
Deutsche Staatsanwaltschaft übernimmt Fall nach Netz-Saboteur mit 160 Zielen
Die deutsche Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen einen 48-jährigen Mann übernommen, der beschuldigt wird, selbstgebaute Raketen auf Hochspannungsleitungen abgefeuert zu haben, nachdem die Polizei ein Notizbuch mit mehr als 160 potenziellen Infrastrukturzielen gefunden hatte.
Bundesübernahme und Angriffsausmaß
Die deutsche Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat die Zuständigkeit für die strafrechtlichen Ermittlungen gegen einen 48-jährigen deutschen Staatsbürger übernommen, der beschuldigt wird, Angriffe auf Hochspannungsleitungen verübt zu haben. Die Bundesbehörden erklärten am 10. September 2026, dass sich die Taten über mehrere Bundesländer erstreckten und darauf abzielten, großflächige Stromausfälle auszulösen. Die Ermittler bestätigten, dass der Verdächtige Übertragungsleitungen in der Nähe von Kohlekraftwerken in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen ins Visier genommen hatte. Mit selbstgebauten Abschussvorrichtungen feuerte der Täter Projektile mit Leitungsdraht über Stromkabel, was zu Kurzschlüssen führte. Diese Störungen legten mindestens zweimal einzelne Erzeugungseinheiten in nahegelegenen Kraftwerken lahm, obwohl es zu keinen Ausfällen bei privaten Haushalten kam.
- Autobahnpolizisten verhaften den 48-jährigen Verdächtigen in einem versteckten Zelt nahe dem Kraftwerk Weisweiler
- Der Verdächtige wird aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Cottbus in Untersuchungshaft in Aachen genommen
- Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe übernimmt die Zuständigkeit für den länderübergreifenden Sabotagefall
Abschussvorrichtungen und sichergestellte Beweise
Die Polizei entdeckte ein handschriftliches Notizbuch im Wohnmobil des Verdächtigen, das Hinweise auf mehr als 160 vergangene und geplante Sabotageziele enthielt. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul informierte den Innenausschuss des Landtags über das Ausmaß der Funde.
Wir haben nicht nur den mutmaßlichen Täter der Anschläge gefasst, sondern dadurch möglicherweise weitere Anschläge verhindert.
Die Behörden haben allein in Nordrhein-Westfalen mehr als 40 Raketenabschussvorrichtungen sichergestellt, sowie weitere Hardware in Sachsen und Brandenburg. Der Verdächtige offenbarte daraufhin einem Ermittlungsrichter sieben verschiedene Verstecke. Die Polizei hat drei dieser Verstecke überprüft und durchsucht, wobei der Verdächtige die Beamten in einem Streifenwagen direkt zu den Orten führte. Eine anschließende Durchsuchung der gemeldeten Adresse des Verdächtigen in Gevelsberg ergab chemische Substanzen, die zur Herstellung von Sprengkörpern bestimmt waren.
Festnahme bei Weisweiler und Geständnis
Der Verdächtige wurde am Morgen des 8. September 2026 in ländlichem Gelände nahe dem Kraftwerk Weisweiler in Nordrhein-Westfalen gefasst. Eine bis zu 1.700 Polizeikräfte koordinierende Fahndung unter der Leitung von Einsatzleiter Frank Wißbaum hatte den Verdächtigen mehrere Tage lang verfolgt. Die Festnahme erfolgte, nachdem zwei Autobahnpolizisten niedergetrampeltes Gras bemerkten, das sich 200 Meter von einem Feldweg in nahes Gebüsch erstreckte. Die Beamten entdeckten den Mann in einem getarnten Zelt, das für polizeiliche Aufklärungshelikopter aus der Luft nicht erkennbar war. Der Verdächtige kooperierte mit den Strafverfolgungsbehörden und leistete bei der Festnahme keinen Widerstand.
Die Idee des Angreifers: Er wollte offenbar gezielt die Netzstabilität angreifen und im Grunde einen Blackout verursachen.
Gerichtsverfahren und Infrastrukturschutz
In einem schriftlichen Geständnisbrief nannte der Verdächtige die Ablehnung der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen als Hauptmotiv für die Sabotagekampagne. Sicherheitsbehörden stellten fest, dass keine früheren Erkenntnisse des Staatsschutzes zu der Person vorlagen, und die derzeitigen Ermittlungen deuten darauf hin, dass er allein und ohne fremde Anweisung oder Mittäter handelte. Das Amtsgericht Cottbus erließ einen Haftbefehl wegen des Verdachts der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion, des Eingriffs in die öffentliche Versorgung und der Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel. Der Beschuldigte befindet sich in der Justizvollzugsanstalt Aachen in Untersuchungshaft, während das Verfahren vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe anhängig ist.


