
Ein Jahr nach dem Laila-Peak-Unglück: Stilles Gedenken an Biathlon-Star Laura Dahlmeier
Die Familie begeht den Jahrestag privat, während ein nach der zweifachen Olympiasiegerin benannter Park in Garmisch-Partenkirchen zu einem Wallfahrtsort wird.
Ein stiller Jahrestag
Ein Jahr nach Laura Dahlmeiers Tod am Laila Peak hat sich die öffentliche Aufregung gelegt. Ihre Familie begeht den 28. Juli 2026 im Privaten. „Die Familie hält sich bedeckt. Wir sind froh, dass der Hype abgeklungen ist, dass ein bisschen Ruhe eingekehrt ist. Wir sind müde“, sagte ihr Vater Andreas Dahlmeier der dpa. Eine öffentliche Gedenkveranstaltung ist nicht geplant; der Tag bleibt eine familiäre Angelegenheit.
- Laura Dahlmeier stirbt durch Steinschlag am Laila Peak auf 5.700 m
- Park in Garmisch-Partenkirchen offiziell in Laura-Dahlmeier-Park umbenannt
- Familie begeht ersten Jahrestag privat, keine öffentliche Veranstaltung
Der tödliche Unfall im Karakorum
Am 28. Juli 2025 stieg die 31-jährige Dahlmeier mit einer Seilpartnerin vom 6.100 Meter hohen Laila Peak im pakistanischen Karakorum ab. Auf etwa 5.700 Metern wurde sie beim Abseilen von Steinschlag getroffen. Die beiden Frauen waren wegen schwieriger Bedingungen vor dem Gipfel umgekehrt. Dahlmeier, eine voll ausgebildete Bergführerin und Mitglied der Bergwacht, starb vermutlich sofort. Rettungs- und spätere Bergungsversuche, an denen ihr Freund, der Extrembergsteiger Thomas Huber, beteiligt war, blieben erfolglos. Ihr Körper verbleibt am Berg. Der pakistanische Träger Baqir Ali, der an der Bergung teilnahm, denkt noch immer an sie.
Es war einer der Rettungseinsätze in meinem Leben, der erfolglos blieb. Auch jetzt denke ich manchmal an sie und ein Schauer läuft mir über den Rücken.
Ein Park wird zum Wallfahrtsort
Im Februar 2026 wurde der Park neben dem Skiclub Partenkirchen in Garmisch-Partenkirchen, wo Dahlmeier ihre sportliche Karriere begann, offiziell in Laura-Dahlmeier-Park umbenannt. Ein Foto und eine Gedenktafel auf einem Felsen aus dem nahegelegenen Ferchenbach, ausgewählt von ihrer Mutter Susi Dahlmeier, markieren nun die Stelle. Bei der Einweihung formten hunderte Kerzen im Schnee eine symbolische Langlaufloipe. Seitdem erscheinen immer wieder frische Blumen und Kerzen. „Es ist zu einem richtigen Wallfahrtsort geworden“, sagte Andreas Dahlmeier. Während einer Hitzewelle verursachten die vielen Kerzen ein kleines Feuer, aber es entstand kein Schaden.
Akzeptanz einer fernen Ruhestätte
Dahlmeiers Eltern haben sich damit abgefunden, dass die Leiche ihrer Tochter nie geborgen wird. „Ich glaube, das ist der schönste Friedhof für Laura. Verschmolzen mit dem Herzen der Berge“, sagte ihr Vater. Die Familie schöpft Trost aus dem stillen Gedenken im Park und dem Abklingen der öffentlichen Aufmerksamkeit. In Pakistan, wo jedes Jahr Touristen in den Bergen sterben (ein tschechischer Bergsteiger starb Anfang Juli), ist Dahlmeiers Unfall einer von vielen, aber für die Beteiligten bleibt er eine persönliche Erinnerung.
Das sportliche Vermächtnis einer Championesse
Dahlmeier war eine der erfolgreichsten deutschen Wintersportlerinnen. Sie gewann zwei olympische Goldmedaillen und sieben Weltmeistertitel im Biathlon. Bei den Weltmeisterschaften 2017 in Hochfilzen, Österreich, ignorierte sie den ärztlichen Rat, das letzte Rennen auszulassen, und gewann ihr fünftes Gold der Meisterschaften – eine Erfahrung, die ihr Vertrauen in den eigenen Körper und das eigene Urteilsvermögen stärkte. Nach ihrem Rücktritt vom Leistungssport 2019 arbeitete sie als TV-Expertin für das ZDF und widmete sich mehr ihrer Leidenschaft fürs Bergsteigen. Ihr Tod mit 31 Jahren beendete ein Leben, das bereits tiefe Spuren in ihrer Sportart hinterlassen hatte.

