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Ebola-Ausbruch in der DR Kongo übersteigt 1.000 Fälle, seltener Bundibugyo-Stamm breitet sich aus

Die Demokratische Republik Kongo hat seit Ausbruch der Epidemie am 15. Mai 1.003 Ebola-Fälle und 254 Todesfälle bestätigt. Der seltene Bundibugyo-Stamm stellt aufgrund fehlender Impfstoffe eine besondere Herausforderung für die Eindämmung dar.

Ausbruch übersteigt 1.000 Fälle

Knapp einen Monat nachdem der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) erklärt wurde, sind die bestätigten Fälle laut Gesundheitsministerium auf 1.003 gestiegen, mit 254 Todesfällen. Die Fallsterblichkeitsrate liegt bei 25,3 Prozent. Die Zahlen stiegen am Wochenende stark an: Am Freitag wurden 933 Fälle gemeldet, am Samstag 956, und am Sonntag wurde die 1.000er-Marke überschritten. Derzeit werden 365 Patienten in Krankenhäusern und Isolierstationen behandelt, während 100 Menschen genesen sind.

Ein seltener Stamm ohne Impfstoff

Der Ausbruch wird durch den Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus verursacht, der erstmals 2007 identifiziert wurde. Im Gegensatz zum häufigeren Zaire-Stamm, für den 2018–2019 Impfstoffe entwickelt wurden, gibt es für Bundibugyo keinen zugelassenen Impfstoff oder eine spezifische Therapie. Vorhandene Impfstoffe wirken nur gegen den Zaire-Stamm, der historisch die größten Epidemien verursacht hat. Der aktuelle Ausbruch ist die 17. Ebola-Epidemie in der DR Kongo seit der Entdeckung des Virus im Jahr 1976.

Um die Ausbreitung zu stoppen, müssen 90 Prozent der Kontakte nachverfolgt und überwacht werden.

Weltgesundheitsorganisation

Kontaktverfolgung kämpft mit Konflikten

Die Kontaktverfolgung liegt weiterhin weit unter dem 90-Prozent-Ziel der WHO. Die Behörden haben nur 55 bis 60 Prozent der Personen erreicht, die Kontakt zu Infizierten hatten, sodass Tausende unverfolgt bleiben. Mehr als 35.000 Kontakte müssen noch identifiziert werden, und der ursprüngliche Indexpatient wurde nicht gefunden. Die östlichen Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu, in denen rund 15 Millionen Menschen leben, werden von bewaffneten Gruppen heimgesucht, darunter die M23-Rebellenbewegung, die große Gebiete kontrolliert. Diese Unsicherheit behindert den Zugang von Gesundheitspersonal und erschwert die Eindämmung.

Der Höhepunkt der Epidemie ist noch nicht erreicht.

Internationales Rotes Kreuz

Regionale Ausbreitung und humanitäre Ängste

Das Virus ist ins benachbarte Uganda übergetreten, wo die WHO 20 Fälle und zwei Todesfälle verzeichnet hat, obwohl einige Berichte von 19 Fällen sprechen. Die ugandischen Behörden erklärten Anfang des Monats, die Lage sei „unter Kontrolle“. In der östlichen DR Kongo leben bis zu vier Millionen Binnenvertriebene in überfüllten Lagern mit schlechten sanitären Bedingungen und eingeschränkter Gesundheitsversorgung. Experten warnen, dass ein Ausbruch in diesen Lagern katastrophale Folgen hätte. Die von der WHO und NGOs eingerichteten Ebola-Behandlungszentren sind bereits zu 80 Prozent ausgelastet, nachdem die örtlichen Krankenhäuser zu Beginn der Epidemie schnell überfordert waren.

Schlüsselereignisse des Ebola-Ausbruchs in der DR Kongo
  1. Ebola-Ausbruch offiziell in der DR Kongo erklärt
  2. 933 bestätigte Fälle gemeldet
  3. 956 bestätigte Fälle gemeldet
  4. 1.003 bestätigte Fälle, 254 Todesfälle

Internationale Reaktion

Die WHO hat einen gesundheitlichen Notstand von internationaler Tragweite ausgerufen und davor gewarnt, dass die Epidemie mehrere Monate andauern könnte. Das Africa CDC hat wiederholt seine Besorgnis über die hohe Zahl unverfolgter Kontakte geäußert. Gesundheitsexperten befürchten, dass es angesichts des fehlenden Impfstoffs und des instabilen Sicherheitsumfelds mindestens ein Jahr dauern könnte, den Ausbruch unter Kontrolle zu bringen.

Kinshasa · Bunia · Goma · Bukavu · Kampala

8 Quellen

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