
Sprengstoff-Drohne nahe ukrainischer Antonow-Frachtflugzeuge am Flughafen Leipzig/Halle löst bundesweite Terrorermittlungen aus
Am 4. August 2026 wurde am Flughafen Leipzig/Halle eine mit professionellem Sprengstoff bestückte Drohne nahe ukrainischer Antonow-Frachtflugzeuge entdeckt, was eine bundesweite Terrorermittlung und die Umleitung von 19 Flügen auslöste.
Entdeckung und Stilllegung
In der Nacht zum 4. August 2026 entdeckte ein Mitarbeiter des Flughafens Leipzig/Halle ein Flugobjekt, das nahe dem Boden in der Nähe der Südbahn schwebte, zwischen zwei geparkten Antonow An-124-Frachtflugzeugen der ukrainischen Antonov Airlines. Der Mitarbeiter trat das Objekt nach eigenen Angaben zu Boden. Ein Sprecher der Leipziger Polizei, Olaf Hoppe, hatte zuvor nicht bestätigen wollen, dass es sich bei dem Gesichteten um eine Drohne handele, und erklärte lediglich, dass ein Flugobjekt gesehen und ein separates Objekt im Bereich der Südbahn gefunden worden sei. Der Flughafen stellte den gesamten Flugbetrieb ein, sodass 19 Flugzeuge umgeleitet werden mussten, darunter Frachter von DHL, Lufthansa Cargo und Amazon.
Sprengsatz
Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe übernahm den Fall am 6. August und sprach von einem „schweren Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“, der eine Gefahr für die äußere und innere Sicherheit darstelle. Der Generalbundesanwalt erklärte, die Drohne sei mit professionellem Sprengstoff und einem Zünder versehen gewesen. Nach dpa-Informationen enthielt die Sprengladung Semtex und PETN. Innenminister Alexander Dobrindt sagte, der Zünder habe versagt und so eine Explosion nahe der ukrainischen Frachtflugzeuge verhindert. Er beschrieb den Gegenstand als mit einem faustgroßen Paket des vermutlichen Plastiksprengstoffs Semtex bestückt und nannte die Konstruktion „hochprofessionelle Arbeit“, die mehr als nur Laienwissen erfordere.
Wir haben es hier mit einem Wettbewerb zu tun, an dem möglicherweise fremde Mächte beteiligt sind.
Kollision in der Luft
Während der Flughafen geschlossen wurde, brach eine DHL Boeing 757 ihren Landeanflug ab und stieg wieder hoch. In etwa 400 Metern Höhe kollidierte sie mit einem unbekannten Objekt und wich dann nach Hannover aus, etwa 200 Kilometer nordwestlich, wo sie mit geringen Schäden an der Nase sicher landete. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte die Kollision. Die Polizei begann am 6. August mit der Suche nach Trümmern des zweiten Objekts auf dem Flughafengelände. Die Behörden haben nicht festgestellt, ob die Kollision mit dem neben der Südbahn gefundenen Gegenstand in Zusammenhang steht.
- Flughafenmitarbeiter entdeckt Flugobjekt nahe der Südbahn; Flughafen wird geschlossen; 19 Flüge umgeleitet
- DHL Boeing 757 bricht Landeanflug ab, kollidiert mit unbekanntem Objekt in etwa 400 m Höhe, weicht nach Hannover aus
- Innenminister Dobrindt unterbricht Urlaub, besucht Flughafen, nennt Vorfall hybrides Angriffsszenario
- Generalbundesanwalt übernimmt Ermittlungen, spricht von schwerem Angriff; Polizei sucht nach Trümmern des zweiten Objekts
Widersprüchliche Angaben zur Fracht der Flugzeuge
Eine gemeinsame Recherche von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR, die sich auf einen vertraulichen Polizeibericht beruft, besagte, dass die ukrainische Antonow-Maschine militärische Munition geladen hatte. Forensische Experten hätten festgestellt, dass der an der Drohne angebrachte Sprengstoff von hoher militärischer Qualität sei, so der Bericht weiter. Das Bundesinnenministerium dementierte dies jedoch; Regierungsbeamte teilten der Deutschen Welle mit, die Flugzeuge seien zum Zeitpunkt des Vorfalls leer gewesen.
Politische Reaktionen
Dobrindt unterbrach einen Urlaub in Italien, um den Flughafen am 5. August zu besuchen, und sagte Reportern, der Vorfall stelle eine „neue Bedrohungsqualität“ und ein „hybrides Bedrohungsszenario“ dar. Er nannte keinen Verdächtigen. Der CDU-Abgeordnete Roderich Kiesewetter, Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums, machte Russland direkt verantwortlich und forderte Konsultationen nach Artikel 4 des NATO-Vertrags. Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Europäischen Parlaments, sagte, Russland habe ein Interesse daran, Widerstand in der deutschen Bevölkerung zu erzeugen, insbesondere vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge nannte den Vorfall „Staatsterrorismus“, falls ein staatlicher Akteur bestätigt werde. Der Vorfall erinnert an einen Fall aus dem Jahr 2024, bei dem ein Brandsatz in einem DHL-Logistikzentrum am selben Flughafen gezündet wurde; Sicherheitskreise vermuten, dass dieses Paket im Auftrag Russlands platziert wurde. Die russische Botschaft in Berlin reagierte nicht auf eine Anfrage von Reuters.


