StrangKultur, Medien und die neuen Gräben

Sicherheit · Brüssel

EU friert nationale Social-Media-Verbote für Minderjährige für mindestens zwölf Monate ein

Die Europäische Kommission wird jeden nationalen Gesetzentwurf, der sich mit dem kommenden EU-Kids-Act überschneidet, um mindestens zwölf Monate verzögern – darunter das geplante österreichische Verbot für Unter-14-Jährige. Sprecher Thomas Regnier sagte, Ziel sei es, eine Zersplitterung des Binnenmarkts zu vermeiden.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von BFMTV, RTBF, Ziare.com und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Brüssel · Belgien
Wie es dazu kam
  1. September 2026Die Kommission stellt Mitte September den Vorschlag für den EU-Kids-Act vor
  2. 29.10.Die Kommission stellt nationale Social-Media-Gesetzentwürfe um mindestens zwölf Monate zurück
  3. Frühjahr 2027Zieldatum für das von Macron versprochene neue französische Gesetz

Kommission friert nationale Gesetzentwürfe ein

Am Donnerstag, 29. Oktober 2026, hat die Europäische Kommission beschlossen, jeden nationalen Gesetzentwurf, der sich mit den noch verhandelten harmonisierten EU-Regeln überschneidet, um mindestens zwölf Monate zurückzustellen. Sprecher Thomas Regnier verkündete die Entscheidung gemeinsam mit der Stellungnahme der Kommission zu einem österreichischen Gesetzentwurf, der Social Media für Unter-14-Jährige verbieten würde und am selben Tag fällig war. Nach dem TRIS-Notifizierungsverfahren der EU wird ein notifizierter Gesetzentwurf normalerweise drei Monate lang eingefroren, eine Frist, die auf ein Jahr verlängert werden kann. Die Kommission argumentiert, unterschiedliche Altersgrenzen und unterschiedliche Gesetze in den Mitgliedstaaten würden die Einhaltung für die Plattformen nahezu unmöglich machen.

Fünf Länder in der Warteschlange

Die Kommission hat Notifizierungen aus mehreren Mitgliedstaaten erhalten; Regnier nannte Österreich, Slowenien, Italien, Belgien und Frankreich. Der belgische Fall betrifft Flandern, dessen Entwurf Social Media für Unter-13-Jährige verbieten würde. Regnier sagte, Brüssel beabsichtige nicht, den Binnenmarkt zu zersplittern, und warnte, ein Flickenteppich nationaler Regeln würde die Plattformen außerstande setzen, diese anzuwenden. Auf die Frage, ob Minderjährige durch die Verzögerung weniger geschützt seien, solange die EU-Regeln ausgearbeitet werden, sagte er, die Plattformen würden in der Zwischenzeit nach dem Digital Services Act zur Verantwortung gezogen.

Was der Kids Act ändern würde

Die Kommission hat den Kids Act Mitte September 2026 vorgestellt. Nach der Darstellung von BFMTV würde der Entwurf Social Media für Unter-13-Jährige verbieten, während 13- bis 15-Jährige Mini-Accounts erhalten sollen, die mit dem Konto eines Elternteils verknüpft und auf eine Stunde Nutzung pro Tag begrenzt sind. Er richtet sich zudem gegen Funktionen, die Minderjährige länger online halten, etwa Dark Patterns und Gamification-Mechanismen. Der Text muss noch vom Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten gebilligt werden, und die Kommission will dieses Verfahren beschleunigen.

Frankreich, Griechenland und Italien

Regnier sagte, die französischen und griechischen Fälle unterschieden sich leicht vom österreichischen, weil ihre Stillhaltefristen bereits abgelaufen seien, bevor der Vorschlag für den Kids Act auf den Tisch kam. Griechenland hat bereits ein Social-Media-Verbot für Minderjährige beschlossen. Das französische Gesetz, das Social Media für Unter-15-Jährige verbietet und im vergangenen Sommer verabschiedet wurde, hat der Verfassungsrat mit Verweis auf die Meinungsfreiheit gekippt. Präsident Emmanuel Macron hat ein neues, rechtlich tragfähiges Gesetz bis Frühjahr 2027 versprochen, und Berichten zufolge könnte es dem Einfrieren entgehen, weil Paris Brüssel vor Mitte September notifiziert hat.

In Italien liegt der Gesetzentwurf 1136 seit mehr als einem Jahr auf Eis, während Stellungnahmen der Regierung ausstehen. Berichte zitieren eine Regierungslinie, wonach Ministerpräsidentin Giorgia Meloni dem Verbot für sehr junge Menschen weder ablehnend noch feindlich gegenüberstehe, es aber nicht ausdrücklich befürwortet habe. Fratelli d'Italia drängte das Parlament, den Entwurf zu verabschieden, und die Partito Democratico und Italia Viva folgten. Der Europaabgeordnete Sandro Ruotolo von der Partito Democratico begrüßte die Entscheidung der Kommission und forderte ein einheitliches Gesetz für die gesamte Union.

„Jeder europäische Minderjährige muss sich auf dieselben Rechte und denselben Schutz verlassen können.“

Sandro Ruotolo, Europaabgeordneter

Ruotolo fügte hinzu, Altersgrenzen allein reichten nicht aus, und die Plattformen müssten Algorithmen und Funktionen angehen, die Abhängigkeit fördern.

Nächste Schritte

Die Kommission will die Gespräche zwischen sich, dem Europäischen Parlament und dem Rat über den Kids Act beschleunigen. Regnier betonte, die Verabschiedung des Kids Act sei die absolute Priorität für die Institutionen. Bis dahin werde die Kommission nach eigenen Angaben den Digital Services Act rigoros durchsetzen, und sie hat zugesagt, dass Plattformen für Schäden an Minderjährigen zur Rechenschaft gezogen werden. Der italienische Gesetzentwurf droht nach der Entscheidung Brüssels nun ins Stocken zu geraten.

Dieser Artikel gehört zu einem Strang

Kultur, Medien und die neuen Gräben

Was sich seit diesem Eintrag geändert hat:

  1. 29.10Kommission wird nationale Gesetzesentwürfe zu sozialen Medien für Minderjährige, die das EU-Kinder-Gesetz überschneiden, für mindestens zwölf Monate verzögern, einschließlich des österreichischen Verbots für unter 14-Jährige

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Organisationen
Europäische Union

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen