
CDU führt bei Hochrechnungen in Niedersachsen mit 27,7 %, während AfD nach Sieg in Sachsen-Anhalt zulegt
Hochrechnungen in Niedersachsen sehen die CDU mit 27,7 % der Stimmen vorn, während die AfD nach ihrem früheren Sieg in Sachsen-Anhalt auf 16,5 % steigt.
Hochrechnungen aus Niedersachsen
Hochrechnungen von Infratest dimap für den NDR in Niedersachsen zeigen die CDU mit 27,7 % der Stimmen vorn. Die SPD belegt mit 24,5 % den zweiten Platz, während die AfD 16,5 % erreicht, ein Anstieg von 4,6 % bei der vorherigen Wahl. Die Grünen erhalten 13,6 %, Die Linke kommt auf 5,9 % und die FDP auf 3,6 %, womit sie Gefahr läuft, nicht in den Landtag einzuziehen. Die offizielle Wahlbeteiligung lag um 16:30 Uhr Ortszeit bei 50,67 %, höher als die Beteiligung vor fünf Jahren. In Wolfsburg, dem Sitz von Volkswagen, gewann CDU-Bürgermeister Dennis Weilmann im ersten Wahlgang knapp die Wiederwahl.
- CDU
- 27.7 %
- SPD
- 24.5 %
- AfD
- 16.5 %
- Grüne
- 13.6 %
- Die Linke
- 5.9 %
- FDP
- 3.6 %
Auswirkungen der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Die Wahl in Niedersachsen folgte auf die Landtagswahl eine Woche zuvor in Sachsen-Anhalt, bei der die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund 43,8 % der Stimmen erhielt. Die CDU, die Sachsen-Anhalt seit 2002 regiert hatte, fiel von 37 % auf 17,2 %. Die AfD benötigt drei weitere Stimmen, um eine Landesregierung zu bilden, während das Bündnis Sahra Wagenknecht Gesprächsbereitschaft signalisierte. Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich bei einem öffentlichen Auftritt zum AfD-Stimmenanteil.
Bundeskanzler Friedrich Merz stellte im Bundestag fest, dass die Niederlage in Sachsen-Anhalt seine Partei in ihren Grundfesten erschüttert habe. Nach dem Ergebnis fanden in Magdeburg und anderen deutschen Städten Gegendemonstrationen statt, die sich für eine offene Gesellschaft, freie Medien und Minderheitenrechte einsetzten.
- AfD
- 43.8 %
- CDU
- 17.2 %
Debatte über Bundesführung und die Brandmauer
Die Landtagswahlergebnisse verschärften die innerparteilichen Diskussionen über die Bundesregierung und die politische Brandmauer, die die etablierten Parteien von der extremen Rechten trennt. Der niedersächsische CDU-Chef Sebastian Lechner räumte die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Bundeskoalition in Berlin ein, forderte die Partei jedoch auf, Führungsfragen bis nach den anstehenden Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin zurückzustellen.
Danach werden wir in der CDU als Team besprechen, wie wir den Menschen spürbare Entlastung bieten und eine Politik umsetzen können, die wirtschaftliche Erholung bringt.
Der Politikwissenschaftler Klaus Dicke merkte an, dass Merz' Entscheidung Anfang 2025, Migrationsmaßnahmen mit Unterstützung der AfD durchzusetzen, die politische Brandmauer untergraben habe. Lechner erklärte, die CDU habe ein Glaubwürdigkeitsproblem, das die Mitglieder in den kommenden Wochen in Ruhe angehen müssten.
Auswirkungen auf die europäische Diplomatie und Haushalte
Der Wahlkampfdruck auf Merz kommt zu einem Zeitpunkt, da die Europäische Union Verteidigungspolitik, Ukraine-Hilfe und den nächsten mehrjährigen Haushalt managt. Gesine Weber, leitende Forscherin am Center for Security Studies in Zürich, schätzte ein, dass Merz den politischen Fokus stärker auf innere Stabilität richten und mutige Bundesinitiativen in europäischen Verhandlungen zurückfahren werde. Berlin hat in Brüssel eine sparsame Haltung eingenommen und fordert erhebliche Kürzungen am 2-Billionen-Euro-Haushaltsvorschlag der Europäischen Kommission. Europäische Diplomaten erwarten, dass die innenpolitische Verwundbarkeit die Fähigkeit der deutschen Regierung einschränken wird, bei EU-Finanz- und Sicherheitsdossiers Kompromisse einzugehen, angesichts der für das nächste Jahr in Frankreich, Italien, Spanien und Polen anstehenden nationalen Wahlen.


