
Feuerwehr bekämpft Großbrand im Hohen Venn: 3.000 Hektar an der belgisch-deutschen Grenze in Flammen
Rettungskräfte in Belgien und Deutschland arbeiten daran, einen 3.000 Hektar großen Brand im Naturschutzgebiet Hohes Venn einzukesseln. Sie setzen Kettenfahrzeuge und Brandschneisen nahe Monschau ein, während sich der Rauch über 100 Kilometer ausbreitet.
Eindämmungsarbeiten entlang der Grenze
Belgische und deutsche Einsatzkräfte arbeiten daran, das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn einzudämmen, nachdem die Flammen rund 3.000 Hektar Torfmoore und Kiefernwald zerstört haben. Der Brand, der am 14. August 2026 ausbrach, ist der größte, der seit 1911 in Belgien verzeichnet wurde. Rund 500 Feuerwehrleute wurden mobilisiert, um das Brandgebiet einzukesseln, wobei 170 Einsatzkräfte im Drei-Schicht-Betrieb nahe der belgisch-deutschen Grenze arbeiten. Regen am Dienstag und Mittwoch verlangsamte die Ausbreitung der Flammen, doch dichter Rauch und tiefe Wolkendecke verhinderten den Einsatz von Löschflugzeugen, nachdem ein erster Erkundungsflug abgebrochen werden musste. Die Einsätze konzentrieren sich auf die nordöstliche Flanke des Perimeters, 2,3 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Tobias Schell, Sprecher der Feuerwehr Monschau, beschrieb den Fokus der Arbeiten entlang der aktiven Brandlinie.
Das Ziel ist es, die Brände zurückzudrängen und die bisher geretteten Gebiete feuerfrei zu halten.
Torfmoorbedingungen und spezialisierte Reaktion
Die Löschung des Feuers im Hohen Venn stellt aufgrund des tiefen unterirdischen Glimmens in den Torfschichten eine enorme logistische Herausforderung dar. Der belgische Feuerwehrmann David Covens erklärte, dass die Flammen tief in den Untergrund eingedrungen sind und verborgene Brandherde schaffen, die über längere Zeit unentdeckt glimmen können. Um das Gelände zu durchdringen, setzten die Rettungskräfte in Nordrhein-Westfalen ein spezielles Kettenfahrzeug ein, das 30.000 Liter Wasser pro Stunde auf weiche Mooroberflächen sprühen kann. Bodentruppen graben Brandschneisen und schälen Oberboden und Vegetation entlang der Grenze ab, um Wasserleitungen direkt in unzugängliche Zonen zu verlegen. Der belgische Regierungssprecher Nicolas Yernaux warnte, dass die vollständige Löschung des Geländes enorme Wassermengen über einen längeren Zeitraum erfordern werde.
Nur weil man keine Flammen mehr sieht, heißt das nicht, dass das Feuer nicht noch da ist.
- Der Brand beginnt im Naturschutzgebiet Hohes Venn und verzehrt Torfmoore und Kiefernwald.
- Die Behörden evakuieren rund 30 Anwohner aus dem deutschen Grenzdorf Kalterherberg.
- Die Evakuierungsanordnungen für die Bewohner des belgischen Dorfes Sourbrodt werden aufgehoben.
- Belgische und deutsche Einsatzkräfte drängen darauf, das Feuer einzukesseln, während sich der Rauch über 100 Kilometer nach Deutschland ausbreitet.
- Die Feuerwehr konzentriert die Eindämmungsbemühungen auf die nordöstliche Flanke, 2,3 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.
Grenzüberschreitender Rauch und Evakuierungen
Der Rauch des glimmenden Torfs zog mehr als 100 Kilometer über Westdeutschland und löste Luftqualitätswarnungen und Sicherheitshinweise aus. Die Behörden in Monschau, Simmerath und Roetgen rieten den Bürgern, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Lüftungsanlagen auszuschalten und Haustiere im Haus zu lassen. In Köln und Wuppertal riefen die örtlichen Feuerwehren großflächige Geruchswarnungen aus, nachdem zahlreiche Notrufe von Anwohnern eingegangen waren, obwohl die Behörden auf keine unmittelbare Toxizität hinwiesen. Das Umweltbundesamt verzeichnete erhöhte Feinstaubkonzentrationen in Teilen Nordrhein-Westfalens, Rheinland-Pfalz', des Saarlandes und Frankfurts am Main. Rund 30 Anwohner, die am 16. August aus Monschau-Kalterherberg evakuiert wurden, blieben vorsorglich von zu Hause fern, während die Bewohner des belgischen Dorfes Sourbrodt am 17. August in ihre Häuser zurückkehren durften.
Ökologische Schäden und Erholungszeit
Das Naturschutzgebiet Hohes Venn ist geprägt von sumpfigen Torfmooren und Kiefernwäldern, die durch unterirdische Brände langfristig geschädigt werden. Die Umweltorganisation WWF warnte vor massiven ökologischen Zerstörungen in dem Reservat. Der belgische Innenminister Bernard Quintin erklärte, dass die Einsatzkräfte das Gebiet über einen längeren Zeitraum weiter wässern und löschen müssten, um ein Wiederaufflammen der Flammen zu verhindern. Corentin Rousseau vom WWF Belgien äußerte sich zur langen Erholungszeit des betroffenen Lebensraums.
Es wird Jahrzehnte dauern, bis sich die Natur erholt hat.
Belgische Beamte schätzen, dass das Tränken und Fluten der tiefen Torfschichten mit hunderttausenden Litern Wasser Wochen oder Monate ununterbrochener Arbeit erfordern könnte.


