Migration · Leipzig, Kabul und Darmstadt

Deutschland schiebt 40 verurteilte Afghanen mit Charterflug von Leipzig nach Kabul ab

Der Charterflug startete in Leipzig/Halle und landete am Mittwoch, 28. Oktober 2026, in Kabul; zehn Bundesländer waren beteiligt. Fünf der Abgeschobenen kamen aus Hessen und fünf aus Nordrhein-Westfalen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von tagesschau.de, rmf24.pl, N-tv und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Leipzig, Kabul, Darmstadt · Deutschland, Afghanistan
Wie es dazu kam
  1. Februar 2026Die Bundespolizei fliegt 20 Straftäter im Rahmen einer Vereinbarung mit den Taliban direkt nach Kabul
  2. Wochenende 24./25. Oktober 2026Hunderte Menschen protestieren an mehreren deutschen Flughäfen gegen Abschiebungen
  3. 28.10.40 Männer mit einem Charterflug von Leipzig/Halle nach Kabul abgeschoben

Der Charterflug

Ein Charterflugzeug mit 40 afghanischen Männern an Bord hob vom Flughafen Leipzig/Halle ab und landete am Mittwoch, 28. Oktober 2026, in Kabul, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mitteilte. Laut Ministerium hatte jeder der Männer Straftaten begangen, darunter Totschlag, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Kindern, Körperverletzung und Drogenhandel. Zehn Bundesländer waren an der Aktion beteiligt: Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Das Ministerium zählt seit Beginn der laufenden Legislaturperiode 303 aus Deutschland abgeschobene afghanische Männer.

Hessen und Nordrhein-Westfalen

Fünf der 40 Männer waren nach Angaben des hessischen Innenministeriums in Abschiebehaft in Darmstadt-Eberstadt. In der Erklärung wurden Verurteilungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Diebstahl, Betrug und unerlaubten Waffenbesitzes aufgeführt. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) sagte, das Land habe in diesem Jahr 25 Straftäter nach Afghanistan zurückgeführt.

„An erster Stelle müssen Kriminelle und Gefährder unser Land verlassen. Es geht um unsere Sicherheit.“

Roman Poseck, Hessischer Innenminister

In Nordrhein-Westfalen teilte das Landesministerium dem WDR mit, fünf Personen aus dem Land seien zurückgeführt worden, alle mit vollziehbarer Ausreisepflicht und polizeilich wegen Straftaten bekannt. Die Statistik der Bundespolizei weist zum 31. August 2026 18 vollzogene Rückführungen nach Afghanistan aus dem Land aus; der neue Flug kommt hinzu.

Vollzogene Rückführungen nach Afghanistan 2026 in zwei BundesländernPersonen
Hessen, 2026 bisher (hessisches Ministerium)
25 Personen
NRW, bis 31. August 2026 (Bundespolizei)
18 Personen

Daten aus dem Artikeltext

Bundespolitik und die Taliban

Deutschlands erste Sammelabschiebung verurteilter Straftäter nach Afghanistan seit der Machtübernahme der Taliban fand 2024 statt, organisiert mit Unterstützung Katars. Im Februar 2026 flog die Bundespolizei 20 Straftäter ohne Hilfe eines Drittstaats direkt nach Kabul, im Rahmen einer Vereinbarung mit den Taliban. Die Taliban sind seit August 2021 die De-facto-Herrscher Afghanistans. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte der Bild, Rückführungen nach Afghanistan seien zu einem regulären Teil der Migrationspolitik geworden.

„Kriminelle müssen unser Land verlassen. Deshalb sind Rückführungen nach Afghanistan auch ein regulärer und verlässlicher Teil unserer Migrationspolitik.“

Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister

Hessen weitet das Programm aus – und es gibt Proteste

Poseck sagte, Hessen werde künftig auch ausreisepflichtige afghanische Erwachsene abschieben, die keine Straftat begangen haben, insbesondere schlecht integrierte Personen, die Sozialleistungen beziehen. Die Bundesregierung habe dafür kürzlich die Voraussetzungen geschaffen; die freiwillige Rückkehr stehe stets an erster Stelle. Am Wochenende des 24./25. Oktober 2026 demonstrierten Hunderte Menschen an mehreren deutschen Flughäfen gegen Abschiebungen. Die Demonstrierenden kritisierten die Zusammenarbeit der Bundesregierung mit den Taliban, die Rückführungen nach Afghanistan erst möglich macht.

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