
Europäische Kommission genehmigt 7,9 Milliarden Euro KPO-Zahlung an Polen, Gelder im Oktober erwartet
Die Europäische Kommission hat Polens Zahlungsantrag über 7,9 Milliarden Euro aus dem Nationalen Wiederaufbauplan positiv bewertet. Die Gelder sollen im Oktober in Polen eintreffen, nachdem Bedingungen wie Laptop-Gutscheine für über 500.000 Lehrer erfüllt wurden.
Europäische Kommission genehmigt Zahlung
Am Montag, den 10. August, gab die Europäische Kommission eine positive Bewertung des polnischen Zahlungsantrags im Rahmen des Nationalen Wiederaufbauplans (KPO) in Höhe von 7,9 Milliarden Euro (etwa 33 Milliarden Złoty) ab. Polen reichte den Antrag am 19. Juni ein. Vize-Minister für Fonds Jan Szyszko kündigte an, dass das Geld voraussichtlich Anfang Oktober physisch in Polen eintreffen werde. Die Quellen sind sich uneinig, um welchen Zahlungsantrag es sich handelt: portalsamorzadowy.pl beschreibt ihn als den achten Antrag und die vorletzte Auszahlung, während die meisten anderen Medien ihn als den fünften Antrag bezeichnen.
Nach der positiven Stellungnahme muss die Europäische Kommission verfahrensgemäß eine Bewertung durch die Vertreter der Mitgliedstaaten einholen, die einen Monat Zeit für eine Antwort haben. Die endgültige Bewertung wird vom Wirtschafts- und Finanzausschuss abgegeben, einem beratenden EU-Gremium, das für die Koordinierung der Wirtschafts- und Finanzpolitik zuständig ist und in dem Experten aus den Mitgliedstaaten sitzen. Die genehmigte Zahlung erhöht die insgesamt an Polen ausgezahlten KPO-Mittel auf 42 Milliarden Euro, das sind 76,85 % der Gesamtzuweisung. Die Kommission erklärte, dass Polen fast 72 % aller im Plan definierten Meilensteine und Ziele erfüllt habe.
Erfüllte Bedingungen und Investitionen
Eine Voraussetzung für die Zahlung war die Verteilung von Laptop-Gutscheinen an Lehrer im Rahmen des Programms „Laptop für Lehrer“. Über 500.000 polnische Lehrer, mehr als 65 % des Lehrpersonals landesweit, erhielten Gutscheine im Wert von je 2.500 Złoty für den Kauf von tragbaren Computern. Darüber hinaus wurden 16.500 Grund- und weiterführende Schulen mit Laptops und Tablets für Bildungszwecke ausgestattet, um die Widerstandsfähigkeit der Schulen gegen Störungen wie die Covid-19-Pandemie zu stärken, während derer der Unterricht aus der Ferne stattfand.
Der Zahlungsantrag umfasste auch den Kauf von 88 Straßenbahnen für Krakau, Posen und Breslau. Polen verabschiedete ein Weltraumgesetz zur Förderung der Nutzung von Satellitendaten und änderte das Energierecht, um einheitliche Regeln für den Netzanschluss im gesamten Land einzuführen. Die Änderung verpflichtet zur Veröffentlichung von Daten über verfügbare Anschlusskapazitäten und ermöglicht die elektronische Einreichung von Netzanschlussanträgen. Unterstützung wurde auch für eine intelligente Stromübertragungsinfrastruktur bereitgestellt, darunter ein Rechenzentrum für den Strommarkt.
KPO-Gesamtsummen und Nutzung
Die gesamte KPO-Zuweisung für Polen beträgt 54,72 Milliarden Euro, bestehend aus 25,28 Milliarden Euro nicht rückzahlbaren Zuschüssen und 29,44 Milliarden Euro Vorzugskrediten.
- Nicht rückzahlbare Zuschüsse
- 25.28 Milliarden Euro
- Vorzugskredite
- 29.44 Milliarden Euro
Nach Angaben des Ministeriums für Fonds und Regionalpolitik wurden über 1,1 Millionen Verträge mit Begünstigten unterzeichnet. Der gemeldete Wert weicht je nach Quelle leicht ab: 231,9 Milliarden Złoty (96,3 % des Budgets) laut einer Quelle oder 232,4 Milliarden Złoty (96,5 %) laut einer anderen. Das Ministerium schätzt, dass in den kommenden Monaten rund 100 Milliarden Złoty in die polnische Wirtschaft fließen werden. Zu den Erfolgen des KPO gehören über 26.000 neue Plätze in Kindertagesstätten und Kinderclubs sowie der Breitband-Internetzugang für rund 261.500 Haushalte.
- Polen reicht Zahlungsantrag bei der Europäischen Kommission ein
- Europäische Kommission gibt positive Bewertung des Antrags ab
- Letzter Zahlungsantrag zur Einreichung geplant
- Gelder werden voraussichtlich physisch in Polen eintreffen
Die Europäische Kommission genehmigte auch die endgültige Überarbeitung des polnischen Plans, bei der einige Mittel in Investitionen mit besseren Aussichten auf termingerechte Fertigstellung umgeschichtet wurden, darunter die Modernisierung der Schienenflotte, der Ausbau der Stromnetze und die Digitalisierung von Unternehmen. Die physische Umsetzung der KPO-finanzierten Investitionen muss bis zum 31. August 2026 abgeschlossen sein. Ein letzter Zahlungsantrag ist für September 2026 vorgesehen, weitere Zahlungen werden für 2027 erwartet.
HoReCa-Ausgaben-Kontroverse
Die Zahlung erfolgt vor dem Hintergrund eines Skandals, der letztes Jahr über KPO-Ausgaben von Unternehmen des HoReCa-Sektors (Hotel, Restaurant und Catering) aufkam. Zu den geförderten Projekten gehörten der Ausbau einer Pizzeria um ein Solarium, mobile Kaffee-Espressomaschinen und ein Hausboot für Geschäftstreffen. Ein Unternehmen erhielt 300.000 Złoty für die Einführung „neuer Eiscremeprodukte“ in sein Angebot. Eine Regierungswebsite mit einer Karte der geförderten Projekte ermöglicht es den Nutzern, einzelne Zuschüsse einzusehen, wobei einige Einträge für Überraschung sorgen.


