
Sechs EU-Länder drängen auf EU-weite Übergewinnsteuer auf Ölkonzerngewinne
Die Finanzminister Deutschlands, Italiens, Österreichs, Polens, Portugals und Spaniens haben die irische EU-Ratspräsidentschaft gebeten, auf dem Ecofin-Treffen im September eine EU-weite Übergewinnsteuer für Ölkonzerne einzuführen.
Gemeinsamer Brief an die EU-Ratspräsidentschaft
Die Finanzminister von sechs EU-Mitgliedstaaten haben die Einführung einer EU-weiten Übergewinnsteuer auf die außergewöhnlichen Gewinne von Ölkonzernen beantragt. Die gemeinsame Initiative wurde von Deutschland, Italien, Österreich, Polen und Portugal zusammen mit Spaniens Wirtschaftsminister in einem Brief an den Finanzminister Irlands gerichtet, der derzeit die rotierende Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union innehat. Angeführt vom deutschen Finanzminister Lars Klingbeil möchte die Koalition den Steuerrahmen direkt auf die Tagesordnung des bevorstehenden Treffens des Rates für Wirtschaft und Finanzen setzen. Die Ministertagung ist für den 18. und 19. September 2026 in Dublin geplant.
Steigende Energiekosten und Versorgungsstörungen
Der Antrag folgt auf starke Anstiege der Verbraucherkraftstoffpreise und steigende Gewinne multinationaler Energieunternehmen im Zusammenhang mit dem Konflikt im Iran. In ihrem gemeinsamen Schreiben erklärten die Minister, dass die auf nationaler Ebene in einzelnen Mitgliedstaaten ergriffenen Maßnahmen sich als unzureichend erwiesen hätten, um die Preise für Haushalte und Unternehmen dauerhaft zu stabilisieren oder zu senken. Sie argumentierten, dass außergewöhnliche Marktbedingungen eine koordinierte europäische Reaktion erfordern, um die durch die geopolitische Krise verursachte finanzielle Last umzuverteilen.
Wir erleben einen der größten Angebotsschocks der letzten Jahrzehnte, und die Unzufriedenheit über die steigenden Lebenshaltungskosten wächst weltweit.
Die Unterzeichner betonten, dass Unternehmen, die direkt von den erhöhten Kraftstoffpreisen profitieren, zur Entlastung der Lebenshaltungskosten der breiten Öffentlichkeit beitragen müssen. In Rom unterstützte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fratelli d'Italia in der Abgeordnetenkammer, Augusta Montaruli, die Petition öffentlich und wies auf laufende nationale Diskussionen über Kraftstoffpreise und mögliche Verlängerungen von Verbrauchsteuersenkungen hin.
Die Forderung europäischer Länder, einschließlich Italiens, nach einer gemeinschaftlichen Besteuerung von Extraprofiten, um die Benzinpreise einzudämmen, ist gut. Die Regierung Meloni ist führend darin, die Italiener auch an dieser Front zu unterstützen, und tut dies mit allen notwendigen Mitteln. Jetzt muss Europa uns zuhören.
Raffineriemargen und europäische Untersuchungen
Neben dem Vorschlag einer Übergewinnsteuer betonten die sechs Finanzminister die Notwendigkeit, frühere nationale Erfahrungen zu nutzen, um gezielte Steuermechanismen für multinationale Ölkonzerne zu entwickeln. Der Brief forderte die EU-Beamten auf, die Ergebnisse einer EU-weiten Untersuchung der Raffineriegewinnmargen zeitnah zu veröffentlichen. Die Minister erklärten, dass die schnellstmögliche Beschaffung dieser Untersuchungsergebnisse entscheidend sei, um sicherzustellen, dass Raffinerieunternehmen die aktuelle Versorgungssituation nicht für übermäßige finanzielle Gewinne ausnutzen.
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Frühere europäische Vorschläge
Die Petition stellt einen erneuten Versuch mehrerer Mitgliedstaaten dar, gemeinsame Energiebesteuerungsregeln in der gesamten Europäischen Union zu etablieren. Anfang April 2026 richteten der italienische Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti und seine Amtskollegen aus Deutschland, Spanien, Portugal und Österreich ein ähnliches gemeinsames Schreiben an den EU-Kommissar für Klimaschutz und Steuerpolitik, Wopke Hoekstra. Diese Bitte um eine koordinierte Kraftstoffpreisreaktion in der Osterzeit wurde anschließend von der Europäischen Kommission ohne Folgemaßnahmen abgelehnt. Da Polen nun der Gruppe der Unterzeichner beigetreten ist und die Kraftstoffkosten weiterhin hoch sind, streben die sechs Nationen eine formelle Debatte während der Ecofin-Treffen im September in Dublin an.


