Migration · Brüssel, Kabul und Leipzig
EU führt erste Gespräche mit den Taliban in Brüssel zur Beschleunigung von Abschiebungen – politischer Gegenwind
Die Europäische Kommission und 15 Mitgliedstaaten führten am Dienstag in Brüssel ein nicht-öffentliches Treffen mit Vertretern der Taliban, um über die Abschiebung straffällig gewordener afghanischer Staatsangehöriger zu beraten. Dies stieß auf heftige Kritik von EU-Abgeordneten und Menschenrechtsorganisationen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von EL PAÍS, LaSexta, La Razón und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Eine Taliban-Delegation traf am Dienstag in Brüssel mit EU-Beamten zusammen, um über Abschiebungen afghanischer Straftäter zu sprechen – der erste derartige Besuch seit 2021.
Deutschland hat ein bilaterales Abkommen für bis zu drei monatliche Charterflüge geschlossen, das Taliban-Konsularbeamten erlaubt, Identitäten zu überprüfen.
EU-Abgeordnete fordern Aufklärung; Raquel García Hermida-Van der Walle reicht dringende Fragen ein; Menschenrechtsgruppen werfen der EU Legitimierung der Taliban vor.
Die Taliban sagen, das Treffen habe die Wiederaufnahme konsularischer Dienste und vertrauensbildende Maßnahmen umfasst, während die EU Zugeständnisse bestreitet.
- 23.06.Taliban-Delegation trifft EU-Beamte in Brüssel – erstmals auf europäischem Boden.
- 24.06.EU-Kommissar Brunner verteidigt die Gespräche, bestreitet Zugeständnisse.
- 25.06.EU-Abgeordnete Raquel García Hermida-Van der Walle plant die Einreichung dringender parlamentarischer Fragen.
Ein historisches Treffen in Brüssel
Am Dienstag trafen sich die Europäische Kommission und Vertreter von 15 EU-Mitgliedstaaten zu einem nicht-öffentlichen Treffen mit einer Taliban-Delegation in Brüssel. Es war das erste Mal, dass Taliban-Vertreter seit der Machtübernahme der Gruppe in Afghanistan im Jahr 2021 EU-Boden betraten. Die Gespräche, die die Kommission als „rein technisch“ bezeichnete, konzentrierten sich auf Möglichkeiten, die Abschiebung afghanischer Staatsangehöriger zu beschleunigen, die in Europa Straftaten begangen haben oder als Sicherheitsrisiko gelten.
„Es geht nicht um Zugeständnisse, überhaupt nicht um Zugeständnisse. Es sind schlicht operative Gespräche darüber, wie wir Kriminelle zurückschicken können.“
Das Treffen fand auf Antrag von 20 Mitgliedstaaten statt, die die Kommission im Oktober 2025 gebeten hatten, die Möglichkeiten für Zwangsrückführungen nach Afghanistan auszuloten. Spanien unterzeichnete dieses Schreiben nicht und war bei den Brüsseler Gesprächen nicht anwesend.
Deutschlands paralleles Abkommen
Deutschland ist bereits mit einer eigenen bilateralen Vereinbarung vorangegangen. Berlin einigte sich mit den Taliban auf die Erleichterung von Abschiebungen verurteilter afghanischer Straftäter und plant bis zu drei Charterflüge pro Monat. Die Vereinbarung sieht vor, dass bis zu vier Taliban-Konsularbeamte nach Deutschland einreisen dürfen, um Identitäten zu überprüfen und Reisedokumente auszustellen. Die jüngste Sammelabschiebung, die letzte Woche durchgeführt wurde, brachte 32 afghanische Männer aus Leipzig aus.
Politischer Gegenwind in Brüssel
Die Geheimniskrämerei um das Treffen hat eine politische Krise in den EU-Institutionen ausgelöst. Die EU-Abgeordnete Raquel García Hermida-Van der Walle, die die Parlamentsdelegation für die Beziehungen zu Afghanistan leitet, kündigte an, am Donnerstag dringende parlamentarische Fragen einzureichen und Klarheit darüber zu fordern, was besprochen wurde und ob Zugeständnisse gemacht wurden.
„Offensichtlich sind die Taliban nicht nach Brüssel gekommen, um in einem Hotel in der Nähe des Flughafens Zaventem ein paar Kaffee und Tee zu trinken; sie kamen mit einer Liste von Forderungen.“
Menschenrechtsorganisationen und linke Parteien haben der EU vorgeworfen, ein Regime zu legitimieren, das Frauen systematisch vom öffentlichen Leben ausschließt. Belgien, das den Taliban-Delegierten nur 24-Stunden-Visa ausstellte, lehnte das Treffen ab, wobei Außenminister Maxime Prévot Kritik äußerte. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hatte zuvor vor „ernsthaften Risiken“ für Rückkehrer gewarnt.
Die Version der Taliban
Die Taliban-Delegation, angeführt von Außenamtssprecher Abdulqahar Balji, behauptete, die Gespräche seien über Abschiebungen hinausgegangen. In einer Erklärung sagte Balji, die Gespräche hätten die Wiederaufnahme konsularischer Dienste für in Europa lebende Afghanen, vertrauensbildende Maßnahmen und Lösungen für Afghanen, deren Asylanträge abgelehnt wurden, umfasst.
„Wir hoffen, dass dieser Besuch neue Wege für eine positive Interaktion eröffnet, den Prozess der Lösung der Probleme der im Ausland lebenden Afghanen stärkt und das Klima der Zusammenarbeit auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und gemeinsamer Interessen weiter ausbaut.“
Die EU hat das Taliban-Regime nicht offiziell anerkannt, und Kommissar Brunner bestand darauf, dass keine diplomatische Anerkennung gewährt wurde. Die Darstellung der Taliban, das Treffen sei ein Schritt zur Normalisierung der Beziehungen, hat jedoch die Besorgnis von EU-Abgeordneten und der Zivilgesellschaft verstärkt.
Ein gespaltenes Europa
Der Vorfall offenbart tiefe Gräben innerhalb der EU in der Migrationspolitik. Während Deutschland und Schweden auf praktische Kommunikationskanäle mit Kabul drängen, führt Frankreich den Widerstand gegen jede Form der Zusammenarbeit an, die die Taliban legitimieren könnte. Die Kommission wiederum verstärkt ihre breitere Migrationskontrollagenda, einschließlich eines erweiterten Mandats für Europol zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- EL PAÍSEuropa rompe otro tabú migratorio al abrir contactos con los talibanes para acelerar las deportaciones
- LaSextaWyoming, sobre la reunión de 15 miembros de la Comisión Europea con líderes talibanes: "No se les puede blanquear"
- La RazónAfganistán afirma que abordó en Bruselas el reinicio de los servicios consulares a afganos en Europa
- ABC TU DIARIO EN ESPAÑOLLa reunión con los talibanes desata una crisis política para la Comisión Europea
- Magnus Brunner
- EU-Kommissar für Inneres und Migration
- Raquel García Hermida-Van der Walle
- niederländische EU-Abgeordnete, Vorsitzende der Delegation des Europäischen Parlaments für die Beziehungen zu Afghanistan
- Abdulqahar Balji
- Sprecher des afghanischen Außenministeriums und Leiter der Taliban-Delegation
- Maxime Prevot
- belgischer Außenminister
- Volker Turk
- UN-Hochkommissar für Menschenrechte
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