Diplomatie · Strasbourg, Brüssel und Ottawa

Von der Leyen schlägt EU-Assoziiertenstatus für Kanada vor, während Trump mit Zöllen droht

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Kanada eingeladen, der erste assoziierte Mitgliedstaat der Europäischen Union zu werden, und zwar während ihrer jährlichen Rede zur Lage der Union in Straßburg. Dies veranlasste Donald Trump, mit Vergeltungszöllen oder einem vollständigen Handelsstopp zu drohen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von ΣΚΑΪ, iefimerida.gr, NEWS 24/7 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Foto: © European Union, 2026, CC BY 4.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt). Archivbild, 2026
Wie es dazu kam
  1. Rede zur Lage der UnionUrsula von der Leyen schlägt vor, dass Kanada der erste assoziierte EU-Mitgliedstaat wird
  2. Reaktion der USADonald Trump droht mit Zöllen oder einem Handelsstopp, falls die Partnerschaft als feindselig angesehen wird
  3. 17.09.Mark Carney spricht vor dem Europäischen Parlament in Straßburg

Von der Leyen schlägt assoziierten Status vor

Europäische Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schlug am Mittwoch vor, dass Kanada der erste assoziierte Mitgliedstaat der Europäischen Union wird. Während ihrer jährlichen Rede zur Lage der Union im Europäischen Parlament in Straßburg präsentierte von der Leyen die Initiative direkt dem kanadischen Premierminister Mark Carney, der als offizieller Gast teilnahm. Der Vorschlag skizziert einen neuen institutionellen Rahmen, der die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Beziehungen zwischen beiden Seiten vertiefen soll. Von der Leyen argumentierte, dass demokratische Nationen engere Bündnisse schließen müssten, um den Brüchen in der regelbasierten Weltordnung standzuhalten.

„Partnerschaften sind eine strategische Wahl für Europa. Sie sind aber auch eine Antwort auf den Bruch in der regelbasierten internationalen Ordnung.“

Ursula von der Leyen, Präsidentin

Nach der Rede umarmte Carney von der Leyen im Plenarsaal, nachdem die Abgeordneten den Vorschlag applaudiert hatten.

Trump droht mit Zöllen und Handelsstopp

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, reagierte am Mittwoch umgehend auf die Ankündigung und warnte vor schweren wirtschaftlichen Vergeltungsmaßnahmen. Trump erklärte, Washington könne hohe Zölle auf europäische Waren erheben oder den bilateralen Handel vollständig einstellen, falls die Vereinigten Staaten das Abkommen als feindseligen Akt betrachten. Gegenüber Reportern wies Trump die Initiative als lächerlich zurück und erneuerte seine Kritik an Ottawa, wobei er Kanada als schrecklichen Handelspartner bezeichnete. Er wiederholte seine Drohung, als er gefragt wurde, wie Washington die Partnerschaft bewerten würde.

„Wenn sie das tun und ich es als feindseligen Akt betrachte, werde ich sehr hohe Zölle verhängen oder den Handel mit Europa einstellen.“

Donald Trump, Präsident

Die Warnung folgt auf anhaltende Handelskonflikte zwischen Washington und Ottawa sowie auf Trumps wiederholte Äußerungen, dass Kanada der 51. US-Bundesstaat werden könnte. Im selben Mediengespräch kritisierte Trump den Vorstand der Federal Reserve, bezeichnete ihn als feindselig und behauptete, die Mitglieder würden die Zinsen erhöhen, um ihm zu schaden, während er Fed-Chef Kevin Warsh als einen Menschen mit Integrität lobte.

Institutionelle Hürden und Ottawas Vorsicht

Der Vorschlag für einen assoziierten Mitgliedsstaat warf sofort verfahrenstechnische Fragen auf, da ein solcher Status in den aktuellen EU-Verträgen nicht vorgesehen ist. Die Einführung einer formalen Kategorie würde einen einstimmigen Konsens und Vertragsänderungen in allen 27 Mitgliedstaaten erfordern. Vier europäische Diplomaten berichteten, dass die Hauptstädte der EU-Mitgliedstaaten vor von der Leyens Rede keine vorherige Benachrichtigung erhalten hatten. In Straßburg bemühte sich Kanadas Botschafter bei der EU, Jonathan Wilkinson, die Erwartungen an eine formelle Integration zu dämpfen.

„Wir sind noch nicht so weit. Worauf wir uns konzentrieren, ist, Ergebnisse zu liefern.“

Jonathan Wilkinson, Kanadischer Botschafter bei

Die Europäische Union ist historisch gesehen mit Skepsis an flexible Mitgliedschaftsmodelle herangegangen. Die Mitgliedstaaten reagierten zuvor verhalten, als Deutschland im Mai einen assoziierten Mitgliedschaftsrahmen für die Ukraine als Zwischenphase auf dem Weg zur Vollmitgliedschaft vorschlug. Assoziierungsabkommen bestehen derzeit mit Ländern wie der Ukraine, Moldawien und Georgien, allerdings beinhalten diese Abkommen eine regulatorische Angleichung, die Kanada nicht angestrebt hat.

Ausbau der transatlantischen Zusammenarbeit

Kanada hat versucht, seine internationalen Wirtschaftspartnerschaften zu diversifizieren, um die Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu verringern, wohin derzeit rund 70 % der kanadischen Exporte fließen. Carney, der das Konzept des 51. Bundesstaates ablehnte, hatte zuvor die Mittelmächte beim Weltwirtschaftsforum in Davos aufgefordert, angesichts der sich verändernden globalen Dynamik enger zusammenzuarbeiten. Der bilaterale Warenhandel zwischen der Europäischen Union und Kanada ist im letzten Jahrzehnt im Rahmen des umfassenden Wirtschafts- und Handelsabkommens (CETA) bereits um 75 % gestiegen. Die Diskussionen über die künftige Zusammenarbeit umfassen Infrastruktur für künstliche Intelligenz, kritische Rohstoffe, unterseeische Kommunikationskabel, Arktispolitik, Energieressourcen und mögliche berufliche Mobilität für kanadische Bürger. Carney soll am Donnerstag seine eigene Rede vor dem Europäischen Parlament in Straßburg halten.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Strasbourg, Brüssel, Ottawa, Washington · Frankreich, Belgien, Kanada

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen