
Deutschland deklassiert Curaçao 7:1 zum WM-Auftakt 2026 – Neuer stellt Torwart-Rekord ein
Sechs verschiedene deutsche Torschützen bescherten der Mannschaft in Houston den ersten WM-Auftaktsieg seit 2014. Der 40-jährige Manuel Neuer zog mit Hugo Lloris‘ Rekord für die meisten WM-Einsätze eines Torwarts gleich.
Deutschland startete mit einem überzeugenden 7:1-Sieg gegen WM-Neuling Curaçao im NRG Stadium in Houston in die WM 2026. Vor 68.021 Zuschauern schüttelten die vierfachen Weltmeister einen kurzen Ausgleich ab und überrollten den karibischen Inselstaat, der als kleinstes Land aller Zeiten (rund 150.000 Einwohner) an der WM teilnimmt.
Frühe Führung und ein kurzer Schock
Felix Nmecha brachte Deutschland in der sechsten Minute in Führung, als er einen sehenswerten Doppelpass mit Florian Wirtz abschloss. Die frühe Dominanz wurde in der 21. Minute unterbrochen, als Livano Comenencia das erste WM-Tor in der Geschichte Curaçaos erzielte. Nico Schlotterbeck klärte auf der rechten Seite nicht konsequent, und Comenencias Schuss wurde von Joshua Kimmich leicht abgefälscht, sodass Neuer chancenlos war.
Deutschland reagierte mit Wucht. Schlotterbeck machte seinen Fehler wieder gut, als er in der 38. Minute eine Ecke per Kopf zum 2:1 verwertete. Tief in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wurde Nmecha im Strafraum gefoult, und Kai Havertz verwandelte den fälligen Elfmeter zum 3:1-Pausenstand.
Durchschlagende zweite Halbzeit
Jede Spannung verflog kurz nach dem Wiederanpfiff, als Jamal Musiala, von Kimmich bedient, in der 47. Minute aus spitzem Winkel traf. Die Tore flossen weiter: Nathaniel Brown erzielte in der 68. Minute bei seinem WM-Debüt das 5:1, der eingewechselte Deniz Undav machte in der 78. Minute das 6:1, und Havertz erzielte in der 88. Minute seinen zweiten Treffer des Abends. Das 7:1 ist Deutschlands zweithöchster WM-Sieg (nach dem 8:0 gegen Saudi-Arabien 2002) und das torreichste Spiel des Turniers bisher.
Neuers Rekord-Rückkehr
Manuel Neuer, der sein erstes Länderspiel seit seinem Rücktritt nach der EM 2024 bestritt, wurde mit 40 Jahren zum ältesten deutschen Nationalspieler. Es war sein 20. WM-Einsatz, womit er den Rekord des Franzosen Hugo Lloris einstellte. Zu seiner Rückkehr sagte Neuer:
Ich gehe mit positiven Gedanken hinein. Ich freue mich auf alles, was kommt. Ich bin voller Energie.
Trainer Julian Nagelsmann hatte Neuer kurz vor dem Turnier wieder zur Nummer eins im Tor ernannt und Oliver Baumann, der in der Qualifikation gespielt hatte, ersetzt.
Kleine Insel, historischer Moment
Curaçao, Weltranglisten-82. und trainiert vom 78-jährigen Dick Advocaat (dem ältesten Trainer aller Zeiten bei einer WM), zeigte Moral. Der Ausgleich bescherte den mitgereisten Fans einen Grund zum Feiern, und das Debüt der Mannschaft auf dieser Bühne ist ein Meilenstein für das Land mit 150.000 Einwohnern. Advocaat, der einen neuen Altersrekord aufstellte, sah seine Mannschaft zwar tapfer kämpfen, aber letztlich von der deutschen Geschwindigkeit und Tiefe überrollt.
Ein erneutes Vorrunden-Aus ist unwahrscheinlich
Deutschland hatte seine beiden vorherigen WM-Auftaktspiele verloren (0:1 gegen Mexiko 2018, 1:2 gegen Japan 2022) und war beide Male in der Vorrunde gescheitert. Dieser Sieg, kombiniert mit dem erweiterten Modus, bei dem acht der zwölf Gruppendritten weiterkommen, macht eine Wiederholung dieser Enttäuschung unwahrscheinlich. Der wahre Test kommt jedoch in den verbleibenden Gruppenspielen der Gruppe E gegen die Elfenbeinküste am 20. Juni in Toronto und gegen Ecuador am 25. Juni – Gegner, die ein weitaus klareres Bild von Deutschlands Titelambitionen liefern werden.

