
Rumänischer Senat stimmt für Verlängerung der Treibstoffkrise mit flexibler Steuersenkung, Autofahrer dürften aber kaum entlastet werden
Der rumänische Senat hat am Montag für die Verlängerung des Energie-Krisenzustands bis zum 31. Oktober 2026 gestimmt und einen flexiblen Verbrauchsteuermechanismus gebilligt, wobei ein früherer Vorschlag zur Senkung der Mehrwertsteuer aufgegeben wurde. Der Gesetzentwurf geht nun zur endgültigen Genehmigung an die Abgeordnetenkammer.
Krisenzustand bis Oktober verlängert
Der rumänische Senat stimmte am Montag mit 116 Ja-Stimmen bei acht Enthaltungen dafür, den Krisenzustand auf dem Treibstoffmarkt bis zum 31. Oktober 2026 zu verlängern, mit der Möglichkeit einer Verlängerung um jeweils drei Monate durch Regierungsbeschluss. Der Mechanismus erlaubt auch geschäftsführenden Regierungen, die Maßnahmen zu verlängern, die jedoch keine Dringlichkeitsverordnungen erlassen können. Der ursprüngliche Entwurf sah eine vorübergehende Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Treibstoff auf 19 % vor, aber diese Bestimmung wurde aus dem vom Senat verabschiedeten Text gestrichen.
Rumänien steht nicht mehr nur vor einer Preiskrise; wir stehen vor einem echten Risiko einer Versorgungskrise. Das Problem auf dem Treibstoffmarkt ist heute nicht nur, wie viel der Treibstoff kostet, sondern ob genügend Produkt verfügbar ist.
Dynamische Verbrauchsteuer ersetzt Mehrwertsteuersenkung
Der verabschiedete Gesetzentwurf führt erstmals einen dynamischen Verbrauchsteuermechanismus ein, der es erlaubt, die Dieselverbrauchsteuer je nach Entwicklung der Zapfsäulenpreise und der Brent- und Platts-Notierungen um 5 % bis 25 % zu senken. Eine anfängliche Senkung der Verbrauchsteuer um 10 % wird unmittelbar nach Verkündung des Gesetzes wirksam. Das Finanzministerium wird den Verbrauchsteuersatz alle zwei Wochen neu bewerten, was eine schnelle Anpassung an die Marktbedingungen während des dreimonatigen Anwendungszeitraums ermöglicht.
Wir haben uns auf einen Mechanismus geeinigt, durch den wir die Treibstoffverbrauchsteuer schrittweise senken werden, zwischen 5 % und 25 %, je nachdem, wie die internationalen Notierungen sowohl für Rohöl als auch für Diesel pro Tonne steigen.
Die Mehrwertsteuersenkung wurde aufgegeben, nachdem Finanzminister Alexandru Nazare argumentierte, sie sei mit dem EU-Recht unvereinbar und könne Rumäniens Glaubwürdigkeit vor den anstehenden Rating-Agentur-Prüfungen schädigen. Eine Bewertung durch Fitch wird noch diese Woche erwartet, Moody's folgt in der nächsten Woche.
Geschätzte Preisauswirkungen
Bogdan Ivan schätzte, dass die Verbrauchsteuersenkung die Dieselpreise bei den aktuellen Notierungen um 34 Bani pro Liter senken könnte, bei einem Anstieg der internationalen Preise um mehr als 20 % im Vergleich zum Zeitraum vor dem Nahostkonflikt auf 64 Bani oder maximal 84 Bani steigen könnte. Von der Zeitung Adevarul zitierte Analysten bezeichneten die Wirkung jedoch als „symbolisch“ und schätzten die tatsächliche Senkung des Zapfsäulenpreises auf nicht mehr als 30 Bani pro Liter für Diesel. Der Wirtschaftsanalyst Adrian Negrescu setzte die Obergrenze im schlimmsten Fall auf 1 Leu.
- Analystenschätzung (max. tatsächliche Wirkung)
- 30 Bani/Liter
- Bei aktuellen Notierungen (Ivan)
- 34 Bani/Liter
- Wenn internationale Preise um 20 % steigen (Ivan)
- 84 Bani/Liter
- Negrescu-Schlimmstfall-Obergrenze
- 100 Bani/Liter
Exportbeschränkungen und Handelsspannen-Obergrenze
Über den fiskalischen Mechanismus hinaus schränkt das Paket Dieselsexporte in Nachbarstaaten ein, die der gemeinsamen Genehmigung des Wirtschafts- und des Energieministers bedürfen. Es begrenzt auch den von den Treibstoffmarktbetreibern angewandten Handelsspanne, wobei die Obergrenze regelmäßig an die Inflationsrate angepasst wird. Diese flankierenden Maßnahmen sollen die inländische Versorgung schützen, solange der Verbrauchsteuermechanismus in Kraft ist.
Versorgungsrisiko und Haushaltsauswirkungen
Nazare warnte wiederholt, dass jede Preisobergrenze zu Treibstoffknappheit führen könnte. Die europäischen Dieselvorräte sinken und der Wettbewerb um verfügbare Mengen ist intensiv. Rumänien deckt einen erheblichen Teil seines Dieselbedarfs durch Importe, was die Anfälligkeit erhöht. Der Minister schätzte die fiskalischen Kosten der dynamischen Verbrauchsteuer auf rund 100 Millionen Lei pro Monat, betonte jedoch, dass die Zahl stark von den Marktbedingungen abhängt.
Persönlich halte ich dies nicht für die besten oder effizientesten Maßnahmen, die hätten ergriffen werden können, denn eine Mehrwertsteuersenkung hätte eine viel größere unmittelbare Wirkung und einen deutlicheren Rückgang gehabt. Trotzdem ist das, was wir jetzt haben, besser als nichts.
Der Gesetzentwurf geht nun im Eilverfahren an die Abgeordnetenkammer, wo er endgültig genehmigt werden muss, bevor die Maßnahmen in Kraft treten können.


