
Gericht in Mexiko spricht drei Männer der Tötung australischer und amerikanischer Surfer 2024 schuldig
Ein Richter in Baja California hat Jesus Gerardo Garcia und zwei Mitangeklagte des qualifizierten Mordes, des schweren Raubs und des Fahrzeugdiebstahls für schuldig befunden. Das Strafmaß soll am 16. Oktober verkündet werden.
Das Urteil
Ein mexikanischer Richter hat am Freitag drei Männer der Morde an zwei australischen Brüdern und deren amerikanischem Freund während einer Surf-Reise in Baja California im Jahr 2024 für schuldig befunden, wie eine Gerichtsquelle mitteilte. Bei den Verurteilten handelt es sich um Jesus Gerardo Garcia, bekannt als "El Kekas", sowie zwei Mitangeklagte, die nur als Irineo Francisco "N" und Angel Jesus "N" identifiziert wurden. Das Gericht von Baja California befand sie des qualifizierten Mordes, des schweren Raubs und des Fahrzeugdiebstahls für schuldig. Die AFP berichtet aus dem Gerichtssaal in Ensenada, der Richter habe festgestellt, dass die drei mit Vorsatz handelten, und die Strafen sollen nächste Woche verkündet werden. Die Gerichtsquelle nannte den 16. Oktober als Datum der Urteilsverkündung.
Strafantrag und umstrittene Zahlen
Der Strafantrag der Staatsanwaltschaft wird von verschiedenen Quellen unterschiedlich wiedergegeben. Reuters berichtet, die Anklage habe Haftstrafen von bis zu 150 Jahren gefordert, während AFP und Le Figaro von einer Forderung von 210 Jahren für jeden Angeklagten berichten. AFP weist darauf hin, dass die Höchststrafe in Baja California 60 Jahre beträgt. Laut AFP erklärten die Staatsanwälte vor Gericht, die drei Ausländer seien wehrlos überrascht worden, und einer der Angeklagten habe damit geprahlt, Gegenstände der Opfer zu besitzen.
Wie es zu den Tötungen kam
Callum Robinson, 33, sein Bruder Jake Robinson, 30, und ihr amerikanischer Freund Carter Rhoad, 30, campierten und surften in der Nähe von Punta San Jose, etwa 80 km südlich von Ensenada, als sie Ende April 2024 als vermisst gemeldet wurden. Nach einer tagelangen Suche, unterstützt vom FBI, wurden ihre Leichen am 3. Mai gefunden, jede mit Schusswunden am Kopf. Eine Darstellung verortet die Leichen am Grund eines Brunnens, während The Guardian von einem Schacht an einer Klippe spricht. Die Staatsanwaltschaft erklärte, die Angeklagten hätten versucht, die Touristen auszurauben, die erschossen wurden, als sie sich wehrten; der Wagen wurde später ausgebrannt in der Nähe gefunden. Nach der Aussage der Freundin des Hauptverdächtigen soll Garcia gesagt haben, Carter Rhoad habe um sein Leben gefleht und erzählt, er sei verheiratet.
Die Familien und der Prozess
Der Prozess begann am 7. September und dauerte vier Wochen. Martin und Debra Robinson reisten aus Perth an, und Rhoads Verlobte Natalie Weirtz nahm per Videoanruf aus den Vereinigten Staaten teil. Zu Beginn des Prozesses bezeichnete Martin Robinson vor Gericht die Morde an seinen Söhnen als "Hölle".
"Es ist schwer für einen Elternteil, einen Sohn zu verlieren, und wir haben zwei Söhne verloren", sagte er.
- Callum Robinson, Jake Robinson und Carter Rhoad werden in der Nähe von Ensenada als vermisst gemeldet
- Leichen mit Schusswunden am Kopf nach einer vom FBI unterstützten Suche gefunden
- Gisell Silva zu 20 Jahren Haft verurteilt
- Prozessbeginn
- Drei Männer für schuldig befunden
- Strafmaß soll laut einer Gerichtsquelle verkündet werden
Debra Robinson sagte am letzten Prozesstag aus und weinte, als das Urteil verkündet wurde, wie AFP berichtete. Sie sagte:
Sie haben unsere Söhne für immer aus unserem Leben gerissen.
Am meisten schmerzt uns, dass sie in ihren letzten Stunden so grausam behandelt wurden.
Weirtz sagte vor Gericht: "Die Angeklagten sind schuldig und müssen bestraft werden, damit keine andere Familie denselben Schmerz erleidet."
Weiterer Kontext
Gisell Silva, Garcias damalige Freundin, wurde im November 2025 in einem separaten Verfahren zu 20 Jahren Haft verurteilt. Sie war 23, als sie wenige Tage nach dem Fund der Leichen festgenommen wurde. Baja California zählt zu den gewalttätigsten Bundesstaaten Mexikos, geprägt von organisierter Kriminalität und Drogenhandel, wobei Kartellaktivitäten Touristen selten betreffen. Auch andere ausländische Besucher wurden an Mexikos Pazifikküste ins Visier genommen, darunter die beiden australischen Surfer Dean Lucas und Adam Coleman, die 2015 in Sinaloa getötet und deren Leichen verbrannt wurden. Nach den Tötungen von 2024 forderte das US-Außenministerium Amerikaner auf, Reisen in den Bundesstaat wegen Kriminalität und Entführungsrisiken zu überdenken.
