Merz warnt: Angreifer hybrider Attacken werden zahlen – nach Drohnenangriff auf Flughafen Leipzig
Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte bei einer Klausur der Bundesregierung in Neuhardenberg, dass die Täter hybrider Angriffe mit Konsequenzen rechnen müssten, nachdem drei Drohnen und militärischer Sprengstoff in der Nähe ukrainischer Frachtmaschinen am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt wurden.
Warnung in Neuhardenberg
Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnete eine zweitägige Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg in Brandenburg mit einer direkten Warnung an die Täter von Drohnen-Sabotageversuchen am Flughafen Leipzig/Halle. In seiner Rede, während die Minister zusammenkamen, um über Wirtschaftsmaßnahmen und Klimapolitik zu beraten, erklärte Merz, dass die Angreifer fahrlässig schwere Sachschäden, Verletzungen und Todesfälle in Kauf nähmen. Er argumentierte, dass Deutschland stärker in den Fokus hybrider Operationen gerückt sei, und kündigte an, dass der Staat die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen werde.
Die Bundesregierung verhängt einen Preis für die Täter hybrider Angriffe; sie werden dafür bezahlen.
Merz erklärte, dass die Bundesregierung und die Sicherheitsbehörden des Inlands eine Untersuchung koordinieren, um die genaue Verantwortlichkeit festzustellen, und beabsichtigten, ihre Schlussfolgerungen in Kürze vorzulegen.
Drohnenfunde in Leipzig/Halle
Die bundesweite Untersuchung konzentriert sich auf einen Vorfall vom Abend des 4. August 2026, als Flughafenpersonal eine mit Sprengstoff bestückte Drohne in der Nähe geparkter ukrainischer Frachtflugzeuge entdeckte und entschärfte. Nach Ermittlungsergebnissen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung scheiterte ein Angriff auf ein ukrainisches Antonow-Transportflugzeug aufgrund eines defekten Zünders, während eine zweite Drohne vermutlich mit einem DHL-Flugzeug kollidierte.
- Eine mit Sprengstoff bestückte Drohne, die auf ukrainische Antonow-Frachtflugzeuge abzielte, wird am Flughafen Leipzig/Halle entschärft.
- Ermittler lokalisieren eine dritte Drohne und etwa 50 Gramm mutmaßlichen Hexogen-Sprengstoffs auf einem Feld westlich des Flughafens.
- Bundeskanzler Friedrich Merz kündigt an, dass die Bundesregierung den hybriden Angriff bald zuschreiben wird.
Zehn Tage später, am 14. August 2026, entdeckten Ermittler eine dritte Drohne auf einem Acker westlich des Flugfeldes. In der Nähe des Wracks dieser dritten Drohne stellte die Polizei etwa 50 Gramm einer Substanz sicher, die in vorläufigen Auswertungen als der militärische Sprengstoff Hexogen identifiziert wurde. Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass das Vorhandensein mehrerer Sprengkörper auf die Vorbereitung eines größeren Angriffs auf den Flughafen hindeutet.
Strategische Rolle des Logistikdrehkreuzes
Der Flughafen Leipzig/Halle fungiert als essenzielles Logistikdrehkreuz für den europäischen Luftfrachtverkehr und Waffenlieferungen in die Ukraine. Die Anlage arbeitet ohne Nachtflugverbot, bietet direkte Einrichtungen für die Bundeswehr und beherbergt stationierte Antonow-Schwertransportflugzeuge, die übergroßes militärisches Gerät transportieren.
Da strategische Lufttransportflugzeuge in Europa knapp sind und amerikanische Alternativen weiterhin eingeschränkt bleiben, würde die Außerdienststellung der Antonow-Flotte direkt die Geschwindigkeit und das Volumen der westlichen Militärhilfe für Kiew beeinträchtigen. Diese Schwerlastfrachtflugzeuge transportieren Lieferungen, die auf anderen Wegen nur schwer zu befördern sind, was die Anlage zu einem Ziel für verdeckte Störungen macht.
Urheberschaft und politische Reaktion
Die Sicherheitsbehörden konzentrieren ihren Verdacht auf russische Staatsakteure, obwohl die Bundesregierung noch keine formelle Zuschreibung vorgenommen hat und Moskau jede Verantwortung bestreitet. Innenminister Alexander Dobrindt merkte an, dass zwar Indizien auf Moskau hindeuteten, der endgültige rechtliche Nachweis bei verdeckten hybriden Operationen jedoch schwierig bleibe.
Leipzig ist kein Einzelfall, sondern Leipzig ist Teil einer größeren Struktur, mit der wir es zu tun haben.
Die Kabinettsklausur in Brandenburg findet statt, während die Koalition aus CDU/CSU und SPD die wirtschaftliche Kontraktion im Inland und die bevorstehenden Landtagswahlen thematisiert. Merz erklärte, dass Deutschland bereits erste Maßnahmen zum Schutz der heimischen Infrastruktur vor hybriden Bedrohungen umgesetzt habe und formelle Ergebnisse vorlegen werde, sobald die Sicherheitsbehörden ihre Ermittlungen abgeschlossen haben.

