
Djokovic überlebt Fünf-Stunden-Epos in Wimbledon und trifft im Halbfinale auf Sinner
Novak Djokovic (39) besiegte Felix Auger-Aliassime 7:6(10), 3:6, 6:3, 6:7(4), 7:6(4) in fünf Stunden und 15 Minuten auf dem Centre Court – das längste Viertelfinale der Wimbledon-Geschichte, das sechs Minuten vor der 23-Uhr-Sperrstunde endete.
Djokovic bezwingt Auger-Aliassime im Rekord-Viertelfinale
Novak Djokovic (39) besiegte den an Nummer drei gesetzten Felix Auger-Aliassime 7:6(10), 3:6, 6:3, 6:7(4), 7:6(4) in fünf Stunden und 15 Minuten auf dem Centre Court – das längste Viertelfinale der Wimbledon-Geschichte. Das Match endete sechs Minuten vor der 23-Uhr-Sperrstunde, während Djokovic' elfjähriger Sohn Stefan von der Tribüne aus zuschaute. Djokovic nannte es eines der besten Matches seiner Karriere auf diesem Platz.
Das sind die Momente, für die ich immer noch Tennis spiele, ganz sicher. Ich wünschte, es wäre das Finale, damit ich mir keine Gedanken darüber machen müsste, wie der Körper morgen reagiert, aber ja, ich bin glücklich.
Der Serbe zog damit zum 15. Mal ins Wimbledon-Halbfinale ein – und zum achten Mal in Folge – und trifft am Freitag auf den Titelverteidiger Jannik Sinner.
- Djokovic gewinnt Tiebreak 12:10, nachdem er einen Breakball abwehrt.
- Djokovic wird beim Stand von 4:4 im ersten Satz an Knöchel und Wade behandelt.
- Schiedsrichterin schließt Dach um 19:40 Uhr trotz Protesten beider Spieler.
- Auger-Aliassime gleicht zum Satzausgleich aus.
- Djokovic geht wieder in Führung und gewinnt 6:3.
- Auger-Aliassime erzwingt den Entscheidungssatz und gewinnt Tiebreak 7:4.
- Djokovic dominiert Tiebreak mit 10:4 und sichert sich den Sieg.
- Djokovic gewinnt nach 5 Stunden 15 Minuten, sechs Minuten vor der 23-Uhr-Sperrstunde.
Verletzungssorgen und Dach-Streit
Djokovic benötigte beim Stand von 4:4 im ersten Satz eine medizinische Auszeit, nachdem er bei einer Rückhand gestoppt hatte und an Knöchel und Wade behandelt wurde. Er erholte sich, erzwang einen Tiebreak und gewann diesen 12:10. Beim Satzausgleich informierte Turnier-Schiedsrichterin Denise Parnell die Spieler, dass das Dach um 19:40 Uhr geschlossen würde, was Proteste beider Seiten auslöste. Djokovic argumentierte, es sei zu früh, während Auger-Aliassime meinte, man könne ohne Probleme bis 21 Uhr spielen. Der All England Club führte später Bedenken wegen des Taupunkts an, obwohl die Temperaturen stabil blieben.
Sinner wartet im Halbfinale
Der Weltranglistenerste Jannik Sinner zog mit einem 7:5, 7:6(4), 6:3-Sieg über Jan-Lennard Struff ins Halbfinale ein und verlor seit seinem Fünf-Satz-Auftaktmatch keinen Satz mehr. Djokovic räumte die Herausforderung ein und sagte, er wünschte, es wäre das Finale, damit er sich keine Gedanken über die Erholung machen müsste. Sinner scherzte derweil über die abgestimmten Outfits seines Trainer-Teams und merkte einen Aberglauben gegen weiße Kappen an.
Gauff und Muchova buchen Halbfinalplätze
Coco Gauff erreichte mit einem 4:6, 6:3, 6:3-Comeback gegen ihre Landsfrau Jessica Pegula ihr erstes Wimbledon-Halbfinale. Gauff sagte, sie habe ihre Chancen in Wimbledon vor einer Woche noch abgeschrieben, hoffe aber nun, dass es Teil ihres Schicksals sei. Karolina Muchova besiegte Naomi Osaka glatt in zwei Sätzen und zog ins erste Grand-Slam-Halbfinale ihrer Karriere ein, wobei sie eine Grasallergie mit Pillen, Sprays und Augentropfen in den Griff bekam. Osaka sagte, ihre Beine hätten sich gegen Ende des Matches „abgekoppelt“ vom Körper angefühlt.
Zverev im Viertelfinale
Alexander Zverev, die Nummer zwei der Setzliste, besiegte Jiri Lehecka in vier Sätzen und trifft nun im Viertelfinale auf Taylor Fritz. Zverev sagte angesichts der Aufschlaggeschwindigkeiten beider Spieler von über 225 km/h wenige Ballwechsel voraus.


