
Deutschland eröffnet Drohnen-Abwehrzentrum in Cochstedt nach Drohung am Flughafen Leipzig
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt eröffnete ein neues Testzentrum für Drohnen-Abwehrtechnologien in Sachsen-Anhalt, nachdem am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden war.
Testgelände in Sachsen-Anhalt
Deutsche Beamte eröffneten am Dienstag das neue Technologiezentrum für Drohnensicherheit am Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt, im Landkreis Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Bis zu 10 Millionen Euro werden in den kommenden Jahren die Einrichtung finanzieren, der Betrieb erfolgt in Abstimmung mit dem DLR-Standort in Braunschweig. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, nahmen an der Eröffnungsveranstaltung teil. Das Zentrum befindet sich auf einer ehemaligen sowjetischen Militärlandebahn, die das DLR 2019 erwarb und 2021 zu einem nationalen Testzentrum ausbaute. Die Forschung wird sich auf Luft-Luft-Drohnenabfang, Schwarmmanagement bei öffentlichen Versammlungen und Anwendungen künstlicher Intelligenz konzentrieren.
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Der Vorfall am Flughafen Leipzig und das weitere Netzwerk
Die Erweiterung des Standorts erfolgt zwei Wochen nach einem Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle, bei dem Ermittler eine modifizierte Drohne mit Sprengstoff fanden, die zwischen ukrainischen Frachtflugzeugen geparkt war. Der Generalbundesanwalt stufte den Vorfall als schweren Angriff auf die Verkehrs- und Logistikinfrastruktur in Deutschland ein. Dobrindt erklärte bei der Eröffnung, dass Leipzig Teil eines breiteren Musters und kein Einzelfall sei. Er verband die Entdeckung am Flughafen mit einer Beschlagnahmung von Sprengstoff im Frühjahr nahe der serbischen Grenze, an der mutmaßliche untergeordnete Täter beteiligt waren, sowie mit einer Festnahme in Berlin im Zusammenhang mit der Beschaffung von Waffen und Munition. Dobrindt skizzierte das Ausmaß der Bedrohung für die kritische Infrastruktur.
Dies ist kein heißer Krieg, sondern eine dunkle Bedrohung, die über unserem Land schwebt.
Zuschreibung und der Innovationszyklus
Mit Bezug auf Berichte aus US-Sicherheitskreisen, die den Vorfall in Leipzig Russland zuschreiben, rief Dobrindt zur Zurückhaltung auf, bevor Täter offiziell benannt werden. Er erklärte, die Regierung werde einem dreistufigen Prozess aus Beweis, Zuschreibung und Konsequenz folgen, und argumentierte, dass Anschuldigungen ohne verwertbare Beweise oder konkrete Reaktionen die Abschreckung schwächen. Forschungsministerin Bär wies darauf hin, dass der Krieg in der Ukraine zeige, wie schnell sich Drohnenfähigkeiten ausweiten, und fügte hinzu, Deutschland müsse Grundlagenforschung schneller in praktische Verteidigungsanwendungen umsetzen. Dobrindt merkte an, dass Betriebsdaten von Partnern in Israel und der Ukraine auf Innovationszyklen der Gegner von 8 bis 12 Wochen hindeuten.
Wer Deutschland angreift, trifft ganz Europa.
Betriebskapazität und politische Kritik
Die Vorstandsvorsitzende des DLR, Anke Kaysser-Pyzalla, erklärte, dass 40 feste Mitarbeiter am Standort Cochstedt arbeiten, die Personalzahl soll auf 65 steigen. Die Einrichtung bietet eine betriebliche Testumgebung, in der bis zu 250 Vertreter des Bundeskriminalamts, der Bundes- und Landespolizei sowie der Bundeswehr gemeinsame Sicherheitsübungen durchgeführt haben. Das Zentrum ist die dritte Komponente einer nationalen Drohnenabwehrstrategie, die mit den Landesinnenministern koordiniert wird. Der innenpolitische Experte der Grünen, Konstantin von Notz, kritisierte die Veranstaltung und argumentierte, das Innenministerium habe keine klaren rechtlichen Rahmenbedingungen und Zuständigkeitsverteilungen für die Drohnenabwehr und habe öffentliche Ankündigungen über strukturelle Verwaltungslösungen gestellt.
- Derzeitige Mitarbeiter
- 40 Personal
- Geplante Mitarbeiter
- 65 Personal
- Teilnehmer an gemeinsamen Übungen
- 250 Personal

