
Deutschlands Innenverteidiger-Duo winkt angesichts KI-Songs und Spitznamen vor Curaçao-Auftakt ab
Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck, Deutschlands erste Wahl als Innenverteidiger-Paar für die WM 2026, sagen, dass sie eine Welle von KI-generierten Turnierliedern ignorieren und sich auf ihr Auftaktspiel gegen Curaçao konzentrieren.
Das KI-Lieder-Phänomen
Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada ist im Internet eine Flut von Liedern über deutsche Nationalspieler aufgetaucht, viele davon von künstlicher Intelligenz generiert. Der Inhalt einiger dieser Stücke wurde als fragwürdig beschrieben und stellt einen Bruch mit den langjährigen musikalischen Traditionen des DFB dar. Verteidiger Jonathan Tah sprach das Thema vor Deutschlands Auftaktspiel gegen Curaçao an und sagte, er bevorzuge Musik von echten Menschen. „Ich mag es, wenn es wirklich echte Musiker und echte Menschen sind“, sagte Tah.
Ich mag es, wenn es wirklich echte Musiker und echte Menschen sind.
Sein Abwehrpartner Nico Schlotterbeck nahm den Trend mit einer gelasseneren Reaktion zur Kenntnis. „Ich habe es bemerkt. Ich finde, manche sind gut, manche weniger gut“, sagte der Dortmunder. Schlotterbeck fügte hinzu, dass sich innerhalb des DFB-Kaders noch kein Lied als potenzieller Turnierhit herauskristallisiert habe.
Ich habe es bemerkt. Ich finde, manche sind gut, manche weniger gut.
Eine Tradition von Spieleraufnahmen
Die aktuellen KI-generierten Stücke stehen im Gegensatz zu jahrzehntelanger DFB-Geschichte, in der die Spieler selbst ins Aufnahmestudio gingen. Vor der WM 1978 nahm Udo Jürgens mit der Nationalmannschaft „Buenos Dias, Argentina“ auf, ein Lied, das in die Charts einstieg. Vor dem Triumph 1990 in Italien gingen Teammanager Franz Beckenbauer und Kapitän Lothar Matthäus mit Jürgens erneut ins Studio für „Wir sind schon auf dem Brenner“. 1994, als die Weltmeisterschaft ebenfalls in den Vereinigten Staaten stattfand, sangen deutsche Spieler mit den Village People „Far Away in America“. Schlotterbeck sagte, er sei im DFB-Kabinenraum nicht für die Musikauswahl zuständig, vertraue aber dem Geschmack seiner Teamkollegen.
Ich höre gerne mit, also freue ich mich einfach, wenn gute Musik läuft. Und ich finde, die Jungs kriegen das immer ganz gut hin.
Das Innenverteidiger-Gespann formiert sich
Tah und Schlotterbeck werden bei diesem Turnier voraussichtlich die Innenverteidigung Deutschlands bilden – eine Rolle, die beide mit Selbstvertrauen angenommen haben. Auf einer Pressekonferenz an der Wake Forest University in Winston-Salem beschrieb Schlotterbeck ihre Partnerschaft in deutlichen Worten. „Wir sind sehr gut eingespielt“, sagte er und fügte hinzu, dass er und Tah ein „Top-Innenverteidiger-Duo“ seien. Als Gelächter durch den Raum ging, betonte Schlotterbeck, dass er es völlig ernst meine. „Ich höre viel Lachen im Raum, aber ich meine es völlig ernst“, sagte er.
Ich höre viel Lachen im Raum, aber ich meine es völlig ernst.
Tah lobte Schlotterbecks Fähigkeiten am Ball und sagte, es gebe in Europa nur wenige Verteidiger, die auf seinem Niveau spielen. Schlotterbeck gab das Kompliment zurück und bezeichnete Tah als einen unglaublich guten Verteidiger, wenn es um die Torhüterabsicherung gehe. Das Duo wird mit dem WM-Siegerpaar Mats Hummels und Jérôme Boateng verglichen, die ebenfalls für den FC Bayern München und Borussia Dortmund spielten.
Der Spitzname, der die Pressekonferenz sprengte
Ein heiterer Moment war, als Schlotterbeck in Gelächter ausbrach wegen eines ungewollten Spitznamens für seinen Teamkollegen. Tah wurde als „Tschonnässn“ Tah vorgestellt – ein Spitzname, der Schlotterbeck dazu brachte, auf den Tisch zu schlagen und den Kopf in den Armen zu vergraben. Tah saß mit einem gequälten Lächeln daneben, offenbar bewusst, dass er diesem Etikett nicht entkommen würde. Die Szene unterstrich die echte Freundschaft zwischen den beiden Verteidigern, die sich selbst als „unglaublich gutes Duo“ beschreiben, das sich vor niemandem verstecken müsse. Tah, die eher stoische Präsenz, nannte Schlotterbeck einen „besonderen Charakter, sehr extrovertiert, immer zu einem Scherz aufgelegt“.
Aber es ist schon lustig, wie viel Aufmerksamkeit dem von außen zuteilwird. Aber wir konzentrieren uns lieber auf das Wesentliche.
Blick auf Curaçao
Deutschland eröffnet seine WM-Kampagne am Sonntag gegen Curaçao – ein Spiel, das für das Abwehrduo eine sanfte Einführung sein dürfte. Mit 30 (Tah) und 26 (Schlotterbeck) Jahren werden die beiden angesichts des zu erwartenden Spielverlaufs eher als angreifende Verteidiger denn als reine Abräumer fungieren. Die Suche nach „Abwehr-Monstern“, die Trainer Julian Nagelsmann Ende 2023 beschäftigte, scheint abgeschlossen. Sogar Real-Madrid-Stammkraft Antonio Rüdiger ist in die zweite Reihe gerückt, während Tah und Schlotterbeck sich durch komplementäre Fähigkeiten Stammplätze gesichert haben.
- Tah und Schlotterbeck halten Pressekonferenz an der Wake Forest University in Winston-Salem und erklären sich zum Top-Duo.
- Beide Verteidiger äußern sich zu KI-generierten WM-Liedern und sagen, der Fokus bleibe auf dem Fußball.
- Deutschland trifft im ersten WM-Spiel auf Curaçao, Tah und Schlotterbeck werden voraussichtlich in der Innenverteidigung starten.
Tah fasste die Einstellung des Teams zum Lärm von außen, zu KI-Liedern und Spitznamen, zusammen: Der Fokus bleibe auf dem Fußball. „Aber es ist schon lustig, wie viel Aufmerksamkeit dem von außen zuteilwird“, sagte er. „Aber wir konzentrieren uns lieber auf das Wesentliche.“


