Diplomatie · London und Brüssel
Zehn Jahre nach dem Brexit-Votum: Großbritannien zieht Bilanz der EU-Abkehr
Ein Jahrzehnt nach dem Votum von 2016 für den EU-Austritt zeigen Umfragen, dass eine Mehrheit der Briten heute für einen Wiedereintritt stimmen würde, während die britische Wirtschaft einen dauerhaften Produktivitätsverlust von 4 % erlitten hat und die Politik instabil bleibt.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von ZEIT ONLINE, tagesschau.de, stern.de und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Simulationen deuten darauf hin, dass das BIP des UK ohne den Brexit um 16,1 % höher ausgefallen wäre; die unabhängige Haushaltsbehörde errechnet einen dauerhaften Produktivitätsverlust von 4 %.
Der Handel mit der EU und ausländische Direktinvestitionen ins UK sind nach dem Verlassen des Binnenmarkts und der Zollunion deutlich zurückgegangen.
Der bevorstehende Rücktritt von Keir Starmer macht ihn zum siebten Premierminister seit dem Referendum – ein Zeichen anhaltender politischer Instabilität.
Umfragen zeigen, dass 56 % heute für einen EU-Wiedereintritt stimmen würden und nur 32 % den Austritt für richtig halten; 75 % wünschen sich engere Beziehungen zur EU.
Das UK soll ab 2027 wieder am Studierendenaustausch Erasmus teilnehmen, nach EU-UK-Gipfeln in den Jahren 2025 und 2026.
- 1.05.Erster offizieller EU-UK-Gipfel nach dem Brexit
- 22.07.Zweiter EU-UK-Gipfel in Brüssel geplant
- 1.01.UK soll wieder am Erasmus-Programm teilnehmen
Ein schicksalhafter Urnengang
Am 23. Juni 2016 stimmten 51,9 % der Wähler für den Austritt aus der Europäischen Union – angeführt von einer Kampagne unter Nigel Farage und Boris Johnson, die versprach, die Kontrolle über Grenzen, Gesetze und Geld zurückzugewinnen. Das UK verließ die EU förmlich am 31. Januar 2020 und verließ den Binnenmarkt sowie die Zollunion Anfang 2021.
Wirtschaftliche Bilanz
Wäre das UK in der EU geblieben, wäre sein BIP Simulationsrechnungen zufolge um 16,1 % stärker gewachsen als tatsächlich geschehen. Allein das Referendum löste eine Verunsicherung aus, die Investitionen dämpfte und Arbeitsplätze kostete. Zwar machte das schwächere Pfund die Einstellung von Briten für internationale Firmen billiger, doch insgesamt sind der Handel mit der EU und die Direktinvestitionen stark eingebrochen. Das unabhängige Office for Budget Responsibility prognostiziert nun einen langfristigen Produktivitätsverlust von 4 % gegenüber einem Verbleib in der Union.
Politische Instabilität
Der Rücktritt von Keir Starmer kurz vor dem Jahrestag macht seinen Nachfolger zum siebten Premierminister innerhalb von zehn Jahren seit dem Referendum. Die Versprechen der Brexit-Kampagne – geringere Einwanderung und eine finanzielle Dividende für den NHS – haben sich nie erfüllt. Stattdessen bleibt das Land tief gespalten; der Gegensatz zwischen Leavers und Remainern hält an, während die wirtschaftliche Realität immer deutlicher wird.
Stimmungswandel in der Bevölkerung
Umfragen zeigen heute, dass 56 % der Briten für einen Wiedereintritt in die EU stimmen würden, während nur noch 32 % die Entscheidung von 2016 für richtig halten. Das Vertrauen in die USA als verlässlichen Verbündeten ist auf nur 18 % gesunken, und drei Viertel der Bevölkerung wünschen sich engere Beziehungen zu Brüssel. Besonders junge Menschen beklagen den Verlust der Freiheit, auf dem Kontinent zu leben, zu studieren und zu arbeiten.
- Würden für EU-Wiedereintritt stimmen
- 56 %
- Halten Brexit für richtig
- 32 %
- Sehen USA als verlässlichen Verbündeten
- 18 %
- Wünschen engere EU-Beziehungen
- 75 %
Daten aus dem Artikeltext
Schritte der Annäherung
Starmer leitete einen „Neustart“ mit Europa ein und richtete im Mai 2025 den ersten EU-UK-Gipfel nach dem Brexit aus. Ein zweiter Gipfel ist für den 22. Juli in Brüssel angesetzt. Ab 2027 wird Großbritannien wieder am Studierendenaustauschprogramm Erasmus teilnehmen. Ob diese Schritte zu einer tieferen Reintegration führen, bleibt ungewiss, doch die Richtung ist klar.
„Ich habe immer noch das Pfund, er hat nie den Euro in die Finger bekommen.“
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Jean-Claude Juncker
- Ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission, wettete gegen den Verbleib des UK in der EU
- Boris Johnson
- Ehemaliger britischer Premierminister und führender Brexit-Befürworter
- Nigel Farage
- Rechtspopulist und Architekt der Leave-Kampagne
- Keir Starmer
- Scheidender Premierminister, der den EU-Neustart nach dem Brexit einleitete
- Andy Burnham
- Wahrscheinlicher Nachfolger als Premierminister und ehemaliger Bürgermeister von Manchester
- David McAllister
- EU-Abgeordneter und einer der letzten britischen MdEPs nach dem Brexit
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