
EasyJet lehnt Castlelakes 4,93-Milliarden-Pfund-Übernahmeangebot ab, öffnet aber Bücher in der Hoffnung auf ein höheres Angebot
Die britische Billigfluggesellschaft lehnte das 6,5-Milliarden-Dollar-Angebot einstimmig ab und bezeichnete es als zu niedrig, wird dem US-Investor aber vor der Frist am 5. Juli eingeschränkte kommerzielle Informationen zugänglich machen.
Der vierte Anlauf
Der Vorstand von EasyJet lehnte am Donnerstag ein viertes unaufgefordertes Übernahmeangebot der US-Investmentfirma Castlelake ab, das die Billigfluggesellschaft mit 4,93 Milliarden Pfund (6,5 Milliarden Dollar) bewertete. Das Angebot von 6,50 Pfund pro Aktie, das auf frühere Gebote von 5,60, 6,00 und 6,25 Pfund pro Aktie folgte, wurde von dem in Luton ansässigen Unternehmen als „deutlich zu niedrig“ für das Unternehmen und seine Aussichten eingestuft. Trotz der einstimmigen Ablehnung erklärte sich das Unternehmen bereit, Castlelake einen begrenzten Zugang zu kommerziellen Daten zu gewähren, in der Überzeugung, dass dieser Schritt zu einem „attraktiveren Angebot“ führen könnte. Castlelake hat nun bis 17:00 Uhr BST am 5. Juli Zeit, ein verbindliches Angebot vorzulegen oder sich nach den britischen Übernahmeregeln zurückzuziehen.
Die Erzählung hat sich definitiv geändert. EasyJet befindet sich nun faktisch in Verhandlungen mit Castlelake, was bedeutet, dass das Unternehmen zum richtigen Preis zum Verkauf steht.
Eigentümer-Rätsel
Das Konsortium von Castlelake würde zusammen mit Co-Investoren, darunter Brookfield Asset Management, 49 % der Fluggesellschaft halten, während die restlichen 51 % von EU-Bürgern (dem ehemaligen Malaysia-Airlines-CEO Peter Bellew und dem Branchenveteranen Mark Breen) gehalten würden – eine Struktur, die die EU-Eigentumsregeln erfüllen soll, die eine Mehrheitsbeteiligung der EU vorschreiben. Analysten zufolge hängt der Erfolg eines jeden Deals eher vom Preis als von der genauen Beteiligungsstruktur ab. Der Vorstand von EasyJet bleibt hinsichtlich der Durchführbarkeit des Angebots besorgt und besteht auf „zufriedenstellenden Zusicherungen und Verpflichtungen“, bevor er sich weiter einlässt.
Marktreaktion
Die EasyJet-Aktie stieg im frühen Handel am Donnerstag um etwa 6 % bis 7 %, eine deutliche Erholungsrallye, nachdem der Kurs im vergangenen Jahr um rund 30 % gefallen war. Der Iran-Konflikt hat die Treibstoffkosten in die Höhe getrieben und zu schwächeren Sommerbuchungen beigetragen, weshalb die Fluggesellschaft letzten Monat warnte, dass ihr Gesamtjahresausblick unsicher bleibe. EasyJet betont dennoch, dass es sich in einer Position finanzieller Stärke befinde, mit einer soliden Liquiditätsposition und einem mittelfristigen Ziel von mehr als einer Milliarde Pfund Vorsteuergewinn.
- 1. Angebot
- 5.6 £/Aktie
- 2. Angebot
- 6 £/Aktie
- 3. Angebot
- 6.25 £/Aktie
- 4. Angebot
- 6.5 £/Aktie
Weitergehendes Interesse
Der CEO von Air France-KLM, Benjamin Smith, sagte der portugiesischen Zeitung Observador, dass seine Gruppe möglicherweise daran interessiert sei, einige EasyJet-Vermögenswerte zu erwerben, falls die Übernahme durch Castlelake letztendlich zustande komme. Smith betonte, dass Air France-KLM nicht an einem laufenden Gebot beteiligt sei und kein formelles Angebot vorgelegt habe. Seine Äußerungen unterstreichen das Potenzial für eine Aufspaltung oder Veräußerung von Teilen der Fluggesellschaft, falls ein Deal zustande kommt.

