
Drohnenaufnahmen zeigen Verwüstung in Bukarester Wohnblock neun Monate nach tödlicher Gasexplosion
Neun Monate nach einer Gasexplosion, bei der mindestens drei Menschen starben und zwei Stockwerke eines Bukarester Wohnblocks zerstört wurden, hat die Stadt die Baustelle an einen Auftragnehmer übergeben und Drohnenaufnahmen des Trümmerfeldes veröffentlicht – im Vorfeld der lange verzögerten Stabilisierungsarbeiten.
Drohneninspektion zeigt Ausmaß der Schäden
Am 22. Juli 2026 flog eine vom Projektplaner betriebene Drohne durch die zerstörten Wohnungen des Rahova-Blocks und hielt Bilder von eingestürzten Decken, zertrümmerten Wänden und Räumen fest, die noch immer im Moment der Gasexplosion vom 17. Oktober 2025 erstarrt waren. Das Bukarester Rathaus veröffentlichte das Filmmaterial am darauffolgenden Tag und bezeichnete es als notwendigen Schritt für die Sicherheitsplanung. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!“, schrieb die Gemeinde auf Facebook und wies darauf hin, dass die Baustelle in der Vorwoche an den Auftragnehmer übergeben worden sei.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte! Letzte Woche haben wir die Baustelle übergeben, und der Auftragnehmer bereitet sich darauf vor, den Rahova-Block zu sichern.
Die Explosion, die durch ein Gasleck verursacht wurde, riss zwei Stockwerke des achtstöckigen Gebäudes auf und tötete nach unterschiedlichen offiziellen Angaben zwischen drei und vier Menschen und verletzte 7 bis 15. Insgesamt wurden 54 Wohnungen zerstört oder unbewohnbar gemacht, und 36 geparkte Autos wurden beschädigt.
Sicherungsarbeiten: Was sie beinhalten
Nach monatelangen gescheiterten Ausschreibungen vergab die Stadt im Mai 2026 einen Auftrag über 1,34 Millionen Lei (ohne MwSt.) an die Firma Apolodor. Die Arbeiten sind in eine 30-tägige Planungsphase und 50 Tage Ausführung unterteilt, wobei der gesamte Prozess voraussichtlich etwa zwei Monate dauern wird. Das Verfahren umfasst den Abriss des stark beschädigten Teils des Blocks und die Abstützung der verbleibenden Struktur mit Metall- oder Holzstützen.
Das Verfahren beinhaltet die Trennung der betroffenen Stockwerke vom Rest des Blocks. Der betroffene Teil wird entfernt und abgerissen, und der verbleibende Teil wird zur besseren Unterstützung abgestützt. Erst nach diesem Zeitpunkt können die Bewohner des verbleibenden Teils eintreten, um Dokumente und Wertsachen zu bergen.
Stadtbeamte warnten, dass Bewohner des zerstörten Teils wahrscheinlich nie persönliche Gegenstände aus ihren Wohnungen bergen können. Sobald die Stabilisierung abgeschlossen ist, wird ein technisches Gutachten entscheiden, ob der erhaltene Teil konsolidiert werden kann oder ebenfalls abgerissen werden muss. Der letzte Schritt ist der Wiederaufbau und die Wiederherstellung der Eigentumsrechte.
Frustration der Bewohner und strafrechtliche Ermittlungen
Neun Monate Wartezeit haben die Geduld strapaziert. Unter dem Facebook-Beitrag der Stadt ließen die Bewohner ihrem Ärger freien Lauf. Ionica Stanciu schrieb: „Wenn das Ceaușescu wäre, würdet ihr hängen. Dieses Land hat den EU-Beitritt nicht verdient. Eine Farce.“ Andere beklagten, dass „9 Monate und nichts“ passiert sei.
Wenn das Ceaușescu wäre, würdet ihr hängen. Dieses Land hat den EU-Beitritt nicht verdient. Eine Farce.
Inzwischen schreitet ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren voran. Die Staatsanwaltschaft prüft vier Personen und drei Unternehmen. Insgesamt wurden 176 Schadensersatzforderungen eingereicht, und die Gerichte haben Beschlagnahmungen von über 53 Millionen Euro und mehr als 10 Millionen Lei von den Beschuldigten angeordnet.
Zeitleiste der Reaktion
- Gasexplosion zerstört zwei Stockwerke, tötet 3-4 Menschen.
- Notfall-Kommandoposten eingerichtet; 62 Menschen in Hotels untergebracht.
- Stadtrat genehmigt zusätzliche 1,1 Millionen Lei an Unterstützung.
- Auftrag für Sicherungsarbeiten nach gescheiterten Ausschreibungen an Apolodor vergeben.
- Drohneninspektion erfasst Innenschäden für die Planungsphase.
- Voraussichtlicher Abschluss der Sicherungsarbeiten; einige Bewohner können möglicherweise Habseligkeiten bergen.
Die Stadt hat ihre Maßnahmen seit der Explosion detailliert aufgeführt. Am Tag der Explosion wurde ein Notfall-Kommandoposten am Gymnasium „Dimitrie Bolintineanu“ eingerichtet, und fast 300 Menschen wurden untersucht; 62 wurden in Hotels untergebracht. In den folgenden Tagen genehmigte der Stadtrat 2,9 Millionen Lei für Hotels, Mieten und andere Unterstützung und fügte am 24. Oktober weitere 1,1 Millionen Lei hinzu. Bis zum 20. Oktober waren die ersten vier Familien von Hotels in Mietwohnungen umgezogen. Bisher hat die Stadt 115.000 Euro Miete für 43 evakuierte Familien gezahlt. Die Drohneninspektion markiert den ersten sichtbaren Fortschritt in Richtung physischer Arbeiten am Gebäude selbst; die Sicherungsarbeiten sollen bis Ende September 2026 abgeschlossen sein, wonach einige Bewohner endlich ihre Habseligkeiten bergen können.


