Wachsamkeit und Koordinierung erfordert. Wir verfügen über die Kanäle und Instrumente, um schnell zu handeln.

Der Ausschuss für Gesundheitssicherheit hat im Einvernehmen mit den Mitgliedstaaten letzte Woche eine Stellungnahme abgegeben, wonach die wichtigste Maßnahme in dieser Phase die Ausreiseuntersuchung aus den betroffenen Regionen ist. Vertreter der Mitgliedstaaten erörtern zudem regelmäßig das Reiseverkehrsmanagement aus der Demokratischen Republik Kongo und Uganda.

Ausmaß des Ausbruchs und WHO-Daten

Die Weltgesundheitsorganisation hat 906 Verdachtsfälle von Ebola in der Demokratischen Republik Kongo gemeldet, darunter 223 Todesfälle, die untersucht werden. Uganda hat sieben bestätigte Fälle gemeldet, von denen drei aus der DR Kongo eingeschleppt wurden, mit einem Todesfall. Der Ausbruch, der mit dem Bundibugyo-Stamm des Virus in Verbindung gebracht wird, begann Mitte Mai und hat internationale Besorgnis ausgelöst.

Gemeldete Ebola-Fälle und Todesfälle (Bundibugyo-Stamm, Mai 2026) · cases
DRK Verdachtsfälle
906 cases
DRK mutmaßliche Todesfälle
223 cases
Uganda bestätigte Fälle
7 cases
Uganda importierte Fälle
3 cases
Uganda Todesfälle
1 cases

Nationale Maßnahmen Italiens

Auf nationaler Ebene hat das italienische Gesundheitsministerium in Abstimmung mit dem Katastrophenschutz Leitlinien für gezielte Gesundheitsüberwachung und Überwachungsprotokolle für Reisende aus betroffenen Regionen herausgegeben. Ein Expertenteam des römischen Spallanzani-Instituts wird bereits an diesem Wochenende nach Kinshasa in der DR Kongo entsandt, um technische Hilfe zu leisten, medizinische Hilfsgüter und Arzneimittel zu liefern und die epidemiologische Überwachung zu verstärken. Die Mission wurde vom italienischen Außen- und Gesundheitsministerium, dem Katastrophenschutz und dem Auslandsnachrichtendienst arrangiert.

Negativer Test für zurückkehrenden Arzt

Ein italienischer Arzt von Ärzte ohne Grenzen, der in der DR Kongo Kontakt zu Ebola-Patienten hatte, wurde am Spallanzani-Krankenhaus in Rom negativ auf das Virus getestet. Der Chirurg, der über Nacht nach Rom zurückkehrte, ist symptomfrei, willigte jedoch freiwillig in den Test ein und bleibt in der Einrichtung in Quarantäne. Das Gesundheitsministerium bekräftigte, dass es in Italien keinen Ebola-Alarm gebe und dass die Vorbereitungs- und Überwachungsaktivitäten von Anfang an aktiv gewesen seien, mit einer kontinuierlichen Überwachung der epidemiologischen Lage in Abstimmung mit nationalen und lokalen Gesundheitsbehörden.

Es gibt keinen Ebola-Alarm in Italien.

Italian Ministry of Health

Vorgeschlagene nächste Schritte

Meloni hat vorgeschlagen, das Grenzmanagement auf der für den 18. und 19. Juni angesetzten Tagung des Europäischen Rates zu erörtern. Die italienische Regierung hat zudem eine Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister zur Koordinierung der Grenzüberwachung bereits für nächste Woche beantragt und fordert, dass auf der EPSCO-Ratstagung am 16. Juni operative Prioritäten vereinbart werden. Diese diplomatischen Schritte zielen darauf ab, vor einer möglichen Eskalation des Ausbruchs einen einheitlichen europäischen Ansatz zu sichern.

Rom · Kinshasa · Kampala

8 Quellen

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