
WHO warnt: Ebola-Ausbruch in der DR Kongo nicht unter Kontrolle, Todeszahl übersteigt 2.300
Die Weltgesundheitsorganisation warnte, dass der Bundibugyo-Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo weiterhin unkontrolliert sei, mit fast 5.000 Infektionen und über 2.300 Todesfällen in sechs Provinzen.
Eskalation in den Provinzen
Die Weltgesundheitsorganisation berief die zweite Sitzung ihres Ebola-Notfallausschusses in Genf ein, nachdem sich der Ausbruch des Bundibugyo-Virus in der Demokratischen Republik Kongo weiter ausgebreitet hatte. Die Behörden der DR Kongo erklärten am 15. Mai 2026 den siebzehnten Ebola-Ausbruch des Landes, mehrere Wochen nachdem die ersten Übertragungen in nördlichen und östlichen Gebieten begonnen hatten. Am 17. Mai 2026 stufte die WHO die Situation als gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ein, die zweithöchste Alarmstufe. Der Erreger hat sich seither auf 55 Gesundheitszonen in sechs Provinzen ausgebreitet, fast 5.000 Menschen infiziert und mehr als 2.300 getötet. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus eröffnete die Ausschusssitzung mit der Warnung, dass die Reaktion weiterhin hinter der Übertragung zurückbleibe.
Fast 5.000 Menschen sind nun infiziert und mehr als 2.300 gestorben, in sechs Provinzen und 55 Gesundheitszonen. Seien wir ehrlich: Der Ausbruch ist bei weitem nicht unter Kontrolle.
- DR Kongo erklärt ihren 17. Ebola-Ausbruch in nördlichen und östlichen Provinzen
- WHO erklärt den Ausbruch zur gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite
- Uganda meldet null aktive Fälle nach 20 Infektionen und zwei Todesfällen
- WHO-Notfallausschuss tritt zu zweiter Sitzung zusammen, da Todesfälle 2.300 übersteigen
Vergleichsmaßstab und regionale Ausbreitung
Die aktuelle Epidemie ist nun der zweitgrößte jemals verzeichnete Ebola-Ausbruch und breitet sich schneller aus als jede frühere Welle. Daten des Africa CDC zeigen, dass die DR Kongo in den ersten drei Monaten siebenmal so viele Infektionen und fünfmal so viele Todesfälle verzeichnete wie die ersten drei Monate des Westafrika-Ausbruchs 2014–2016, der letztlich über 11.300 Menschen tötete. Am Montag übertraf die Zahl der Todesopfer auch die des Ausbruchs 2018–2020 im Osten der DR Kongo, der 2.299 Todesfälle bei 3.381 bestätigten Fällen registrierte. Die WHO stuft das Risiko für die öffentliche Gesundheit als sehr hoch für die DR Kongo, hoch für die Nachbarländer und niedrig für das übrige Afrika und die weitere Welt ein. Uganda hat 20 bestätigte Fälle und zwei Todesfälle dokumentiert und Mitte Juli gemeldet, dass alle aktiven Infektionen innerhalb seiner Grenzen beseitigt seien.
- Bestätigte Fälle
- 3381 Menschen
- Todesfälle
- 2299 Menschen
Übertragungsfaktoren und Herausforderungen bei der Reaktion
Die Eindämmungsmaßnahmen im Norden und Osten der DR Kongo stoßen auf systemische Hindernisse durch bewaffnete Konflikte, schwache öffentliche Infrastruktur und anhaltende Vertreibungen der Zivilbevölkerung. Starke Reisebewegungen entlang von Straßennetzen, Wasserstraßen und Bergbauzugängen begünstigen weiterhin die Virusübertragung über Provinzgrenzen hinweg. Die Gesundheitsbehörden sind besonders besorgt, dass viele Infizierte außerhalb medizinischer Behandlungseinrichtungen sterben und nicht in den Kontaktverfolgungslisten auftauchen. Die WHO priorisiert eine verbesserte gemeinschaftliche Überwachung, um das lokale Vertrauen zu stärken und die Beteiligung der Bevölkerung an Gesundheitsmaßnahmen zu verbessern. Tedros forderte internationale Geber auf, nachhaltige Finanzierung, schnellere epidemiologische Datenaustausch und stärkere grenzüberschreitende Koordinierung bereitzustellen.
Vor drei Monaten habe ich den Ausbruch der Bundibugyo-Virus-Krankheit in der DR Kongo zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite erklärt. Seitdem hat sich der Ausbruch schnell ausgebreitet, und das Risiko einer weiteren nationalen und internationalen Ausbreitung bleibt hoch.
Impfstoffstudien und internationale Empfehlungen
Klinische Forschungsteams haben Kandidaten für medizinische Gegenmaßnahmen gegen den Bundibugyo-Virusstamm eingeführt. Erstmals sind zwei speziell gegen Bundibugyo entwickelte Impfstoffkandidaten in klinische Studien am Menschen vorgerückt. Gleichzeitig hat die internationale, von der WHO gesponserte Partners-Studie 100 Patienten aufgenommen, um therapeutische Behandlungen zu testen. Nach den Beratungen des Ausschusses bestätigte Tedros auf der Social-Media-Plattform X, dass der Ausbruch seinen Status als gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite behalten wird. Die WHO plant, in den kommenden Tagen aktualisierte operative Empfehlungen für die DR Kongo und die Nachbarregierungen zu veröffentlichen und fordert globale Partner auf, Ressourcen zu mobilisieren, um gefährdete Gemeinschaften in den kommenden Monaten zu schützen.


