
Deutsche Ermittlungen bringen Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig mit Verdächtigem in Verbindung, der ein italienisches Visum besaß
Deutsche Ermittler haben zwei Verdächtige hinter dem versuchten Drohnenangriff am 4. August am Flughafen Leipzig identifiziert und enthüllten, dass einer der Täter mit einem italienischen Touristenvisum in den Schengen-Raum eingereist war.
Identifizierung der Verdächtigen im Leipziger Anschlag
Die deutschen Bundesbehörden identifizierten zwei Verdächtige, die an dem gescheiterten Sabotageeinsatz am 4. August am Flughafen Leipzig/Halle beteiligt waren. Die Ermittlungsergebnisse des Bundeskriminalamtes ergaben, dass der Haupttäter vor Ort ein belarussischer Staatsbürger mit einem russischen Pass war. Ein zweiter Verdächtiger, ein russischer Staatsangehöriger mit einem lettischen EU-Pass, fungierte als logistischer Koordinator und Ausbilder für die Mission. Der Koordinator flog Ende Juli zum Flughafen Berlin Brandenburg, mietete ein Auto, um nach Sachsen zu fahren, und verließ Deutschland zwei Tage vor dem versuchten Anschlag auf dem Luftweg. Deutsche Medienberichte deuteten darauf hin, dass die Ermittler das Paar mit Hilfe von Mobilfunkdaten lokaler Funkmasten verfolgten, während die Geheimdienste prüfen, ob bis zu vier Personen an der weiteren Zelle beteiligt waren.
Forensische Beweise und Sabotageausrüstung
Die Ermittler bargen drei Drohnen, die entweder intakt oder teilweise beschädigt in der Nähe von ukrainischen Frachtflugzeugen auf dem Flughafengelände gefunden wurden. Die ferngesteuerten Geräte explodierten in der Nacht vom 4. auf den 5. August aufgrund eines defekten Zündmechanismus nicht. Forensische Experten ordneten DNA-Spuren zu, die in den Drohnen, auf einem Sprengstoffbehälter mit militärischem Material und auf einer Antenne gefunden wurden, die an einem Baum in der Nähe des Flughafenzauns befestigt war und die Mobilfunksteuersignale verstärkte. Die biologischen Proben ergaben Übereinstimmungen in litauischen und finnischen Polizeidatenbanken, was frühere Straftaten im Baltikum bestätigte.
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Diplomatischer Streit über Schengen-Touristenvisa
Die Entdeckung, dass der belarussische Täter mit einem von der italienischen Botschaft in Minsk Ende April ausgestellten Touristenvisum in den Schengen-Raum eingereist war, entfachte die europäische Debatte über die Visumpolitik neu. Die Nachricht wurde während eines informellen Treffens der EU-Außenminister in Wicklow, Irland, bekannt. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas forderte die Mitgliedstaaten auf, strengere Visumverbote für russische Reisende zu verhängen, und bezeichnete den Vorfall als staatlich geförderten Terrorismus.
Sollte sich dies bestätigen, zeigt diese Nachricht deutlich, dass Visa von diesen Leuten als Werkzeug genutzt werden, die die EU ins Visier nehmen wollen.
Die Enthüllung brachte Italien und Frankreich unter Druck, die sich bei früheren Sanktionsverhandlungen gegen pauschale Visumverbote ausgesprochen hatten. Der italienische Außenminister Antonio Tajani ordnete eine formelle Untersuchung der Visumerteilung in Minsk an, während sich der parlamentarische Sicherheitsausschuss Italiens darauf vorbereitete, die Angelegenheit zu prüfen. Vorläufige Überprüfungen italienischer Sicherheitsbehörden ergaben, dass der Verdächtige nie durch Italien gereist war.
Wir werden alle notwendigen Überprüfungen durchführen, um zu bestätigen, ob dies tatsächlich der Fall war, wobei zu bedenken ist, dass es ein Verfahren zur Visumerteilung gibt und wenn keine spezifische Warnung zu der Person vorliegt, kann es nicht verweigert werden.
Weitere Sicherheitsbedrohungen für die Infrastruktur in Deutschland
Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt erklärte, die Beweise deuteten auf Täter hin, die auf Anweisung russischer Staatsorgane handelten, und verwies auf das Muster europäischer hybrider Operationen. Moskau wies die Verantwortung zurück, bezeichnete die Anschuldigungen als Provokationskampagne und bestellte den deutschen Geschäftsträger ein. Die Ermittlungen in Leipzig fallen mit einer Welle mutmaßlicher Sabotageakte in ganz Deutschland zusammen, darunter eine Granatenexplosion vor dem Augsburger Hauptbahnhof, bei der zwei Menschen verletzt wurden, beschädigte Stromkabel in Bergheim und Einschläge von Projektilen mit einem halben Meter Durchmesser auf das größte Umspannwerk in Brandenburg.


